Market Garden: Kompostintensive Ansätze

Pastinake

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#11

Beitrag von Pastinake » Do 30. Nov 2017, 00:15

Danke Centauri, hab mal mit Postleitzahl gesucht, da kommt ein Baumarkt aus dem nächsten Bundesland bei raus. Aber ich könnte mich nochmal genauer erkundigen.
Bzw. hat eine Freundin von mir im Nachbarlandkreis schon gemeint, daß es bei ihr viel billiger wäre. Vielleicht sollte ich mich einfach mal mehr umhören?
Bzw. wäre der Kompost lose ja viel billiger, aber wann sich das mit Anhängerkupplung und Anhänger mit Stellplatz amortisieren würde?? ;)

Echt, bei Euch ist das kostenlos? Das ist ja ein Ding! Na, ich will mich nicht beschweren, bei meinem vorherigen Wohnort war der Kompostsack noch teurer. Und was ich hier genial finde, ist das der Kompostplatz jederzeit zugänglich ist. Da war ich am Anfang oft abends um 8 noch beim Grüngut, um Äste wegzubringen ...

centauri

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#12

Beitrag von centauri » Do 30. Nov 2017, 06:37

@Pastinake
man könnte aber auch einfach ein Transportunternehmen anrufen.
Die liefern auch Kompost zum Einkaufspreis und wissen wo es den in Deiner Nähe gibt.
Manche Unternehmen haben den auch gleich lose auf ihrem Platz liegen.
@Dyrsian
das wäre schön wenn er gar nix kosten würde. Da hätte ich bestimmt schon eine Abfüllanlage. :)
Obwohl das würde sich bei unserem Preis schon lohnen wenn ich den an Pastinake verkaufe. :pfeif:

Sarek
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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#13

Beitrag von Sarek » Do 30. Nov 2017, 12:32

Interessant: Auch in meiner Heimat ist Kompost für den Privatgebrauch kostenlos.

Vielen Dank schon einmal für die Links.
Dort heißt es ja, dass die Nährstoffe langsam abgegeben werden.

Aus meiner Sicht sind hohe Kompostzugaben vor allem durch die mögliche Auswaschung ein Problem.
Laut Perkins und anderen Farmen sei dies aber kein massives Problem. N

Hierzu mal ein Gedankengang:
Perkins, Martin u.a. arbeiten in der Anbauzeit mit sehr engen Reihenabständen. In dieser Zeit ist der Boden also mit Pflanzen intensiv bedeckt und die Auswaschung begrenzt.
In der vegetationsfreien Zeit werden die Beete mit Planen abgedeckt. Ebenfalls begrenzte Auswaschung.
Bleibt letztlich also die Phase im Garntenjahr, in der die Pflanzen noch relativ klein sind.

Insgesamt also ein deutlich kleineres Fenster der Auswaschung als bei einem regulären Gemüsebetrieb.
Vielleicht ist dies (auch) ein Grund für die positiven Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen?

Was meint ihr?
Grüße
Sarek

Pastinake

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#14

Beitrag von Pastinake » Do 30. Nov 2017, 15:22

Ach wie gemein, jetzt bin ich noch deprimierter... :voodoo: Also gut, ich werde mal in den Nachbarlandkreisen rumfragen. Könnte mir vorstellen, daß es in der Stadt schwieriger ist, die Unmengen Kompost aus den Biotonnen irgendwo unterzubringen. Kann es damit zu tun haben?
Ich nehm ja schon öfter was mit vom Grüngutplatz wie Laub, hübschen Rasenschnitt, Blümchen, Zimmerpflanzen, Tannennadeln usw. Oder ich muß doch mehr selbst kompostieren? Mittlerweile habe ich 9 Kompostbehälter a 1 qm. Aber tonnenweise wird das so nix...

