Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon viktualia am Di 1. Jan 2019, 14:31

Gewebill hatte hier mal geschrieben, daß man sich mit Wolle Drahtwürmer in den Boden holen würde.
Bisher konnte ich dafür aber auch noch keine plausible Erklärung finden ... Hm, es bleibt spannend! :)

Man holt sich nur in dem Maße Drahtwürmer, wie sie halt in der Gegend vorkommen, deshalb blieb der Punkt auch "ungeklärt";
Klar war und blieb allerdings, dass man sich damit ( mit der Wolle) Feuchtigkeit in die Erde holt und die Drahtwürmer mögen das sehr.
Na ja, wer nicht?
Ich verlink den Faden nicht, mehr Zank als Infos.
("Schafwolle schneller kompostieren", wenn du es dir antun willst.)

Und wenn ich schon mal dabei bin:
wer heisse Kohle zum löschen in Flüssigkeit mit lebenden Baktis tut, hat hinterher tote Baktis in der Brühe.
Ich würde sie erst löschen und dann "aufladen".

Und, Pitu, ich weis nicht, ob du damit was anfangen kannst: https://www.regenerative-landwirtschaft.net/viewtopic.php?f=16&t=84
Hast du denn lockeren Boden, wo alles durchläuft, oder ist das Problem nicht eher, dass es zusammen backt, wenn´s zu trocken wird?
Immerhin hast du doch Lehm mit drin.
Benutzeravatar
viktualia
 
Beiträge: 2207
Registriert: Mo 4. Jul 2016, 10:29


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon Pitu am Di 1. Jan 2019, 17:16

Guten Morgen Mika ;) Wow, das nenne ich mal fundierte wissenschaftliche Zahlen. Noch dazu ergänzt mit eigener Forschung! :daumen: Vielen lieben Dank für die Infos.

Letztens bin ich hier in der Nähe an 2 Gehegen mit Alpakas vorbeigekommen. Da könnte ich ja mal nachfragen. Auch mit dem Alpaka-Gold würde ich gerne mal experimentieren.

@Viktualia: Danke für den Link zu dem Nanolehm. Ein Video habe ich mir angesehen. Leider gibt es dieses Mittel wohl noch nirgendwo zu kaufen. Scheint aber beeindruckende Wirkungen zu erzielen! Und es ist interessant, daß die Erfindung wieder irgendwie mit Mykhorizza zu tun hat.
Ja, an der Diskussion mit der Schafwolle war ich selbst friedlich beteiligt, daher konnte ich mich ja auch noch daran erinnern... ;)

Mein Boden läßt Wasser sehr schnell ablaufen. Ich habe keine Pfützen und es wäscht mir auch keine Erde davon. Wasser verschwindet sehr schnell, Regenwürmer habe ich auch viele. Aber letztes Jahr war trotz vielem Gießen eben der Ertrag sehr kümmerlich. Wenn ich langfristig Wasser sparen könnte, würde ich das als positiv ansehen. Also möchte ich dieses Jahr mehrere Sachen ausprobieren, um meinen Boden zu verbessern.
Benutzeravatar
Pitu
 
Beiträge: 925
Registriert: Sa 17. Feb 2018, 21:17


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon hobbygaertnerin am Mi 2. Jan 2019, 08:07

Ich komme leider nicht an Schaf oder andere Naturwolle ran,
aber die alten Federbetten waren noch da, man muss die Federn gut mit Erde überdecken, sonst sieht es ziemlich ungepflegt aus, aber ich war erstaunt, wie gut diese Federn dem Boden und dem Pflanzenwachstum getan haben.
Benutzeravatar
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
 
Beiträge: 4754
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon maetens am Do 3. Jan 2019, 23:49

Lehm klumpt immer. Das feine Pulver wird auch Klumpen bilden, sobald es nass wird.

Bei genug Lehm auf der Oberfläche wird sich genau die befürchtete Schicht bilden. Ich hatte eine Fläche mit 10 cm dick Lehm geerbt, die war bei Trockenheit steinhart, bei Regen sofort eine schmierige Rutschbahn. Versiegelter Boden, bei dem Wasser hauptsächlich abläuft. Dort gedieh nur gestrüppartiges Unkraut, das musste ich gründlich umgraben. Beim Verteilen von geringen Mengen, 100 g oder so auf 1 qm, wird es natürlich keine so extremen Folgen haben.

Pulver oder Katzenkörnchen halte ich für egal, weil sich diese Körnchen sowieso auflösen. Sie sind fein genug, um sie zu verteilen, ohne irgendwo eine große Menge auf einem Haufen zu haben, die dann bei Nässe zu einem dicken Klumpen wird.

Ich hatte das eingearbeitet in die obersten Zentimeter. Die Überlegung war, dass es im Bereich der Wurzeln sein soll. Ganz oben könnten sie die gespeicherte Feuchtigkeit nicht erreichen, die würde nur in die Luft abtrocknen. Der Lehm muss in den Boden rein, wenn er was bewirken soll. Zu tief habe ich ihn nicht gemacht, tiefer geht er im Lauf der Zeit von allein.

