Hochbeet

riesewohldschrat
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Hochbeet

#1

Beitrag von riesewohldschrat » Mo 27. Feb 2012, 15:11

Hallo,
ich möchte an einer alten häßlichen Mauer ( ca. 40 m lang) Hochbeete anlegen. Da braucht man ja ziemlich viel Baumaterial und wegen der Kosten habe ich das auf "irgendwann einmal" verschoben. Nun müssen wir außerdem Unmengen von blinden Doppelstegplatten loswerden und gestern hatte ich nun eine Doppelnutzenidee: aus Holz und Stegplatten die Hochbeete bauen und dann nur noch von vorne optisch verschönern. Da bräuchte man ja viel weniger Holz und keine Extrafolie. Ist das denkbar oder dünsten diese Platten irgendetwas Ungesundes aus?
Oder habt Ihr ne Idee, was man sonst mit den Platten machen kann außer recyclen oder woraus sich günstig Hochbeete bauen lassen?
Bin für jede Anregung dankbar
Andrea

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Spottdrossel
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Re: Hochbeet

#2

Beitrag von Spottdrossel » Mo 27. Feb 2012, 16:30

Bei den Doppelstegplatten wäre jetzt die Frage, ob die für den anfallenden Erddruck stabil genug sind - oder aber, Du verbaust sie innen, als Feuchtigkeitsschutz für das Holz, was für die Stabilität zuständig ist.
Ich will dieses Jahr mal die Hochbeetvariante aus Billig-Kompoststeckbausatz und Billigteichfolie testen.

Grade sehe ich noch Deine Frage nach Ausdünstung: ich schätze mal, alte, abgewitterte Doppelstegplatten sind da unproblematischer als neue Folie.
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kraut_ruebe
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Re: Hochbeet

#3

Beitrag von kraut_ruebe » Mo 27. Feb 2012, 18:36

tipp für das plastikzeug hab ich leider keinen (ausser fachgerecht entsorgen), aber ne frage:

warum wollt ihr plastik und folie in euren hochbeeten? :hmm:

ich hab diese billig-kompost-dinger auch öfter mal als hochbeet im einsatz. wenn das voll geworden ist und etwas zusammengesackt werf ich etwas erde drauf und setze dann oben kürbis oder zucchini ein oder was auch immer grad sonst nirgens platz hat.

ich würd da niemals plastik, gummi oder was in der richtung drin haben wollen. als feuchtigkeitsschutz für ne mauer könnt ich das noch verstehen, damit die nicht wegbricht im laufe der zeit, wobei der schutz dann fortlaufend dicht sein müsste und stegplatten diesen anspruch eher nicht erfüllen wenn sie jetzt nicht grade 40 m lang sind :hmm:
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

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Re: Hochbeet

#4

Beitrag von riesewohldschrat » Mo 27. Feb 2012, 21:44

Na ja, ist doch klar, ich will die vielen Stegplatten vor dem endgültigen Entsorgen, dass ja auch nicht gerade billig ist, einer vernünftigen Nutzung zuführen. Schön nach den Grundsätzen der Permakultur: wiederverwerten vor recyclen. Der Sinn in "Plastik" liegt im Schutz des Holzes. Wenn ich ein schönes Holzbeet ohne chemischen Holzschutz baue, hat es sich in unserem feuchten Klima mit zusätzlicher Feuchtigkeit von innen ohne Möglichkeit des Abtrocknens in 2-3 Jahren selbst kompostiert. Ist vielleicht ganz öko, aber sauteuer, mit viel Arbeit verbunden und daher irgendwie sinnfrei. Außerdem hält Plastik die Feuchtigkeit schön innen, da wo ich sie haben will. Macht auch bei Tontöpfen Sinn,die Pflanzen da drin muss man sonst doch ständig giessen, sogar bei unserem norddeutschen Dauerschmuddelwetter.
Wenn ich Folie nutze, die sowieso schon in der Welt ist, also altes Verpackungsmaterial oder eben alte Stegplatten finde ich nichts Verwerfliches dabei, die Sachen praktisch zu nutzen.
Hmm, bin ich gar nicht so grün, wie ich immer dachte? Mist.