Sarek, gab es denn Grundwasseruntersuchungen bei den von Dir genannten Market Gardenern? Hast Du dafür ne Quelle?
Bei dem einen Video mit den Planen (oder Vlies?) hab ich mir auch gedacht, daß da die Erosion und der Unkrautbewuchs verhindert wird.

Bei Dowding habe ich noch nichts zu dem Thema gelesen. Nur: Im Kompost ist Stickstoff so fest gebunden, daß sich nix auswaschen soll. Was ich bisher herausgefunden habe, daß Kompost die Düngung wesentlich langsamer abgibt im Rahmen von 3-5 Prozent jährlich.

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Manfred
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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#15

Beitrag von Manfred » Do 30. Nov 2017, 15:37

Da spielen ja eine Menge Faktoren zusammen.
Mir ging es oben nur um die Düngeverordnung.
Weder Richard noch centauri werden diese Mengen jedes Jahr ausbringen.
Da ging es darum, einen relativ armen Boden auf schnellstem Weg für den Gemüseanbau fit zu machen.
Die enthaltene Menge N wird natürlich nicht schlagartig freigesetzt. Dafür muss erstmal die organische Masse mineralisiert werden.
Und selbst wenn sie schnell freigesetzt würde, gelangt sie idR nicht so schnell ins Grundwasser, dass man dort jetzt schon etwas messen könnte.
Das ist ja eines der Probleme, die mir mit den N-Frachten in D haben, dass dort teilweise jetzt Zeug im aus der Tiefe geförderten Grundwasser ankommt, das vor 30 bis 40 Jahren mal verstreut oder sonstwie freigesetzt wurde. Das ist je nach Bodenverhältnissen und der Tiefe der genutzten Grundwasserschicht extrem unterschiedlich.
Und wenn da ein gewisser Grundwasseraustausch herrscht, kommt es evtl. trotz Einträgen nie zu einer relevanten Erhöhung, weil das zuströmende Wasser von den oberhalb liegenden Flächen evtl. eh wenig N enthält.

Dazu kommt: Der Stickstoff aus dem Kompost wird zumindest bei Richard wohl nicht die einzige N-Düngung sein. Für so einen relativ intensiven Gemüsebau kommen wohl weitere N-Lieferanten zum Einsatz. Hornspäne, Blutmehl, Extraktionsschrote etc.

Will nur sagen:
Würde man die Düngeverordnung, an die sich die Bauern halten müssen, auf Hausgärten anwenden, dann würde mancher auf die Bauern schimpfende Gärtner sein blaues Wunder erleben.

Pastinake

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#16

Beitrag von Pastinake » Fr 1. Dez 2017, 00:40

Manfred, sooo lange kann es dauern, bis Oberflächenwasser mit Düngung im Grundwasser ankommt? Das hätte ich nicht gedacht. Danke, wieder was dazugelernt!
Ich wollte demnächst sowieso mal mein Brunnenwasser analysieren lassen. Aber der Brunnen liegt oberhalb von meinem Nutzgarten und das Wasser fließt vom teils klärschlammgedüngten Acker oberhalb von meinem Grundstück nach. Mein Garten ist minimal abschüssig. Also um die Auswirkungen meiner eigenen Kompostdüngung analytisch zu erfassen, müsste ich theoretisch Wasser vom Brunnen meines Nachbarn unterhalb nehmen.

Ja, Du hast sicher recht, daß Hausgärtner ohne Kontrolle und Vorschriften oft mehr düngen als Bauern. Deswegen würde ich ja -so wie Sarek- gerne wissen, ob es eine maximale Kompostmenge gibt, die dann schädlich wirkt?

Dowding verwendet ja auch tierisch-gedüngte Komposte. Der Kompost, den ich bisher gekauft habe, wird ja nur aus Grüngut vom Landkreis gewonnen ohne tierische Zusätze.
Aber es ist eine gute Anregung, mal nachzufragen, ob die Kompostierfirma chemische Analysen macht und mir genauere Gehalte nennen kann?

