terra preta

terra preta

Beitragvon luitpold am So 12. Sep 2010, 13:51

U.S.-Focused Biochar Report

http://terrapreta.bioenergylists.org/files/biochar_report_lowres.pdf

Date of publication | June 2010, Colorado, USA
Edited by | Jonah Levine
Contributing Authors | Christoph Steiner, PhD, Hugh McLaughlin, PhD,
PE, Andrew Harley, PhD, Gloria Flora, Ronal Larson, PhD, Adam Reed, JD

Christoph Steiner, PhD, absolvent der uni bayreuth

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Re: terra preta

Beitragvon luitpold am So 12. Sep 2010, 14:26

bericht an den us kongress

US Congressional Hearing
http://www.house.gov/smbiz/hearings/hearing-5-21-09-biofuels-regulations/Das.pdf

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Re: terra preta

Beitragvon luitpold am Mo 13. Sep 2010, 13:00

Die terra Preta Technologie könnte sich zu einer der wichtigsten Zukunftstechnologien entwickeln, da damit der Klimawandel (zumindest theoretisch) gebremst oder sogar umgekehrt werden kann. Durch die Verkohlung von organischen Reststoffen, kann der enthaltene Kohlenstoff in eine sehr stabile Form (tausende Jahre mikrobiologisch stabil) überführt werden. Terra Preta zählt zu den fruchtbarsten Erden der Welt und wurde erstmals im Amazonasgebiet entdeckt. Ein wichtiger Bestandteil dieser Erden ist die Holzkohle (= Biokohle). Eine wesentliche Eigenschaft dieser Erden ist nicht nur deren Stabilität, sonderen die Fähigkeit, ihre Fruchtbarkeit selbst zu erhalten und sich selbst zu regenerieren. Durch eine spezielle Mikrobiologie gelingt es offenbar den Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf verlustfrei zu halten und diese beiden Hauptnährstoffe zusätzlich aus der Luft zu fixieren.
Weltweit wird zur Zeit an diesem Thema geforscht und es gibt eine gute Vernetzung. Wir selbst sind seit mehr als zwei Jahren in diesem Bereich tätig, machen ständig Kompostierungsversuche und Pflanzversuche. Im Herbst soll ein großer Parzellenversuch (12 Varianten, 5 Wiederholungen) angelegt werden um die Auswirkungen auf den Boden zu testen.
Unternehmen/Organisation: Firma Sonnenerde-Gerald Dunst Kulturerden GmbH
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Re: terra preta

Beitragvon luitpold am Mi 15. Sep 2010, 00:43

Schwarzerde Boden des Jahres 2005.

Nicht ohne Grund ist es gerade die Schwarzerde, auch Tschernosem genannt, die ausgewählt wurde. So sind z.B. die günstigen Produktionseigenschaften der Schwarzerde ohne die Umsatzleistungen der Bodentiere nicht denkbar.

Sie ist heute unser wertvollster Ackerboden.

Die Entstehung der Schwarzerdeböden in Mitteleuropa reicht wahrscheinlich bis ca. 10.000 Jahre zurück.
Es herrschte damals in unseren Breiten ausgeprägt kontinentales Klima, das durch sehr kalte Winter und heiße Sommer mit periodischer Trockenheit gekennzeichnet war.
Unter diesen Bedingungen extremer Witterungswechsel gedieh eine vielfältige Steppenvegetation aus vorwiegend Gräsern und Kräutern. In sich jährlich wiederholenden Zyklen fielen große Mengen an abgestorbener pflanzlicher Biomasse an. Hier kamen Bodentiere ins Spiel, die diese pflanzlichen Abfälle gefressen und im Überschuss zur Vorratshaltung in den Untergrund vergraben haben. Die Hauptakteure waren hier Hamster und Ziesel als typische Steppenbewohner sowie Regenwürmer. Alle drei Tiergruppen legten umfangreiche Gang- und weitere Hohlraumsysteme im Untergrund an. Sie drangen dabei tief in den Mineralboden ein, um den widrigen Bedingungen der Sommer und Winter auszuweichen. Bei diesen Grabeaktivitäten kam es zu gründlicher Mischung zwischen dem Untergrund und den pflanzlichen Abfällen.
PD Dr. Stefan Schrader, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Agrarökologie, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: stefan.schrader@fal.de

Nach heutigem Kenntnisstand sind Schwarzerden schwarz, da sie deutliche Anteile (10-40 % der organischen Substanz) an pyrogenem Kohlenstoff enthalten. Dieser entsteht bei unvollständiger Verbrennung oder Verschwelung und wird auch als black carbon bezeichnet.

In Mitteleuropa ist eine enge Beziehung zu den neolithischen Siedlungsgebieten vorhanden. Die Verbreitung der Schwarzerden ist eng an die neolithischen Siedlungskammern gebunden. In Detailkartierung ist hier eine auf wenige Dekameter genaue Bindung nachzuweisen.
aus wikipedia
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Re: terra preta

Beitragvon Windbraut am Sa 25. Sep 2010, 23:30

Hallo zusammen,

hier noch ein Link zu diesem Thema http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta und wer diese Erde selbst herstellen möchte, kann alles, was dazu benötigt wird hier kaufen http://www.triaterra.de/epages/62153231 ... 20Preta%22

Ich werde das nächstes Jahr selbst mal testen, allerdings nicht im Garten (da nicht mehr vorhanden) sondern in grossen Kübeln auf dem Balkon. Mal sehen, ob es funktioniert - :hmm:

LG :)
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Re: terra preta

Beitragvon Sabi(e)ne am So 26. Sep 2010, 08:43

Moin,
Unter diesen Bedingungen extremer Witterungswechsel gedieh eine vielfältige Steppenvegetation aus vorwiegend Gräsern und Kräutern. In sich jährlich wiederholenden Zyklen fielen große Mengen an abgestorbener pflanzlicher Biomasse an. Hier kamen Bodentiere ins Spiel, die diese pflanzlichen Abfälle gefressen und im Überschuss zur Vorratshaltung in den Untergrund vergraben haben. Die Hauptakteure waren hier Hamster und Ziesel als typische Steppenbewohner sowie Regenwürmer. Alle drei Tiergruppen legten umfangreiche Gang- und weitere Hohlraumsysteme im Untergrund an. Sie drangen dabei tief in den Mineralboden ein, um den widrigen Bedingungen der Sommer und Winter auszuweichen. Bei diesen Grabeaktivitäten kam es zu gründlicher Mischung zwischen dem Untergrund und den pflanzlichen Abfällen.

Ich bin ja kein Prof., aber eine Steppe bleibt nur eine Steppe, wenn genügend Weidetiere da sind, die die Verbuschung/Verwaldung aufhalten - und die großen Hamster haben verdammt große Reviere, da wage ich zu bezweifeln, daß die solche Riesenmengen an OM unter die Erde gebracht haben sollen (ja ich weiß, wieviel Kilo Getreide die einlagern können, aber Steppe ist kein Getreideacker).
Außerdem erklärt das nicht die oberflächennahe Karbonisierung, meines Wissens findet sowas am ehesten statt, wenn große Mengen an OM zu heiß werden, wie in einem Riesenkompost, so ab etwa 95° aufwärts. Steppe reicht meines Erachtens dafür nicht aus, soviel Zeugs produziert nur Wald.
Oder es gab jedes Jahr große Flächenbrände.
Die Verbreitung der Schwarzerden ist eng an die neolithischen Siedlungskammern gebunden

:mrgreen: Ich würd das eher andersrum sehen - unsere Vorfahren dürften jedes Fleckchen mit solchem Boden gefunden haben im Laufe der Generationen, ich glaube nicht daran, daß sie diesen Boden "gemacht" haben.
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Re: terra preta

Beitragvon Windbraut am So 26. Sep 2010, 11:45

Hallo Sabi(e)ne,

guck doch mal hier :

Terra preta (portugiesisch für "schwarze Erde") wird ein zur Schwarzerde artverwandter Boden in Amazonien genannt. Der Boden besteht aus einer Mischung von Holzkohle, Dung und Kompost, durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Muschelschalen. Auf diesem Boden trieben die frühen Indianervölker, vor allem die Tupí, Ackerbau. Man findet diesen für die örtlichen Verhältnisse besonders fruchtbaren Boden in teils meterdicken Schichten in alten und prähistorischen Siedlungsgebieten, besonders entlang der Flussläufe http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta

