Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

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65375
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#11

Beitrag von 65375 » So 30. Dez 2018, 09:57

Längerfristig: Meine Eltern hatten Pfirsichbäume im Gemüsegarten stehen. Die haben den sehr sandigen Boden ausreichend beschattet, aber eben nicht verdunkelt.

Mulchen verhindert ganz wunderbar die Verdunstung, evtl. einfach Pappe auslegen und an den Pflanzstellen Löcher machen.

Manuela
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#12

Beitrag von Manuela » So 30. Dez 2018, 10:27

Ich hab mit Holz-/Pflanzkohle sehr gute Erfahrungen gemacht. Hab hier schweren Lehm/Tonboden. Kohle ist ja auch Bestandteil der TerraPreta.
Die Kohle mach ich selber, in dem ich, wenn Buche- oder Fichtenholz im Ofen ist, glühende Stücke raus nehme und in einem Eimer Wasser mit EMs ablösche. Anstatt EMs geht natürlich auch alles an Jauchen, etc. Abgekühlt schütte ich es durch ein Fliegennetz ab. Die Flüssigkeit nehm ich zum gießen. Das Netz bind ich zu einem Säckchen zusammen, lass es noch etwas abtropfen und trete dann solange drauf rum, bis ich feinkrümelige Kohle, fast Pulver habe. Das hacke ich dann in die Erde ein. Die Kohle sollte immer feucht sein, sonst wirkts erstmal rückwärts und saugt das Wasser aus der Erde.

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#13

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » So 30. Dez 2018, 11:33

Vielen Dank für Eure Antworten!

@Hildegard, das Wasserspeichergranulat finde ich nur als Polyacrylat. Das möchte ich nicht unbedingt im Garten unterbuddeln. Kennst Du da auch eine Öko-Version davon? Aber es erinnert mich daran, daß irgendwer hier Im Forum mal das Granulat aus Inkontinenzwindeln verwendet hatte als Wasserspeicher? :hmm:

@hobbygaertnerin: Sand brauche ich nun nicht unbedingt noch einarbeiten. ;) Oder ist mit Deinem Steinsand was anderes gemeint? Urgesteinsmehl würde ich aber auf jeden Fall weiterhin verwenden als Ergänzung. Meintest Du das mit Steinmehl?
Nachtrag: Hab gerade nachgesehen beim Landhandel. Falls Du das Lu_zian Steinmehl meinst. Das enthält ja hauptsächlich Kieselsäure und ein paar Tonmineralien. Interessant! Müßte ja aber in kleinerem Rahmen dann auch mit Schachtelhalm funktionieren, oder?

@65375: Ja, meine kompostierbare Mulchfolie würde ich auch weiterhin verwenden. Aber die funktioniert nicht bei allen Nutzpflanzen. Möhrchen, Radieschen und Hülsenfrüchte ist die Folie z.B. nicht so gut verwendbar. Bei Kürbis, Zucchini, Nachtschattengewächsen funktioniert die Folie super. Untersaaten versuche ich auch zu verwenden wie Perserklee, Erdklee, Kapuzinerkresse.
Aber letztes Jahr haben selbst einige Pflanzen schlapp gemacht, die sonst gut durchhalten. Bei Gurken arbeite ich auch gezielt mit Schatten, in dem ich z.B. Baumspinat oder Melde auf die Südseite vom Beet davor pflanze, damit die Gurken die pralle Mittagssonne nicht abbekommen.

@Centauri, schnöder Lehm wäre natürlich auch eine Idee. Fräst Du den dann unter? Hast Du schon mal an Bentonit gedacht?
Interessant wäre ja ein Vergleichsanbau: 1 Beet nur mit Lehm, 1 Beet mit Bentonit, dieselben Pflanzen drauf, selbe Gießmengen. Und dann schauen, in welchem Beet die Pflanzen öfter die Blätter hängen lassen?