Den Erfolg kann ich nicht so richtig beurteilen, weil ich diesen Garten bald wieder aufgegeben habe.
Wer im Sommer Weißkohl klaut,
der hat im Winter Sauerkraut!
Benutzeravatar
maetens
 
Beiträge: 47
Registriert: Sa 16. Dez 2017, 02:03
Familienstand: Halbwaise


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon viktualia am Fr 4. Jan 2019, 14:50

maetens hat geschrieben:
Lehm klumpt immer. Das feine Pulver wird auch Klumpen bilden, sobald es nass wird.
Meinst du den "Nano-Lehm"?

Und Pitu, was meinst du mit
Leider gibt es dieses Mittel wohl noch nirgendwo zu kaufen
???
Das ist eigentlich ganz normaler Lehm und so, wie ich es verstanden habe, ging es darum, dass Zeug so fein zu "verwirbeln", dass es halt in die tieferen Erdschichten sinken kann.
The water and clay is mixed on site using the patented process, then traditional irrigation systems such as sprinklers or water wagons are used to spread it across the sandy soil. The individual clay flakes bind to the surface of the sand particles with a Van der Waals binding, significantly increasing the ability of the soil to hold water and nutrients.
(Der Vollständigkeit halber - es geht aber deutlich über mein Begriffsvermögen:https://de.wikipedia.org/wiki/Van-der-Waals-Kr%C3%A4fte)

und das mit den Pilzen war ein "glücklicher Zufall":
.....It wasn’t just that the mixture retained water and nutrients: it was that the mixture of clay and cow manure they used became a catalyst for a particular type of fungus: mycorrhizal fungi
Sorry, ich wollte nicht verwirren, ich dachte halt, die Schwierigkeiten
a- die Verhärtung an der Oberfläche zu vermeiden
(oder, in der Wüste, zu nutzen um die Verdunstung einzuschränken...)
und
b - das Zeug nach unten in den Boden zu kriegen
würden dadurch was klarer.

Meine, rein theoretischen Überlegungen gingen dahin, irgendwas mit Lehmsud zu tränken, z.B.. Holzspäne und das dann zu kompostieren oder einzubuddeln. Mich würde auch interessieren, was Würmer mit Bentonit anstellen; ob in einem Wurmkomposter mit bissl Katzenstreu alles rund läuft.
Benutzeravatar
viktualia
 
Beiträge: 2207
Registriert: Mo 4. Jul 2016, 10:29


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon christine-josefine am Fr 4. Jan 2019, 15:07

ganz eine andere Überlegung:
ich werde mit Katzenstreu ein kleines Wasserbecken - Miniteich auskleiden - ich probier das mal im Miniformat - Salatschüsselgröße

ein Wasserspeicher der anderen Art :holy:
Viele Grüße, Christine mit J
Wait and see!
Benutzeravatar
christine-josefine
 
Beiträge: 2354
Registriert: So 2. Sep 2012, 10:14
Wohnort: 06925 Annaburg
Familienstand: Single


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon Pitu am Fr 4. Jan 2019, 18:02

@maetens: Ja, ich bin tatsächlich ein wenig verwirrt und hab jetzt erst recherchiert, ob Bentonit Lehm ist? Ähm, eigentlich weniger.

Hier ist die chemische Zusammensetzung und die Wirkung von Bentonit ganz gut erklärt:

http://www.steine-und-minerale.de/atlas ... e=Bentonit

Hattest Du von vornherein schon eine 10 cm dicke Lehmschicht in Deinem Garten? Und hast Du dann mit Katzenstreu experimentiert?

Oder bezog sich Dein Post tatsächlich auf den Nano-Lehm?

@Viktualia: So wie ich das mit dem Nano-Lehm verstanden habe, gab es vorher viele Versuche von Wissenschaftlern, Lehm so fein zu pulverisieren, daß es problemlos in tiefere Erdschichten gelangen kann. Ansonsten bräuchte man wohl lt. der Seite/Vortrag 100 kg Lehm, um 1 Kubikmeter Erde aufzubessern. Was vom Aufwand her recht hoch wäre. Und der Erfinder hat wohl irgendwie eine patentierte Methode gefunden, mit der man den Lehm so klein bekommt, daß er mit Wasser eingeschwemmt werden kann. Und dieses Mittel kann man wohl noch nicht käuflich erwerben. Vermutlich wird es noch getestet. Zumindestens habe ich keinen Anbieter dafür gefunden.