Gruß
Andrea

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Re: Hochbeet

#5

Beitrag von Rati » Di 28. Feb 2012, 16:22

riesewohldschrat hat geschrieben:...Der Sinn in "Plastik" liegt im Schutz des Holzes. Wenn ich ein schönes Holzbeet ohne chemischen Holzschutz baue, hat es sich in unserem feuchten Klima mit zusätzlicher Feuchtigkeit von innen ohne Möglichkeit des Abtrocknens in 2-3 Jahren selbst kompostiert. Ist vielleicht ganz öko, aber sauteuer, mit viel Arbeit verbunden und daher irgendwie sinnfrei.
kann ich so nicht ganz bestätigen. Wenn du das Beet aus Brettern dicht an dicht baust, könnte es sein das sie wegrotten.
Meine Hochbeete sind aus Weide geflochten und mitlerweile vier Jahre alt- im alten Forum hatte ich Bilder davon reingestellt, ich finde sie aber nicht mehr.
Mein ältestes bisher war fünf Jahre und da wo ich die Idee her habe (Klostergarten Jerichow) sind die Beete noch älter- im alten Forum hatte ich Bilder davon reingestellt, ich finde sie aber nicht mehr.
Es ist wichtig das das Holz immer abtrocknen kann. die Äste einzeln betrachtet sind natürlich problemlos durch zu brechen. Aber die Beetwand als verbund ist auch nach vier Jahren noch so stabil, das ich beim nachfüllen mit Mist problemlos den Mist in die Ecken stampfen kann ohne das irgend estwas auseinandergeht.
Trotzdem
riesewohldschrat hat geschrieben:...Außerdem hält Plastik die Feuchtigkeit schön innen, da wo ich sie haben will. .
habe ich keinen übermäßigen Wasserbedarf. Denn hinter der Astwand bildet sich eine Schicht aus knochentrockener Erde. Die sperrt quasi den Innenbereich ab, so das es zu keiner weiteren Ausdunstung kommt.
Geld kostet es übrigens gar nichts.
Unser Heimatverein ist froh wenn ich die Äste vom all zwei jährigem Kopfweidschneiden abnehme.
Das sind so 4 - 5 Traktoranhänger voll aus denen ich dann Material für drei Beete bekomme.
Nächstes Jahr werden die Weiden wieder geschnitten und dann werde ich die drei alten meiner sechs Hochbeete abreißen und neu bauen. Nicht weil sie kaputt wären, sondern weil mir das Bauen Spass macht. :)

Grüße Rati
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Re: Hochbeet

#6

Beitrag von Thomas/V. » Di 28. Feb 2012, 16:40

Hallo, Andrea!

Ich bin auch eher der Meinung, das Plaste und Autoreifen eher nichts in einem Biogarten, vor allem nichts im Boden oder Bodenkontakt zu suchen hat. Andrerseits kann ich es gut verstehen, wenn man altes Zeug noch nutzbringend verwerten will.
Geht mir auch so.
Es ist also eher eine Frage der "ideologischen Einstellung". Grundsätzlich denke ich, das Du das machen kannst, was Du vor hast. In wie weit nun wirklich irgendwelche Schadstoffe aus Folien, Plasteplatten oder Autoreifen in die Umwelt "ausgasen", kann wohl niemand hier genau sagen. :aeh: Ist wohl eher eine Gewissensfrage, technisch machbar ist das sicher.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Hochbeet

#7

Beitrag von Thomas/V. » Di 28. Feb 2012, 16:43

sondern weil mir das Bauen Spass macht.
na, dann kannst Du gern mal hier vorbei kommen, meine Weiden absägen und ein paar Hochbeete bauen :grinblum:
schade, das Du die Fotos nicht mehr hast, irgendwie kann ich das nicht so recht nachvollziehen, das die Beete ohne Folie "dicht" bleiben, meine Weiden sind oft nicht kerzengrade gewachsen :hmm:
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Re: Hochbeet

#8

Beitrag von Rati » Di 28. Feb 2012, 16:49

Hi Thomas,

die Fotos sind im alten Forum (Museum)

Ich hab so meine Last mit dem einfügen von Bildern.
Aber ich bemühe mich mal um aktuelle.
Ich mach morgen auch gern mal den Erklärbär dazu. :)

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Re: Hochbeet

#9

Beitrag von Spottdrossel » Di 28. Feb 2012, 19:40

Mir ging´s bei der Folie auch um das Thema "Wasser behalten". Der Boden hier ist von der Tendenz sandig, dazu noch Südhang, und letztes Jahr weigerte sich das Frühjahrswetter standhaft, meine Tanks mit Regenwasser zu befüllen.
Ich weigerte mich, mein Grünzeug mit Leitungswasser zu gießen, klarer Sieger war das Unkraut :mrgreen: .
Die Hochbeete will ich bauen, um da 1.) den vorhandenen Mutterboden, der hier unterschiedlich stark ansteht, komplett den Pflanzen zur Verfügung zu stellen, statt ihn in den Wegen zwischen den Beeten quasi zu verschwenden
2.) mit Blähton oder Bentonit, ist noch nicht entschieden, das Wasserspeichervermögen im Beet zu verbessern.
Von daher wäre es meiner Ansicht nach ziemlich unpfiffig, die Beete ohne Folie bei Wind & Sonne trockenföhnen zu lassen.
(Außerdem wüßte ich jetzt nicht, wie die nützlichen Miniviecher im Beet wissen sollen, welches Holz sie zersetzen dürfen und welches nicht. Deshalb: Folie)
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Re: Hochbeet

#10

Beitrag von riesewohldschrat » Di 28. Feb 2012, 22:27

Ich möchte meine Stegplatten zwar immer noch nutzen, aber die Idee mit den Weiden hat richtig was. Bin zwar noch nicht so ganz überzeugt, dass die Feuchtigkeit drin bleibt, aber wenn Ihr das sagt, glaub ich's mal. Wenn ich an Weidenzweige rankomme, werde ich das auf jeden Fall probieren.
Könnte man die Zweige auch einpflanzen und dann flechten? Hab ich mal irgendwo gesehen, dann wird das Geflecht schön grün.
Spricht da was gegen?
Die Fotos im Alten Forum hab ich leider nicht gesehen, das gibt's nicht mehr. Schade, da wollte ich noch ganz viel Interessantes lesen und jetzt ist es weg.
Tja, da bestraft mich mal wieder das Leben. Immer muss man so schnell sein.

Bis bald
Andrea

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