Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#21

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » So 30. Dez 2018, 22:49

Ähm, centauri, also ich brauche das für meine Fläche nicht tonnenweise! :flag: Aber vielleicht kann Dein Sohn da ja was für Dich organisieren?

maetens, die Katzenstreu, die ich kenne klumpt in Kontakt mit Flüssigkeit. Ich hab eben die Befürchtung, daß ich dann eine zähe, klumpige Masse obenauf liegen habe. War das bei Dir nicht so? Hast Du die eingehackt/eingegraben? Wie war denn bei Dir der Erfolg?

Das Pulver soll wohl durch Regen leichter in tiefere Bodenschichten gewaschen werden.

smallfarmer, hast Du dann wohl auch einen sehr gut wasserhaltenden Boden? In Deine Gegend zu fahren wäre wohl für etwas Bentonit doch zu unwirtschaftlich. ;)

hobbygaertnerin
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#22

Beitrag von hobbygaertnerin » Mo 31. Dez 2018, 06:54

Hab den Link wegen Reckin deswegen reingestellt, weil er seinen Sandboden ziemlich fruchtbar gemacht hatte. War einer der Ersten, der sich mit der Terra Preta in der Praxis beschäftigt hat. Inzwischen macht er seine Terra Preta altersbedingt so, wie im You tube Video.
Ich mach die Kompostierung mit der Zugabe von Holzkohle deswegen, weil ich nach so vielen Jahren Komposteinsatz im Garten nicht verstanden habe, warum sich da nicht wirklich was sichtbar verbesserte.
Hab neben unserem Garten eine mit Kies aufgefüllte Ödlandschaft zu einem fruchtbaren Gartenparadies gebracht- deswegen schwärme ich für die Terra preta.
Ich hab jetzt keinen speziellen Hacker oder anderes Gerät, um Holzkohle besonders fein zu mahlen, hab mir einen kleinen indischen Ofen gekauft, der mit Hackschnitzeln betrieben, rechtzeitig abgelöscht, Holzkohle produziert. Statt grillen gibts bei uns mehr Kochen mit dem WOK draussen, ich mache alles, was draussen zu kochen ist, damit- auch das Ausschmelzen vom Bienenwachs- und das einzige, auf was ich achten muss, die Holzkohle rechtzeitig zu löschen.
Lösche es meist gleich mit Brennesselbrühe ab oder schütte es in angesetzte Jauche von Hühnermist-
kommt mit der Zeit doch auch ganz schön was an Holzkohle zusammen.
Ich gebe auch nicht genau 10 % Holzkohleanteil dazu, weil auch Lehm und vieles andere dazukommt.
Deke mir immer, die Leute, die die Terra Preta vor vielen Jahrhunderten herstellten, hatten auch nur das verwendet, was so im Alltag anfiel.
Muss diese Völker bewundern, die hatten eine perfekte Entsorgung ihres Biomülls in fruchtbare Erde, die auch nachwächst geschaffen.
Bei uns wurden um diese Zeit die Nachttöpfe auf die Strassen gekippt und sorgten für Krankheiten und Gestank.Und dann schipperten sie in diese Länder und wollten die "Wilden" bekehren.
Man hat in velen Ländern Holzkohle gefunden, scheint sich doch irgendwie in das Alltagsbewusstsein der Menschen geschlichen zu haben.
Das ist es, was mich fasziniert, wie man mit einfachen Möglichkeiten seinen Garten vereinfachen, verbessern kann.

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Mika
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#23

Beitrag von Mika » Mo 31. Dez 2018, 13:00

Wie wäre es mit Alpakawolle? Ist ein guter Wasserspeicher und zusätzlicher Dünger. Nicht alle Qualitäten eignen sich für Filzpatschen oder Wolle :mrgreen: Abfall beim Scheren gibt es genug.

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#24

Beitrag von ina maka » Mo 31. Dez 2018, 13:07

Seit ich diesen thread entdeckt hab, denke ich, wie komisch das doch ist....
Also unser Boden hält das Wasser gut - für manche Kulturen zu gut und mein Mann wollte Sand unterarbeiten, damit das besser wird.
Aber irgendwie dachte ich, da kann man den Sand noch so tief unterarbeiten, unten bleibt der Boden ja doch dicht. :im:
Wir haben über dieses Thema sogar echt gestritten :pft:
Und dann hat er Sand eingearbeitet - gar nicht wirklich tief.
Und es hat viel geholfen!!
weiß nicht, warum, aber der Boden (das Bodenleben, die Pflanzen selber?) haben sich dann die Feinarbeit selber gemacht.
Von dem her denke ich, Bentonit und/oder Lehm hilft auch, wenn er in Wahrheit zu wenig tief eingearbeitet wird.
Terra Preta sicher auch, aber das geht nicht wirklich sofort
- Humusaufbau und Terra Preta und Bentonit??