@christine-josefine: Und was bezweckst Du mit Deinem Experiment? Vogeltränke? Katzentränke? Bepflanzen mit Teichpflanzen? Mulde als Wasserreservoir neben Nutzpflanzen?
Benutzeravatar
Pitu
 
Beiträge: 925
Registriert: Sa 17. Feb 2018, 21:17


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon Rohana am Fr 4. Jan 2019, 18:16

Bentonit ist kein Lehm, aber der Hauptbestandteil Montmorrilonit als Tonmineral ist in Lehm enthalten.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
 
Beiträge: 3638
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 21:31
Wohnort: Oberpfalz
Familienstand: verpartnert


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon viktualia am Fr 4. Jan 2019, 19:16

Und der Erfinder hat wohl irgendwie eine patentierte Methode gefunden, mit der man den Lehm so klein bekommt, daß er mit Wasser eingeschwemmt werden kann.
Pitu, ich hät´s fast noch editiert und es ist bissl komisch zu beschreiben, aber ich glaube wirklich, dass es "ganz normaler Lehm" ist.
Der Lehm IST schon so klein, das macht die "Töpfereigenschaften" aus - sozusagen.
Das klebrig-haftende, das, weshalb es so schwer ist, die Teilchen "in Lösung zu halten", bis sie halt tief in der Erde sind.
Die werden "verwirbelt", damit sie sich nicht vorher schon absetzen/wieder zusammentun, so wie ich es verstehe, wenn ich an die Matsche denke, mit der ich töpfer, bzw. Tonteile klebe.
("Schlicker" heisst es, wenn man Tonmatsche hat, mit der man Verbindungen zwischen zwei Tonteilen machen kann. Dadurch, dass der "Schlicker" nasser ist, verbindet er quasi die trockeneren Stücke. It sucks.)
Hast du schon mal (wahrscheinlich nicht, aber stell dir vor) ne Tasse mit nem Schlicker-Rest auf die Erde gekippt?
Da sickert das Wassser weg und obendrauf bleibt das allermeiste hängen, ist "sich selber im Weg" beim ablaufen. Und wenn du drin rumwühlen tätest, würden sich die Teilchen an alles haften, was ihnen zwischen kommt und du müstest schon richtig reiben, flach, um ne ordentliche Verteilung hin zu bekommen. Und dann erst könntest du "nach unten" arbeiten", mit der "Mischung" aus Gartenboden und Schlicker.
Das ist der Teil, den die mit dem "Patent" überbrücken:
A single flake of clay in water will thus in reality consist of the solid particle and a cloud of air ions which neutralise the particle, surrounds it and is bonded by the charge of the solid particle.
((0012), ziemlich weit unten).

Hach, sorry, ich wollt kein durcheinander machen, ich hätt doch vorher über´s schlickern schwurbeln sollen, ganz zu Anfang schon.
Dieselbe Eigenschaft, die durch die Verbindung mit der Erde das Wasser hält, erschwert das ("unverbundene") Eindringen in die Tiefe, mechanisch/physikalisch, da wollt ich was beisteuern.

Also erst Matsche mit was mischen, dann unterbuddeln, wenn man es selber machen will, ohne Patent.
Benutzeravatar
viktualia
 
Beiträge: 2207
Registriert: Mo 4. Jul 2016, 10:29


Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Beitragvon Kleinerklaus am Fr 4. Jan 2019, 23:30

ich verwende zur Verbesserung der Wasser- und Nährstoffhaltung meines SANDbodens Katzenklumpstreu (die billigst,gern auch gebraucht), Biokohle, Kalk und Kompost.
Kohle und Katzenstreu werden bereits der Kotgrube der Hühner zugefügt, das bindet erstens den Geruch und zweitens bilden sich keine unerwünschten Klumpen.
Katzenstreu, Kohle und Kalk werden auch mit jeder Strohschüttung in die Rottekammer der Kläranlage gegeben. Bisher habe ich noch nicht bemerkt das die ins Schilfbeet ausgespült werden.
Der Kompost bekommt regelmäßig eine Handvoll Streu, Kohle und Kalk. Da übernimmt, wie auch in der Kläranlage, Familie Wurm die Verteilung. Eine Impfung oder Belebung der Kohle erübrigt sich bei der Verwendung in Hühnermist und Kläranlage und ist mMn. im Kompost zu vernachlässigen.

Beim Kompost sieben gebe ich seit zwei Jahren immer wieder einiges an Katzenstreu und Tongranulat(Seramis) dazu wenn der direkt zum Pflanzen genommen werden soll.

Durch den frühzeitigen Eintrag der Bodenverbesserer bei der Entstehung von Humus entsteht durch die Arbeit der Bodenlebewesen ein rel. stabiler Ton-Humus-komplex, der im Boden auf lange Sicht aktiv ist.

Aber: wie vor mir schon gesagt wurde- nicht von heute auf morgen.
Die Indios haben für die Schwarzerde Jahrhunderte gebraucht.

Kleinerklaus
Benutzeravatar
Kleinerklaus
 
Beiträge: 744
Registriert: Mi 2. Mär 2011, 22:33
Wohnort: Spreeaue bei Cottbus


VorherigeNächste

Zurück zu Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste