Saft herstellen

Seppel
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Re: Saft herstellen

#31

Beitrag von Seppel » Di 3. Jan 2012, 02:13

Ich verwende konzentrierte Obstsäure oder Mostmilchsäure, um den Ph-Wert zu regulieren. Die Menge hängt von der Art Obst und auch der Sorte ab. Beim Apfelsaft z.B. musste ich wenn nur ganz wenig zufügen, um den gewünschten Wert zu erreichen.

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Re: Saft herstellen

#32

Beitrag von hobbygaertnerin » So 6. Okt 2013, 09:24

Dieses Jahr war der Holunder sehr ergiebig.
Für Holundersaft
7 l Wasser,
1 kg Zucker,
2 Zimtstangen,
15 Nelken,
1 Zitrone,
1/8 l Apfelessig
Holunderbeeren von 13 grossen Holunderdolden (abgezupft) dazugeben und eine 1/4 Stunde aufkochen, mehrmals umrühren,
3 Tage alles zusammen kühl stellen und ziehen lassen,
abseihen und aufkochen, kochend heiss in Flaschen füllen.

Holunderlikör (beste Form der Holunderverwertung :) )
3 l Holunderbeeren,
3 l Wasser
4-7 Nelken
3 Zimtstangen,
1 Handvoll Wacholderbeeren
1 Handvoll Dörrzwetschgen
zusammen eine 1/2 Stunde kochen,
abkühlen und einen halben Tag stehen lassen,
abseihen (in ein Sieb ein Nesseltuch legen, Holudersaft reinschütten, Nesseltuch verknoten und aufhängen, ein paar Stunden abtropfen lassen)
Einen halben Liter Wasser erhitzen und 1 - 1,5 kg Zucker auflösen,

unter den abgesiebten Holundersaft geben,
1/2 l Rum 54 %
1/2l Wacholdergeist/Doppelwacholder
dazugeben, in Flaschen füllen und ein wenig nachreifen lassen.

Holunderwein

1 L Beeren
5 l Wasser
1/2 Stunde kochen,
2 kg Zucker mitkochen,

2 Semmeln in Scheiben schneiden und toasten,
einen halben Hefewürfel daraufstreuen,
in die lauwarme Holunderflüssigkeit geben,
3 Tage stehen und immer wieder umrühren
in Gärballon füllen und 6 Wochen gären lassen.

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Re: Saft herstellen

#33

Beitrag von ypsiduxy » So 6. Okt 2013, 12:30

Hallo zusammen,

Apfelsaft in der Zentrifuge lohnt meiner Meinung nach den Aufwand nicht. Hatten wir letztes Jahr testweise probiert, eine Riesensauerei, weil der Tresterbehälter alle furzlang geleert werden mußte und das Innere der Maschine gleich mit. Den Schaum habe ich mit einem Sieb größtenteils abgeschöpft. Dann den Saft aufgekocht und heiß in heiße Flaschen mit Schraubdeckel gefüllt. Hat sehr gut geschmeckt, aber der Aufwand rechtfertigt das nicht.

Die restlichen 700 kg Äpfel haben wir dann in die Kelterei gegeben. Hinfahren, Äpfel in die Waschanlage schütten, zugucken, 10 m weiterfahren und den Apfelsaft ins Faß füllen lassen. Hat gefühlt 1/4 Stunde gedauert.
Am Aufwändigsten war dann die Umfüllerei, ein volles 200 l Faß kann man nicht tragen. Man sollte also kleinere Kanister oder Fäßchen haben.

Die Edelstahlfässer für den Direktsaft umschleiche ich schon seit Jahren, aber bisher waren sie uns in der Anschaffung zu teuer und die Menge ist für uns zu groß.

Kalten Blütenauszug habe ich mit Mädesüß gemacht, ist geschmacklich nicht so der Brenner, mit Kirschschnaps versetzt und lange gezogen geht es dann als Ersatz für Kopfschmerztabletten ganz gut.

