Market Garden: Kompostintensive Ansätze

centauri

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#21

Beitrag von centauri » Sa 2. Dez 2017, 08:18

Ist schon so wie Manfred schreibt. Bei uns wird mit Sicherheit nicht jedes Jahr soviel an Kompost drauf geschmissen. Ab nächstes Jahr werden sowieso immer wieder mal Bodenanalysen gemacht.
Und dementsprechend wird dann gedüngt. ;)

centauri

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#22

Beitrag von centauri » Sa 2. Dez 2017, 09:02

Habe da vielleicht einen guten Ratgeber für den Bio- Landbau. Da wird so ziemlich alles beschrieben was mit der Nährstoffversorgung zu tun hat. Ist eben für den Profibereich, aber dem Laien schadet es natürlich auch nicht. ;)
https://www.hauert-profi.de/fileadmin/u ... engung.pdf

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#23

Beitrag von Dyrsian » So 24. Dez 2017, 11:19

Wie ich hörte, wird in der Düngeverordnung nicht zwischen organischem oder mineralischem Dünger sowie Gülle unterschieden, sondern es werden rein die N - Mengen betrachtet. Das wäre nun ein absoluter Schwachsinn, weil die Nährstoffe im Kompost ja gebunden sind und nur sehr langsam freigesetzt werden. Durch das Aufbauen humusreichen Oberbodens kann man nicht nur das Pflanzenwachstum verbessern, sondern auch die Wasserhaltefähigkeit erhöhen sowie eine Menge CO2 binden. Das wird aber niemals gelingen, wenn man nur die nach Düngeverordnung erlaubten Mengen aufbringt.
Ich kann in meinen Beeten sehen, dass in den vergangenen 5 Jahren etwa 5 cm Boden aufgebaut worden sind, d.h. die Beete werden immer höher. Das sehe ich an den Wegen. Ich habe aber nicht die gewaltigen Mengen an Kompost aufgebracht die in den Market Gardening Ansätzen verwendet werden.
Der schwere Tonboden wird auch lockerer und es bilden sich weniger Risse. Dieses Jahr werde ich wie gesagt auf einem Feld mal eine richtig große Dosis aufbringen und dann beobachten wie es läuft.

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#24

Beitrag von Dyrsian » Mi 25. Apr 2018, 20:13

Hat einer nochmal was über Nähstoffauswaschung bei dieser Art zu gärtnern gehört? Phosphatüberschuss soll ja ein großes Problem sein.
Sonst quäle ich mich am WE mal durch eine wissenschaftliche Suchmaschine. Tät mich schon interessieren. :hmm:

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#25

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mi 25. Apr 2018, 23:45

Au ja, quäl Dich mal bitte! ;)
Ich hab nämlich auch wieder einige (teure) Säcke mit Kompost hier, die ich in den nächsten Tagen verteilen will...
Und über die Phosphatproblematik habe ich auch noch nicht soviel herausfinden können in dem Zusammenhang.

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#26

Beitrag von MeinNameistHASE » Do 26. Apr 2018, 08:40

Phosphat ist im Boden eines der am wenigsten löslichen Nährelemente. Eine Auswaschung findet quasi gar nicht statt. Phosphataustrag resultiert meistens aus Erosion (Wind und Wasser). Im Garten würde ich mir deswegen keine Gedanken machen, da wir ja meistens eine verhältnismäßig gut bedeckte Erdoberfläche haben.

Zur DüV: 510kg Stickstoff aus Kompost innerhalb von 3 Jahren sind zulässig. Frag mich bitte nicht, wie sich diese Grenzen berechnen und welche Abbauraten dafür angesetzt werden :aeh: Der Bodenaufbau gelingt trotzdem, nur nicht ganz so schnell. Dafür ist auch die ausgewaschene Menge Nitrat niedriger ;)
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze - mineralisch ausgewogen?