Wie gesagt, ich halte Windschutz für absolut wichtig. Wir sorgen bei uns dafür, dass der Wind "durchblasen" kann, das trocknet den Boden oberflächlich ziemlich aus.
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.
Jean Paul
John Trudell - Take back the Earth

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#25

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mo 31. Dez 2018, 13:24

Danke Mika, Schafwolle habe ich dieses Jahr 1 Sack von meinen Nachbarn geschenkt bekommen. Das wollte ich mal bei den Kartoffeln ausprobieren. Hm, Alpakas gibt es hier im Dorf auch, aber die Leute kenne ich (noch) nicht. Alpakamist soll gut für den Garten sein als Dünger.

Ina, mein Garten hat ein sehr gutes Kleinklima. Rundherum Büsche, Bäume, Erdwall und Häuser genug weit weg. Und ich lasse auch höhere Pflanzen im Garten stehen und räume die Beete nicht ab im Herbst als Windschutz und für die Tierwelt. Erstaunlicherweise hat meine Nachbarin 100 m weiter und ca. 5 Meter höher, aber direkt am Ackerrand oft Frost und bei mir ist nix.
Aber der Boden ist eben lehmiger Sand. Auf der Agrarbodenkarte ist die Ecke hier auch nicht besonders gut eingruppiert. Eben Sand und Sandsteinschichten. Dafür haben wir Gewölbekeller, die aus dem Sandstein rausgehauen sind.
Und Möhren, Rettiche, Spargel usw. gedeihen bei mir super. :)
Kohl und Kartoffeln sind bei mir dann nicht so üppig wie anderswo. Sumpfbedürftige Pflanzen kann ich auch vergessen.

Aber nach dem letzten extrem trockenen und heißen Jahr wäre es bestimmt von Vorteil, wenn der Boden etwas besser Wasser halten könnte. Meine Zuckererbsen waren verzwergt, der Zuckermais verdorrt. Immerhin regnet es die letzten Wochen kräftig, so daß das Grundwasser wieder gut aufgefüllt sein sollte.

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Mika
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#26

Beitrag von Mika » Mo 31. Dez 2018, 14:07

@Pitu: Schafswolle ist auch okay, hat aber im Gegensatz zu Alpakawolle einen deutlich höhern pH-Wert. Manche Pflanzen mögen das überhaupt nicht. Ich habe gute Erfahrungen mit Alpakavlies bei Tomaten, Chili, Paprika gemacht. Einfach die Jungpflanzen mit den Wurzeln in eine handvoll Alpakawolle setzen und gut ist's.

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#27

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mo 31. Dez 2018, 14:28

Mika, echt, Alpakawolle hat einen anderen PH-Wert als Schafwolle? Hast Du da Zahlen dazu? Hab ich mich noch nie mit beschäftigt, gebe ich zu. Normalerweise hätte ich gedacht, daß Wolle immer dieselbe chemische Zusammensetzung hat... Ähm... Wegen dem Wollfett? Haben Alpakas weniger Fett in der Wolle?
Magst Du es mir erklären?

Griseldis

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#28

Beitrag von Griseldis » Mo 31. Dez 2018, 14:50

Pitu hat geschrieben:Wegen dem Wollfett? Haben Alpakas weniger Fett in der Wolle?
Alpakawolle ist fettfrei. Zahlen hab ich keine und erklären kann ich es auch nicht. Wissen tu ich es, weil ich spinne. ;) Lanolin, Wollfett kommt meines Wissens nach nur auf Schafwolle vor.

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#29

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mo 31. Dez 2018, 19:47

Danke Griseldis. Aber kann es sein, daß nur das Lanolin so sehr den PH-Wert verändert?
Ich hatte mal recherchiert. Schafwolle hat scheinbar einen PH-Wert zwischen 8,5 und 9,5.
Den Wert von Alpaka konnte ich bisher noch nicht ermitteln.

Wolle muß ja aber jedes Jahr neu in die Erde oder? Ich meine, daß Zacharias geschrieben hat, ihre Wolle in der Erde wäre im Herbst schon ziemlich "aufgefressen" von den Pflanzen. Gewebill hatte hier mal geschrieben, daß man sich mit Wolle Drahtwürmer in den Boden holen würde.
Bisher konnte ich dafür aber auch noch keine plausible Erklärung finden ... Hm, es bleibt spannend! :)

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Mika
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#30

Beitrag von Mika » Di 1. Jan 2019, 13:58

So bin wach ;)
Also Apakawolle hat einen pH-Wert von 7,5 bis 8. Ich habe das gemessen, weil es irgendwie keine Daten dazu im Internet gibt. Messung war wie folgt: Alpakahaare werden verbrannt und in diesen Rauch wird der pH-Meßstreifen gehalten.
Pflanzenverfügbare Nährstoffe bei Alpakawolle: Kohlenstoff (47%), Stickstoff (16%-17%), Schwefel (4,2%), Kalzium (0,09-0,12%) und Phosphor (0,017-0,023%) (nicht meine Analysen, das hat praktischerweise schon jemand gemessen :mrgreen: ).

Ja, jedes Jahr muß die Wolle neu hinzugegeben werden, da die Pflanzen im Laufe der Zeit das "aufzuzeln".
Drahtwürmer hatte ich noch nie, kann ich jetzt so nicht bestätgen, habe aber auch alles in Kübeln.

Basilikum liebt das Zeug übrigens.

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