Holundersirup wurde von allen Gästen gelobt und begehrt und ziemlich schnell verbraucht.

Nächste Woche wollen wir Äpfel ernten, bin gespannt, wieviel es dieses Jahr werden. Da werde ich versuchen einen Teil einzulagern.

Schönen Sonntag
ypsiduxy

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Re: Saft herstellen

#34

Beitrag von frodo » So 6. Okt 2013, 16:10

Holundersaft:
das Rezept von hobbygärtnerin ist mir zu aufwendig und zu viel Kocherei -
ich habe dieses Jahr 5kg Holunderbeeren (grob entstielt) mit 400gr Zucker in den Dampfentsafter gefüllt und etwa 3,5L Saft abgezapft, direkt in die Flaschen.
1:1 mit heissem Wasser verdünnt, ist das ein Zaubertrank gegen beginnende Erkältungen :hhe:
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind
A.Einstein

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Re: Saft herstellen

#35

Beitrag von ypsiduxy » So 6. Okt 2013, 19:21

Der Dampfentsafter steht auch noch auf meiner Wunschliste.
Aber so wie es aussieht, wird der Pachtvertrag fürs Chalet nicht verlängert, die Eigentümerin will wohl auf Biegen und Brechen verkaufen, dann müßte ich erstmal nach wilden Holunderbüschen Ausschau halten.

Zu den aufwändigen Verfahren wollte ich noch Folgendes anmerken:
Man fängt irgendwann mal im kleinen Rahmen an, und weiß ja noch gar nicht, ob das, was man da produziert überhaupt schmeckt und damit den Aufwand und die möglichen Investitionen lohnt und / oder rechtfertigt.
Oft hat man auch einfach Spaß daran, etwas völlig selbstständig mit den bescheidenen vorhandenen Mitteln und Materialien herzustellen. Sonst könnten wir doch alle einfach in den nächsten Laden gehen.
Man weiß, was drin ist, wie es gemacht wurde, und ist einfach nur glücklich und zufrieden.

Ich habe früher beruflich sog. Luxus-Probleme auf höchstem Niveau lösen müssen. Kochen und Gärtnern war und ist für mich die absolute Entspannung und Luxus pur. Deshalb schabe ich meine Spätzle vom Brett und drück sie nicht durch die Presse, deshalb lege ich meinen Sauerbraten selbst ein, deshalb habe ich einen Holzherd, deshalb habe ich scharfe Messer und viele Holzbrettchen und wenig neumodischen Firlefanz, den ich nicht benutzen kann, wenn ich keinen Strom habe.

Liebe Grüße
ypsiduxy

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Re: Saft herstellen

#36

Beitrag von Zacharias » So 6. Okt 2013, 19:31

Der Dampfentsafter steht auch noch auf meiner Wunschliste. (...)
Man fängt irgendwann mal im kleinen Rahmen an, und weiß ja noch gar nicht, ob das, was man da produziert überhaupt schmeckt und damit den Aufwand und die möglichen Investitionen lohnt und / oder rechtfertigt.
Hast du schon mal Saft aus dem Dampfentsafter probiert? Das ist auch nicht Jedermanns Geschmack, solltest du unbedingt vor Erfüllungs des Wunsches testen. Ich persönlich finde den einfach nur bäh.

Was die Zentrifuge angelangt, ich hab ne ziemlich gute und finde es nicht zu viel Arbeit weil das Ergebnis einfach toll ist. Aber was mich stört ist der Schaum. Aus diesem Grunde ist die Zentrifuge ziemlich lange nicht benutzt worden. Wir lassen den Saft auch in der Lohnmosterei machen, allerdings wäre das hier nicht bezahlbar. Der Großteil unserer Apfelbäume sind aber in Thüringen und dort ist es spottbillig.
Grüße,
Birgit

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Re: Saft herstellen

#37

Beitrag von Little Joe » So 6. Okt 2013, 19:36

Zacharias hat geschrieben:Hast du schon mal Saft aus dem Dampfentsafter probiert? Das ist auch nicht Jedermanns Geschmack, solltest du unbedingt vor Erfüllungs des Wunsches testen. Ich persönlich finde den einfach nur bäh.
... kommt auf das Obst an, Apfelsaft aus dem Dampfentsafter find ich auch sehr würg..., aber für Holunder, Johannisbeeren und Kirschen ist der super. Aber wie bei allem, Versuch macht kluch.
Erstaunlich, dass Menschen, die alles besser wissen, nie etwas besser machen.

