terra preta

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luitpold
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Re: terra preta

#31

Beitrag von luitpold » Mo 27. Jun 2011, 10:18

servus holzgaser,

ganz deiner meinung, die organische belebung und besiedelung der holzkohle übernimmt bei mir der komposthaufen, die mikroorganismen kommen aus einigen schäufelchen gartenerde.

lg
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exi123
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Re: terra preta

#32

Beitrag von exi123 » Mo 27. Jun 2011, 11:29

ich mach es ganz einfach - etwa wie hier unten beschrieben. geb noch ein wenig urgesteinsmehl dazu. erfolg ist sichtbar.
übrigens: es gibt im burgenland einen versuch mit terra preta - da bekommt man 20cm schicht pro m2. für heuer wirds zu spät sein, aber sie machen gratisversuche mit terra preta. http://www.sonnenerde.at/


Schichten Sie die Biokohle im Volumenverhältnis von etwa 1:1 auf den reifen Kompost und feuchten Sie beides gut an. Vermischen Sie Biokohle und Kompost möglichst mit einem Kompostwender. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, bis das Verhältnis von 1:1 erreicht wird. Die Mischung sollte mindesten 2 Wochen vor der Einarbeitung in den Boden erfolgen und während dieser Zeit mindestens zweimal gewendet und immer gut durchfeuchtet werden.

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Re: terra preta

#33

Beitrag von rockrebell » Mo 27. Jun 2011, 20:55

*Einklink*

Ich mache seit einigen Monaten "nebenbei" Holzkohle. Da ich noch nicht dazu gekommen bin, meine eierlegende Wollmilchsau (Mehrzwecklehmofen für Brot, Tonbrand und Pyrolyse, der Abwärme in Strom verwandelt und Biomasse in Kohle und Gas/Treibstoff, dabei noch sehr gut gedämmt ist und über lange Zeit die Hitze hält :pfeif: :dreh: ) zu bauen, mache ich das zurzeit noch auf sehr primitive und ineffizente Weise:

Grosser Blecheimer (50l oder so), untenrum Löcher reinbohren, Kleinholz reinstapeln, von oben anzünden, warten.
Kohlenzange und LANGE Schweisserhandschuhe bereitlegen, und dann die Holzkohle von oben absammeln (und ablöschen...).

Einige Stücke sind dann noch nicht ganz durchgekohlt, was mir nicht wirklich gefällt (ich kann leider nicht reingucken in die Stücke...)
Bisher habe ich das Ganze dann in einem Betonmischbottich (Spiessbütt - die grossen, schwarzen Wannen, Ihr wisst schon) mit einem Vorschlaghammer kleingestampft. Sehr mühsam ^^ Demnächst stehen allerdings Versuche mit dem Gartenhäcksler an.

Wir haben natürlich genau diesen Fehler gemacht, und die Kohle direkt mit der Komposterde vermischt, ohne die Kohle zu aktivieren :motz:

Mal schauen, was passiert. holzgaser, welche Erfahrungen hast Du gemacht?

So, nu freu ich mich auf neue Informationen :-)

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Re: terra preta

#34

Beitrag von hobbygaertnerin » Di 28. Jun 2011, 11:55

Ich finde es super, dass es über die Terra Preta nicht nur sehr viel zu lesen gibt, sondern dass hier bereits Fachwissen und Erfahrungswerte aus der Praxis kommt.
Mein Gemüse fängt an, mir Spass zu machen. Der Zuckermais ist gut über 2 m, die Feuerbohnen haben die 2,5 m Marke geknackt, Tomaten, Paprika sind wirklich beachtlich und die Auberginen legen jeden Tag zu.
Aber wie komm ich an eigene Holzkohle?
Irgendwie hab ich ein Problem damit, dass wir das warme Wasser von der Sonne holen, eine sehr sparsame und optimierte Holzheizung im Winter laufen lassen- und dann verkohle ich das Holz- ohne die Wärmewirkung nutzen zu können.
Gibt es keinen Ofen, mit dem man Brot backen, kochen, räuchern oder ?????? und Holzkohle herstellen kann? Eine Holzvergaseranlage steht ganz oben auf der Wunschliste ans Christkind :) nur wird mein Mann immer blass, weil er eine Anlage und die unvorstellbaren Holzmengen gesehen hat- da leidet sein Waldbauerngen.
Im Buch von Brett Markham wird die Verkohlung von Biomasse gezeigt, aber auch wieder wird die Wärme verschwendet.
Eines geht mir noch immer im Kopf herum- in einem alten Buch über 4.000 Jahre Landbau wird die Komposterzeugung vor ungefähr 100 Jahren in China beschrieben-
es hat Ähnlichkeiten mit der Terra Preta Kompostierung, aber es kommen noch durchgebrannte Herdziegel dazu.
Bräuchte man anstelle der Tonscherben oder alter Herdziegel- Ziegelsplitt, Blähnton, Lavamulch oder Grus,oder reicht Lehm aus?
Was ich mich noch frage, wenn die eingebrachte Holzkohle für ewige Zeiten im Boden erhalten bleibt ( tut sie auch mit Sicherheit- weil in alten Bauerngärten immer wieder Holzkohlefragmente zu finden sind- wurden sicher beim Ofenreinigen oder ??? herausgenommen und auf den Komposthaufen geworfen) reicht eine Terra preta in den Boden eingebracht- um sich dann auch weiter zu vermehren?
Oder muss man doch jedes Jahr dem Boden Kompost zufügen?
Terra Preta und Komposttee- ist bestimmt eine Pflanzensuperkost-
bei mir stehen jede Menge Fragen an.
Gruss
hobbygaertnerin