@Manuela: Ja, Du hast Recht Pflanzenkohle soll wohl auch sehr gut das Wasserhaltevermögen verbessern. Die Kohlestückchen aus dem Kaminofen habe ich aber bisher immer erstmal über den Kompost in den Garten wandern lassen. Glücklicherweise habe ich aber endlich das vermaledeite Eichenbrennholz komplett verschürt. Da haben sich immer Kohlestückchen gebildet. War nicht gut für meinen Kamin. Die Buche brennt wesentlich rückstandsloser. Warum löscht Du denn die glühenden Stücke ab? Grillst Du damit nicht Deine EMs?
Hast Du mit Deiner Kohle schon Verbesserungen im Boden/beim Wachstum bemerkt?

centauri

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#14

Beitrag von centauri » So 30. Dez 2018, 12:04

@Pitu
klar hab ich auch schon an Bentonit gedacht. Nur bei einem Preis von ca. 400 €/to im Big Bag ziehe ich den Lehm vor.
Dafür bekomme ich dann 40 to Auelehm frei Haus geliefert. Und da ich erst mal mit 1000 m² anfangen möchte ist das ja kein Pappenstiel und die günstigere Variante.
Ich würde da erst mal 5 cm Lehm mit dem Bagger verteilen und dann einfräsen. Danach würde ich 10 cm Kompost auftragen und diese wiederum einfräsen. Denke mal das funktioniert so am besten. Aber muss auch zugeben, "Versuch macht kluch". Aber ich denke schon das dies der beste Weg ist die Sandwüste dort hinten auf zu werten da im hinteren Bereich so gut wie gar kein Humus vorhanden ist. Also kaputt machen kann ich dort gar nichts. ;)

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#15

Beitrag von hobbygaertnerin » So 30. Dez 2018, 12:10

@Pitu,
wir verwenden Biolit als Mehl und in gröberer Vermahlung als Sand- also keinen gewöhnlichen Sand. Kommt als Mineralienlieferant in den Mist usw.
Mir fällt gerade der Name nicht ein, es gibt oder gab einen Mann im Osten, der mit der Terra Preta seinen Sandboden äusserst erfolgreich aufgewertet hat. Ist mir wieder eingefallen
Dr. Jürgen Reckin
https://www.youtube.com/watch?v=1x3IgBJm57Y
Hab den Film von Reckin reingestellt, weil der zeigt, dass auch ein Sandboden verändert werden kann. Dauert aber auch trotzdem eine Weile. Im Boden geht nie was mit sehr schnell.
Bevor ich solche Mengen Bentonit verwenden würde, würde ich mir lieber Terra preta machen. Hat den Vorteil, dass die Kohle auch ein guter Speicher für Nährstoffe ist. Aber sie kommt nur in aufgeladenen Zustand unter den Kompost.
Wobei ich beim Herstellen von Terra Preta im Kompost auch immer Lehm dazugebe, der speichert auch. Kommt auch noch Algenkalk dazu, Hühner. Tauben und Kaninchenmist, Gartenabfälle, versuche ein sehr breitgefächertes Menü für die Bodenbakterien zusammen zu bringen. Kleingeshredderte Hackschnitzel aus Laubholz, Eischalen, dünne Schicht Holzasche, was halt in Haus und Rundherum so anfällt, wird im Terra Pretakompost verarbeitet.
Hab ein Stück echtes Ödland in ein wachstumsfreudiges Gartenstück umgewandelt. Nächstes Jahr bekommen die Obstbäume auch von der Schwarzerde was ab.

Manuela
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#16

Beitrag von Manuela » So 30. Dez 2018, 13:27

@ Pitu
die Kohle hol ich glühend raus, weil ja sonst -fast- nur Asche bleibt ;) Wenn ich da mit der Kaminschaufel etwas raushole, wird das Wasser nicht sooo heiß. Es dauert ja dann auch wieder bis die nächste Portion rein kommt. Evtl. meinst du wg. dem "abkühlen lassen"? War vlt. nicht richtig ausgedrückt......zum vollsaugen lassen wär besser gewesen :)
Vergleiche hab ich nicht wirklich, weil ich das von Anfang an so gemacht habe. Was deutlich sichtbar ist, ist die Konsistenz der Erde. Sie ist viel krümeliger geworden. Mittlerweile wachsen auch Möhren gut. Da ja immer noch Kisten ( Hochbeete ;) ) dazu kommen, sieht und spürt man schon ganz deutlich, wie von Jahr zu Jahr die Erde sich verändert :)
Da ich ja ganzjährig aus meinem Garten ernte, nichts zukaufen muss, stelle ich fest, es funktioniert :) ohne zu wissen wie es anders gemacht, gewesen wäre ;)
Kohle sollte meines Wissens nach auch, wie Hobbygärtnerin schreibt, nur "geladen" in den Kreislauf, weil sie ja, wie ein Schwamm, alles aufsaugt. Deshalb nimmt man Kohle ja auch bei Durchfall ;) Wie, und wieviel die Kohle wann wieder abgibt...... :aeh:

PS: korrekter Weise: Kartoffeln muss ich dieses Jahr zukaufen und neulich hab ich mir ein Netzchen Clementinen gegönnt ;)

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#17

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » So 30. Dez 2018, 20:44

@centauri: Na, Du hast ja eine viel größere Fläche als ich. Ich glaube, ich werde das doch mal mit dem Bentonit probieren dieses Jahr. Hab jetzt Agrar-Bentonit in Pulverform gefunden.
25 kg für 30 Euro.
Dafür braucht man weniger als bei dem aus dem Gartencenter (der noch teurer wäre). Bei 150 g pro qm wäre meine ganze Gemüse- und Beerenfläche mit einem Sackerl versorgt. Mal sehen, ob ich das irgendwo hier in der Nähe im Landhandel herbekomme? Nachdem ich ja in einer recht sommertrockenen Ecke wohne und das Klima sich ja noch ändern könnte in Zukunft ;-) schadet das Bentonit bestimmt nicht. Für Lehm müßte ich weiter fahren.
Berichte doch mal, ob Deine Pflanzen dann mit Lehm besser gedeihen als in den Jahren vorher. Mußt Du den Kompost einfräsen? Ich verteile den ja dann einfach nur oben auf der Beetoberfläche ohne den einzuarbeiten. Für mich ist das irgendwie plausibler, weil in der Natur ja auch alles an der Oberfläche verrottet ohne groß Unterbuddeln. Bin aber auch ein großer Fan von Charles Dowding.

@hobbygaertnerin: Danke für das Video. Der Herr Doktor ist ja echt schnuckelig! :) Übernächstes Jahr kann ich es ja dann auch noch mit Terra Preta probieren.
Für 2019 habe ich mir auf jeden Fall fest vorgenommen, ganz viel für meinen Gartenboden zu tun. Komposttee will ich auch mal ausprobieren. Mulchen mal sehen, ob ich genug Masse dafür herbekomme. Biolit ist aber bei meinem Sandboden vermutlich doch nicht ganz das Richtige. Dann würde ich eher versuchen, mehr mit Schachtelhalm zu machen.

@Manuela: Das freut mich sehr für Dich, daß es mit Deiner Selbstversorgung jetzt so gut klappt und Du gut zurechtkommst! :)

Ich habe mit dem Ablöschen der glühenden Holzstücke nur das Bild vor Augen von Dampf, Zischen und Dich mittendrin. :shexi:
Hätte halt gedacht, daß Kochen für Mikroorganismen nicht so das Beste ist? Aber wenn das bei Dir schon seit Jahren so funktioniert, wird das schon passen!
Mein Ofen und Kamin macht aus Eiche ganz ohne mein Zutun Kohle. :aeh:

Wie kriegt Ihr denn die Kohle dann so fein? Hammer? Mühle? Häcksler?

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maetens
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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#18

Beitrag von maetens » So 30. Dez 2018, 21:07

Der Gartenbentonit wäre mir zu teuer. Ich hab den Verdacht, dass da auch nichts Besseres drin ist als im Katzenstreu.

Mit Katzenstreu hab ich mal experimentiert, bei der Nobelmarke "ja!" gab es welches ohne wohlriechende Parfümierung. Gekostet hat das 2,99 für 10 kg oder so. Das ist in kleinen Körnchen, so ungefähr wie Buchweizen, es lässt sich gut dosieren und verstreuen. Welchen Vorteil ein feineres Pulver haben sollte, kann ich mir nicht vorstellen.
Wer im Sommer Weißkohl klaut,
der hat im Winter Sauerkraut!

centauri

Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#19

Beitrag von centauri » So 30. Dez 2018, 21:41

Bentonit wird ja auch im Tiefbau eingesetzt. Vor allem im Spezialtiefbau bei Bohrungen und beim Schlitzwandbau wird es massenhaft eingesetzt. Mein Sohnemann ist Bauleiter im Spezialtiefbau. Den werde ich mal fragen zu welchen Konditionen er Bentonit ordern könnte. Die verbauen sowas Tonnenweise.
@Pitu
den Kompost werde ich oberflächlich einarbeiten.

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Re: Wasserhaltefähigkeit des Bodens erhöhen: Bentonit?

#20

Beitrag von smallfarmer » So 30. Dez 2018, 22:14

Wir haben hier in der Nachbarschaft eine Bentonitgrube , die bauen das Zeug im Tagebau ab.
Die Zeit für das Glück
ist Heute, nicht Morgen.
David Dunn

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