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Re: Saft herstellen

#38

Beitrag von Zacharias » So 6. Okt 2013, 19:40

Stimmt, bei Apfelsaft ist es besonders schrecklich. Hollunder und Brombeeren haben mir auch nicht sonderlich geschmeckt, weiter habe ich dann nicht mehr probiert.
Grüße,
Birgit

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Re: Saft herstellen

#39

Beitrag von krabbe » Mo 7. Okt 2013, 17:11

@Hobbygärtnerin
Vielen Dank für die Rezepte! Die Gewürzmischungen hören sich für mich interessant an. Das wird sicherlich, wie du schon vorgeschlagen hast, als Glühweinersatz sehr lecker sein. Ich glaube ich werde mal nachschauen, ob ich noch ein paar Dolden finden kann.
Die Gewürze über Nacht ziehen zu lassen ist bestimmt besser als sie einfach nur mal kurz mit zu kochen. So nimmt der Saft wirklich den Geschmack an. Damit werde ich auf jeden Fall mal experimentieren

Zum Thema Holundersaft :
Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert.

Mit Stengeln schmeckt er uns, egal welche Technik, am wenigsten gut. Auch wenn es sehr viel Arbeit ist, wir verlesen die Beeren sehr sorgfältig. Das Resultat rechtvertigt für uns die investierte Arbeitszeit largement.

Aus dem Dampfentsafter schmeckt uns der Saft auch nicht gut.

Die grösste Ausbeute und den besten Geschmack haben wir mit einer Beerenpresse gefunden. Ausserdem macht das in meiner sehr kleinen Küche (ich habe keine Aussenküche) noch am wenigsten Dreck und geht (nach dem abrebbeln) noch am schnellsten. Dieses Jahr habe ich damit 16,5 kg in 30 Minuten gepresst. Ohne vorheriges Kochen übrigens. Die Ausbeute lag bei 90%. Dementsprechend ist der Saft durch den hohen Anteil von Fruchtfleisch sehr dick. Man kann bei meiner Beerenpresse (Aufsatz von Jupiter) einstellen, wie stark ausgpresst werden soll. Für das nächste Jahr werde ich eine Test mit etwas weniger Fruchtfleisch machen. Wir verdünnen den Saft übrigens immer.
Nach dem Pressen werden Gewürze und Zucker zugegeben und der Saft für ein paar Minuten gekocht, bevor er in die Flaschen gefüllt wird.

So hat halt jeder seine Techniken und seine Vorlieben...

lg Andrea
lg Andrea

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Re: Saft herstellen

#40

Beitrag von ypsiduxy » Mi 9. Okt 2013, 17:58

@Zacharias - da müsste ich wohl erstmal jemanden finden, der so etwas noch besitzt und mir ausleiht. Hatte ich eh nur für Holunder und Brombeeren angedacht. Äpfel gehen in die Kelterei.

@Krabbe - dann werde ich wohl bei meiner bisherigen Technik bleiben: Holunderbeeren mit der Gabel von den Ästchen streifen, mit etwas Zucker und Gewürzen über Nacht ziehen lassen, am nächsten Tag aufkochen und dann durch die "Flotte Lotte" und mit Zucker nochmal als Sirup eingekocht.

@hobbygärtnerin - die Rezepte sind gespeichert und werden ausprobiert!

Liebe Grüße
ypsiduxy

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