Latwerge, Apfelkraut und Co.

smallfarmer
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Latwerge, Apfelkraut und Co.

#1

Beitrag von smallfarmer » Do 12. Sep 2013, 12:56

Mein Bruder hat ja ein kleines 75 ltr. Kupferkesselchen abgestaubt. Darin kochen nun schon seit 5 Stunden ca 50 kg Pflaumen. Ich denke wir haben den Deckel zu lange auf dem Kessel gehabt, da noch jede Menge Flüssigkeit vorhanden ist. Gibt es Leute mit praktischer Erfahrung diesbezüglich?
smallfarmer

Aika
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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#2

Beitrag von Aika » Do 12. Sep 2013, 18:13

Ja, der Deckel sollte nicht drauf sein, da kann ja nix verdunsten. Im Topf koche ich normalerweise 3 Stunden ohne rühren. Dann wird gerührt bis die Pampe dick eingekocht ist. Habe es aber schon zu stark eingekocht, musste man dann fast aus dem Glas schneiden.
Gruß Bärbel

zaches
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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#3

Beitrag von zaches » Do 12. Sep 2013, 20:02

tja, da gehen die meinungen arg auseinadner - bei chefkoch gibt es ganz eabhandlungen über Zwetschgenmus. Mit und ohne Rühren.
Ich koche mit DEckel auf, dann Deckel runter, dann köcheln bis ich die Geduld verliere und einfach umrühren "muss"!!.
Wenn es dicker wird würze ich mit Nelken und Zimt - grüne Nüsse habe ich auch dieses Jahr wieder vergessen.

lg, zaches

PS: beim Abkühlen im Glas wird e snoch dicker!!!
"Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben." Paul von Heyse

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smallfarmer
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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#4

Beitrag von smallfarmer » Do 12. Sep 2013, 23:59

So die erste Fuhre ist durch. Angefangen haben wir heute morgen um 8.00 Uhr. Die letzten Gläser abgefüllt gegen 18.00 Uhr. Zwischendurch so gegen 2.00 war die Pampe mal angebrannt. Mein Bruder hatte nur noch Panikzeichen in den Augen. Also vorsichtig alle schwarzen Teile rausfischen, hat er gut hingekriegt, er ist sehr penibel. Schmeckt auch nicht angebrannt.
Wir haben die Menge dann durch die drei involvierten Familien geteilt, durch das lange Kochen hat sich die Menge ungefähr halbiert. Durch solche Aktionen wie heute ist uns allen wieder bewusst geworden, dass man Selbstversorgung nicht in Euro aufrechnen kann. Aber die Weitergabe von Know How unheimlich wichtig ist.
Ich würde gerne in den nächsten Wochen noch mal nen Kessel Apfelkraut versuchen. Dies wurde aber bei uns in der Gegend nie gemacht. Kann ich Apfelsaft aus der eigenen Kelter nehmen, wie verhält sich der Saft im Kupferkessel? Nimmt er den Kupfergeschmack an?
:schaf_1:
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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#5

Beitrag von kraut_ruebe » Fr 13. Sep 2013, 07:46

ich glaub nicht dass kupfer und apfelsaft eine problematische kombi ist. was ich so weiss löst nur essigsäure bestandteile (mit geschmack?) aus kupfer und soll deshalb niemals mit kupfer in berührung kommen.

ich hab ne leonardo-destille aus kupfer. ich hatte da schon verschiedenstes drinnen, auch äpfel, und noch nie kupfergeschmack bemerkt.
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#6

Beitrag von ypsiduxy » Mo 16. Sep 2013, 12:43

Hallo miteinander,

Kupferkessel habe ich leider nicht, bei mir muß es der Edelstahltopf auf dem Holzherd machen. Gestern Zwetschgen mit Deckel 6 Stunden gekocht, viel zu flüssig. Also mache ich heute mit offenem Deckel und umrühren weiter, das dürfte dann irgendwann heute abend so sein, wie ich es mir vorstelle.

Die alten Techniken gehen verloren, natürlich. Als ich meiner Mutter sagte, dass ich unbedingt einen Holzherd will, konnte ich förmlich sehen, wie sie am Telefon die Augen in den Himmel gedreht hat.
Ich verdrehe immer die Augen, wenn ich sehe, was der Metzger da als Sauerbraten verkauft, außen dünne Schicht reif und innendrin alles rosa und dann noch 6 Tütchen Sauerbraten-Fix dazu - igitt.

Und natürlich kann man das nicht mit € berechnen, wenn ich an die letztjährige Apfelernte denke, das Gedöns um den Most, die ganze Abfüllerei - das kann man nicht berechnen. Wenn ich es aber mit den Gebühren für 2 Faultiere im Fitness-Studio gegenrechne, dann sieht es schon ganz anders aus :engel:
Und der Stolz, mit dem der Männe dann seinen Most kredenzt hat, handgeerntete, unbehandelte Äpfel, kein verwurmtes irgendwie zusammengesammeltes Fallobst, das ist im Kopf ein Unterschied und geschmacklich eben auch.
Oder der Holundersirup, der Mädesüß-Likör, die Himbeermarmelade, der Apfelessig..........

Boah - fressen mir doch die Jungs das Zwetschgenmus direkt aus dem Topf schon weg - ich muß hier mal einen Brüller loslassen.

Viel Erfolg mit Euren Projekten
ypsiduxy

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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#7

Beitrag von Manfred » Sa 21. Nov 2020, 23:19

Eine deutschsprachige Doku aus dem Jahr 1980.
Herstellung von Apfelkraut / Obstkraut auf einem Hof in Belgien.

https://www.youtube.com/watch?v=3jXh6T_FKdU

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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#8

Beitrag von si001 » So 22. Nov 2020, 10:39

Meine Schwiegermutter hatte Pflaumenmus im (Holz-) Backofen im offenen Gänsebräter ohne Umrühren gemacht.
Der Vorteil ist, dass das nichts anbrennt.
Natürlich ist das für 50 kg :eek: Pflaumen nicht geeignet.
Liebe Grüße, si001!
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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#9

Beitrag von emil17 » So 22. Nov 2020, 12:15

Kupfergefässe für Lebensmittel wurden früher verzinnt, weil alles was sauer ist, also auch Fruchtsaft, Kupfer herauslöst. Das ist in geringer (!) Menge gesundheitlich unproblematisch, dennoch sollte man es vermeiden.
Man kann übrigens, wenn einem das stundenlange Rühren auf den Geist geht, sich ein Rührwerk basteln:
Bohrmaschine auf Bohrständer oder Behelfskonstruktion aus zwei Stück Dachlatte in langsamster Geschwindigkeit laufen lassen, als Rührer einen Kochlöffel mit rundem Stiel opfern und ins Bohrfutter einspannen. Wenn der zuwenig rührt, ein Holzstück schräg vorne drauf schrauben (mit Edelstahlschrauben).
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Latwerge, Apfelkraut und Co.

#10

Beitrag von ypsiduxy » So 22. Nov 2020, 13:02

@Manfred,
danke für den Hinweis, allerdings boykottiere ich neuerdings die Röhre, weil sie ziemlich willkürlich zensieren = sperren.

@emil17,
:haha: war ja klar, dass sowas nur von Dir kommen kann. Mir wäre das allerdings neben dem Holzherd eine zu gewagte Konstruktion. Wenn man die richtige Temperatur hat, muss man nicht so wahnsinnig viel Rühren. Allerdings bezweifle ich, dass ich überhaupt noch auf einem elektrischen Herd kochen könnte :ohoh:

Schönen Sonntag!
ypsiduxy

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