#27

Beitrag von althea » Di 14. Apr 2020, 11:57

Grüß euch,

nach längerer Abwesenheit und wetterbedingter Bildschirmaktiväten lese ich mich hier quer durch einige Threads:

Da es mir insbesondere Richard Perkin's Regenerative Agriculture angetan hat frage ich einmal in die Runde, vielleicht weiß jemand hier bescheid?

Die Kompostmulche in der intensiven Gemüsegärtnerei sind ja logisch und wichtig, nur fehlt mir persönlich der Hinweis auf die mineralische Komponente!
Mich würde interessieren, ob Richard den Kompost analysieren hat lassen, sagt er irgendwo woraus der Kompost zubereitet wird, oder ob er Steinmehl zugibt?
Laub/Astkompost könnte ev. Mineralstoffmangel ausgleichen, ja.

Es langt ja nicht nur auf NPK zu achten, gesunde Pflanzen brauchen ja auch ein ausgewogenes mineralisches Angebot - oder zumindest der Konsument, der von diesen Pflanzen lebt.
Sonst wäre da ja wieder nur ein rascher Umsatz ohne viel Gehalt, ähnlich dem konventionellen Gemüsebau.

LG
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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#28

Beitrag von Dyrsian » Mi 15. Apr 2020, 15:38

Also die Franzosen von dieser unaussprechlichen Farm (La Ferme du Bec Hellioun oder so) nutzen wohl auch Brennesseln. Die sind ja als Mineralstoffpumpen bekannt, holen Mineralien aus den unteren Bodenschichten nach oben.
Meistens sind ja nicht unbedingt die Mikronährstoffe das Problem - die kommen ja im Boden natürlich vor - sondern eher K und Mg. In früheren Zeiten werden sie Holzasche ausgebracht haben um das auszugleichen, da hat man häufig auch gleich ein bisschen Kohle dabei die dem Boden zusätzlich gute Eigenschaften verleiht (Stichwort Terra Preta). Durch die in der Asche enthaltenen Oxide steigt der pH-Wert an, ähnlicher Effekt wie beim Kalken. Da die Verwendung von Asche aufgrund der Schwermetallbelastung heute verboten ist (zumindest hier), nutze ich Patentkali. Der Kaliumbedarf vieler Kulturen ist immens und wird oft unterschätzt. Grade Tomaten sind wahre Kaliumvernichter. Kalium analysieren habe ich bei mir aber auch noch nicht lassen, ist aufgrund der heterogenen Beete auch meist nicht sinnvoll.

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Re: Market Garden: Kompostintensive Ansätze

#29

Beitrag von DennisKa » Do 16. Apr 2020, 16:02

Wir haben auch jede Menge Pferdemist ausgebracht, um Humus aufzubauen und den Rasen darunter zu killen. Inzwischen ist es richtig schöne, schwarze Erde, in der alles sehr gut wächst. Haben aber auch einen guten, lehmigen Boden. Wir geben zu jeder Pflanzung noch Urgesteinsmehl hinzu, damit die Pflanzen bestmöglich in der Erde versorgt sind. Bei den Sträuchern wird das ein bis zweimal im Jahr dann noch eingeharkt und wir nutzen Brennesseljauche zum düngen. Bisher geht es den Pflanzen super gut, sodass ich eine Mangelerscheinung ausschließen würde. Diese hohen Mengen Pferdemist (waren glaube ich insgesamt 2-3t bei 250qm Beet auf 2 Jahre gesehen) werden wir in Zukunft aber nicht mehr machen (müssen), da wir sehr gut Humus aufgebaut haben. Ziel ist es nun, den so beizubehalten bzw. sogar noch zu verbessern. Dazu nutzen wir allen Mulch, den wir kriegen können, Bokashi und Kompost. Bodenprobe habe ich noch nicht gemacht, kann mir als Laie aber nicht vorstellen, dass es sich so stark negativ auswirken würde, da wir den Pferdemist über den Winter mit Unkrautvlies (wasserdurchlässig) abgedeckt hatten und er durch die Farbe immer warm gehalten wurde. So war das Bodenleben auch im Winter aktiv.
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