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Re: terra preta

#35

Beitrag von rockrebell » Di 28. Jun 2011, 13:30

Hallo Hobbygärtnerin :-)

Ich habe mir die gleichen Gedanken gemacht - wie kriege ich die Pyrolyse auf die Reihe, ohne dabei irgendwas zu verschwenden?
Dann habe ich einfach angefangen, ganz primitiv. Alles andere kommt später dazu - geschlossener Kessel, (Ab-)Wärmenutzung, Stromerzeugung usw.

Primär ging/geht es mir einfach darum, Erfahrung zu sammeln und zu tun und anzufangen :-)

Der nächste Schritt bei uns wird dann sein, eine kleine Blechtonne (50 l) so zu bearbeiten, dass sie in einen Lehmofen passt und die Brenngase gleich mit für die Pyrolyse verwendet werden. "Irgendwo" auf dem weiteren Weg dorthin wird dann eine mehr oder weniger optimierte Anlage dabei herauskommen. Hoffe ich :-)

Liebe Grüsse

Udo

P.s.: Das Ganze sollte dann bei uns natürlich nicht hauptsächlich mit Holz erfolgen, dazu haben wir noch zuviele Brombeeren und sonstiges Gebüsch, das nicht alles zu Mulchmaterial werden kann :-)

Landfrau

Re: terra preta

#36

Beitrag von Landfrau » Di 28. Jun 2011, 16:19

So vor wenigen hundert JAhren war D fast ganz abgeholzt, weil man Holz und Holzkohle für diverse Handwerke in MAssen brauchte.

Muss man das jetzt wiederholen, weil TP gerade in Mode gekommen ist und man in seiner Gier mehr mehr mehr vom Garten runterholen will?

- beim Heizen mit Holz fällt immer ein wenig Holzkohle an, bliebt im Brennraum zurück - Gemach, im LAufe der JAhre wird das reichen.....vllt mal beim Steinofenpizzabäcker anfragen?

- es ist totaler Unfug, Tonscherben aufs beet zu werfen, ungefähr so, als verteilte man zerrissene Düngertüten im Garten. Die Tonscherben der TP - Fundstellen sind Reste großer Reaktoren, in denen die TP entstand - wobei man heute nicht weiß, ob sie absichtsvoll und geplant entstand.

- das Wachsen der TP ist ein Prozess über JAhrzehnte- nix für die schnellen Erfolg anstrebende "jetzt und sofort autark werden" - Generation.
Eher so was wie Obst - Hochstämme: für die Kinder und die Enkel. Aber vermutlich gibt es bald auch bei Gärtner Pötschke Terra - Preta im Säckchen. Und wer lebt schon daheim bei den Altvorderen und kann davon ausgehen, dass auch die eigenen Kinder und Enkel daheim bleiben und es also für diese ist, die TP und den HOchstammobstgarten anzulegen?

TP ist faszinierend, aber in unsere Kultur passt sie nicht.

Obiges ist nicht mein ureigenstes Wissen, es ist angehört, von einem Vortrag eines Hajo / heiko / Haiko Sowieso- hab ich leider vergessen, ist irgendwo im I-Net vertreten.

Die Geschäftsidee von mit EM - beladener Holzkohle gibt es übrigens auch schon.......