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#17

Beitrag von Oelkanne » Fr 1. Dez 2017, 10:11

Will nur sagen:
Würde man die Düngeverordnung, an die sich die Bauern halten müssen, auf Hausgärten anwenden, dann würde mancher auf die Bauern schimpfende Gärtner sein blaues Wunder erleben.
:daumen:
Die Düngerverordnung gilt für alle die Düngemittel auf landwirtschaftlich genutzten Flächen anwenden.
Im Sinne dieser Verordnung sind:
1.
landwirtschaftlich genutzte Flächen:
pflanzenbaulich genutztes Ackerland, gartenbaulich genutzte Flächen, Grünland und Dauergrünland, Obstflächen, Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen, weinbaulich genutzte Flächen, Hopfenflächen und Baumschulflächen; zur landwirtschaftlich genutzten Fläche gehören auch befristet aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen, soweit diesen Flächen Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel zugeführt werden;
https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_ ... E000300000
Landwirte, Hausgärtner, SVler... alle eben.
Kontrolliert wird aber nur bei den Landwirten,
bei allen anderen ist es (leider) unkontrollierbar.
Aber es ist eine gute Anregung, mal nachzufragen, ob die Kompostierfirma chemische Analysen macht und mir genauere Gehalte nennen kann?
Diese Analysen müssen sogar gemacht werden bevor der Kompost ausgebracht wird,
idr ist das ein Service des Herstellers
wenn nicht,das kann jeder selber machen z.b. bei der LUFA Speyer.

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#18

Beitrag von ina maka » Fr 1. Dez 2017, 11:31

@Ölkanne: es ist fürs Gesetz schon ein Umterschied, ob man als Hobby oder zur Selbstversorgung Gemüse anbaut (oder Tiere züchtet) oder ob man das gewerbsmäßig macht!
Manche Dinge darf man ohnehin nicht ohne Sachkundenachweis kaufen und ja: wenn es um den Umweltschutz geht, sollten alle kontrolliert werden, aber so ganz egal ist es dem Gesetzgeber eben doch nicht, ob man Bauer oder SVler ist! ;)

@Manfred: filtert der Boden denn "da unten" gar nicht mehr? :hmm:
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#19

Beitrag von Oelkanne » Fr 1. Dez 2017, 11:42

ina maka hat geschrieben:@Ölkanne: es ist fürs Gesetz schon ein Umterschied, ob man als Hobby oder zur Selbstversorgung Gemüse anbaut (oder Tiere züchtet) oder ob man das gewerbsmäßig macht!
Manche Dinge darf man ohnehin nicht ohne Sachkundenachweis kaufen und ja: wenn es um den Umweltschutz geht, sollten alle kontrolliert werden, aber so ganz egal ist es dem Gesetzgeber eben doch nicht, ob man Bauer oder SVler ist! ;)

@Manfred: filtert der Boden denn "da unten" gar nicht mehr? :hmm:
Nein, die DüV unterscheidet nicht zwischen "gewerbsmäßig" oder privat.
Einen Sachkundenachweis bedarf es für den Pflanzenschutz,
Düngemittel darf jeder LKW weiße kaufen...

hobbygaertnerin
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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#20

Beitrag von hobbygaertnerin » Fr 1. Dez 2017, 13:23

Ich hab ein Buch von Gerald Dunst über den Humus, habs derzeit ausgeliehen, da war ein Artikel, dass er mit den Landwirten ein Projekt gemacht hat, um mit Terra Preta Humus aufzubauen. Die Bauern haben alle Selbstanzeige bei... weiß nicht mehr genau wo- gemacht, weil sie - um auf den ausgewiesenen Flächen Humus aufbauen zu können- in Konflikt mit der guten fachlichen Praxis gekommen wären.
Wäre für mich höchst interessant, ob es Unterschiede vom Nitratgehalt im Grundwasser bei verschiedenen Humusprozenten im Boden gäbe oder gibt?

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