Daher denke ich, dass dieses Erde doch "gemacht" wurde, denn von alleine kommt Holzkohle, Dung und Kompost nicht in die Landschaft und das diese Fleckchen einfach so z.B. von umherziehenden Normaden gefunden wurden. Allerdings bin ich keine Wissenschaftlerin, die das anhand von Untersuchungen nachweisen kann :hmm:

LG :)
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Re: terra preta

Beitragvon Stefan am So 26. Sep 2010, 12:18

Was mir noch nicht so ganz einleuchten will:

Würde wenn man die Organische Masse im Boden unterarbeitet nicht mehr CO2 gebunden bleiben als wenn man die Organische Masse erst verschwelt? Nach dem verschwelen bleiben ja nur 60% CO2 in der Kohle.
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Re: terra preta

Beitragvon luitpold am So 26. Sep 2010, 14:34

hallo windbraut,
ja, hat man sich eingelesen muss man es ausprobieren. ich hab zwar sonst nix gegen produkte zukaufen, bei den EM werde ich mich aber bescheiden und nur das verwenden was mir die natur bringt. leider hab ich richtige holzkohle erst einmal selber gemacht, alter kochtopf im lagerfeuer.
in irgendeinen forum hab ich gelesen eine dame vergärt ihren kompost milchsauer unter luftabschluß (bokashi?), mit EM, sie behauptete die schneckenbelastung ist deshalb zurückgegangen. wenn schnecken kein zu saueres milieu wollen kann ich diese darstellung nachvollziehen. die holzkohle wäre dann ideal um den bei der vergärung entstehenden sickersaft zu binden. überhaupt ist holzkohle ja vorerst neutral und muß erst aktiviert werden, entweder durch mitkompostieren oder tränken mit nährlösung und bodenleben.

hallo Sabi(e)ne,
so genau wird nicht mehr nachvollziehbar sein wie die steppenschwarzerde wirklich entstanden ist, humane eingriffe und brände durch blitzschlag sind aber vorstellbar.
aus wiki
Obwohl in der Steppe in den Sommermonaten die meisten Niederschläge fallen, steht den Pflanzen in den übrigen Jahreszeiten mehr Wasser zur Verfügung. Dies hängt damit zusammen, dass im Sommer die Verdunstung sehr groß ist. Doch das erklärt noch nicht vollständig das Ausmaß dieser Graslandschaften. Möglicherweise spielt Feuer, bereits seit vorgeschichtlicher Zeit absichtlich von Menschen gelegt oder durch Blitzschlag verursacht, eine Rolle. In den nordamerikanischen Steppen haben wahrscheinlich die großen Bisonherden das Aufkommen von Wald verhindert.

hallo stefan,
das hat damit zu tun, das holzkohle chemisch stabil und über jahrhunderte!!! dauerhaft ist. holzkohle bindet chemische stoffe (wie in gasmasken oder filter), was zum beispiel das auswaschen von boden- und pflanzennährstoffen, auch kunstdünger, verhindert und so zur grundwasserentlastung beiträgt. weitere vorteile ein großes wasserhaltevermögen und die auflockerung und durchlüftung des bodens. die in den boden eingebrachte agrarkohle wird von nährstoffen und bodenleben besiedelt und von pflanzenwurzeln durchwachsen.

nicht pyrogener kohlenstoff aus dem humus oder kompost wird im lauf weniger jahre abgebaut und der kohlenstoff entweicht gasförmig in die atmosphäre.

also wer was für die ewigkeit schaffen will > terra preta. :holy:

lg
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Re: terra preta

Beitragvon luitpold am Sa 18. Dez 2010, 01:45

ein nettes fundstück aus dem net. http://www.holzgasjournal.de/index.php/terrapreta

den spinat würde ich allerdings nicht so heftig düngen, das kann an die nieren gehen.

lg
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wer was für die ewigkeit schaffen will > terra preta.
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