Landfrau

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Re: terra preta

#37

Beitrag von rockrebell » Di 28. Jun 2011, 17:08

Nach meinen Informationen ist die Idee mit der Kohle in der Erde auch in Europa schon etwas älter:
http://www.ithaka-journal.net/biokohle- ... -in-europa

Ich denke einfach mal, dass Kohle in der Erde den Boden sowohl im Urwald, als auch im niederrheinischen Dorf verbessert, und ich bin sicher, dass dieses Wissen schon erheblich vor der schriftlichen Niederlegung existierte - vielleicht wurde es um diesen Zeitpunkt herum auch erst "neu" wiederentdeckt.

Die Tonscherben könnten auch einfach "nur Abfall" sein. Wenn ich davon ausgehe, dass unsere Vorfahren keinen "belasteten" Sondermüll hatten, dürfte so ziemlich alles, was nicht mehr gebraucht wurde, auf dem Feld gelandet sein oder im Kompost (wie auch immer geartet).

Und was DU musst, und was nicht - entscheidest Du das nicht selbst? ;-)

Liebe Grüsse

Udo

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Re: terra preta

#38

Beitrag von luitpold » Di 28. Jun 2011, 18:11

hi landfrau,

ich würde das mit der holzkohle nicht so eng sehen.
D zu entwalden wurde sicher nie angedacht.
verwendet werden agrarreststoffe wie stroh und ähnliches, das dann nicht schnell wegkompostiert sondern langfristig im boden gebunden wird.
ja es ist eine frage der anlagentechnik um aus reststoffen verwertbares gas chemische grundstoffe und wärme, und biokohle für die bodenverbesserung herzustellen.

der anlagenbau ist sicher ein beträchtlicher wachstumsmarkt in einer immer bevölkerungsreicheren und rohstoffärmeren nahen zukunft.
die positiven effekte auf umwelt boden und pflanzenwachstum sind erahnbar und werden vernünftigerweise mit nachdruck erforscht.

und ja der wirkungsgrad ist dem holzbadeofen um ein mehrfaches überlegen.

und ja es dauert, mit der annahme stroh ca 20 jahre bis relevante flächen aufgewertet werden.
schwarzerdeböden so vorhanden sind auch in unseren breiten das beste ackerland.

lg
luitpold
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Re: terra preta

#39

Beitrag von holzgaser » Di 28. Jun 2011, 18:49

Servus!

Bei dem System Terra Preta ist der Kreislauf der Stoffströme eine wichtige Voraussetzung. Durch die Anwendung von Agroforst Terra Preta Holzvergasung zur Energiegewinnung
ist eine Ausbeutung der Waldbestände nicht gegeben!

Bild

Zur Herstellung der Holzkohle für den hausgebrauch:

In eine Blechdose mit Blechdeckel werden unten und oben im Umfang (Mantelfläche) Löcher gebohrt damit die Gase entweichen können.
Diese Dose wird dann mit kleinen Holzstückchen gefüllt und in einen Ofen in das Glutbett gestellt.
Der Inhalt erhitzt sich, die entstehenden Gase entweichen durch die Bohrungen im Blechbehälter und werden in Ofen Verbrannt.
Der Energieverlust ist somit ausgeglichen.

Das ganze macht man am besten über Nacht, dann ist die Holzkohle am nächsten Morgen abgekühlt und kann entnommen werden.
Bei der Verwendung von Sägespänen entsteht sehr feinkörnige Holzkohle!

Holzkohle zerkleinern:

Mit einem Gartenhäcksler geht es, aber die Holkohle muss vorher in Wasser getränkt werden um Staub zu vermeiden.
Auch ist die Explosionsgefahr des Holzkohlenstaubs nicht zu unterschätzen!


Übrigens die Wirkung der Holzkohle im Boden ist manchmal schon im ersten Jahr der Anwendung im Garten sichtbar, aber spätestens im 2. Anwendungsjahr.

Meine favorisierte Vorgehensweise im Gemüsegarten:
Abfälle aus dem Komposteimer werden in einem Luftdicht zu verschließenden Behälter gesammelt. Dabei wird bei jeder Zugabe von frischem Material
eine Schicht Holzkohle auf das frische organische Material aufgegeben. Der Behälter braucht keinen Ablauf falls die Holzkohle trocken ist!
Dieses Gemenge wird dann im Herbst auf ein Gemüsebeet gegeben (150l auf 5m²).
Über den Winter wird das Material von den Bodenlebewesen verarbeitet und bringt im Frühjahr ein Gemüsebeet hervor das, nach dem abrechen der nicht umgesetzten Organik, ohne
weitere Bodenbearbeitung, bepflanzt werden kann.

Viel Spaß beim experimentieren.
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!

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Re: terra preta

#40

Beitrag von hobbygaertnerin » Di 28. Jun 2011, 19:48

Der Boden des Jahres 2005- die Schwarzerde-
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzerde

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