Mykhorizza und Obstbäume

Benutzeravatar
kraut_ruebe
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 9866
Registriert: Di 3. Aug 2010, 09:48
Wohnort: Klimazone 7b - pannonisches angrenzend an illyrisches Klima

Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von kraut_ruebe » Mo 28. Aug 2017, 15:33

fortsetzung von kleinklima für obstanbau
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

Benutzeravatar
kraut_ruebe
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 9866
Registriert: Di 3. Aug 2010, 09:48
Wohnort: Klimazone 7b - pannonisches angrenzend an illyrisches Klima

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von kraut_ruebe » Mo 28. Aug 2017, 15:37

@viktualia,
gehört in einen extra Faden, ich weiß nur leider auch nicht wohin-
was nützt nämlich das beste Kleinklima, wenn unten an den Wurzeln noch sehr viel Verbesserung möglich wäre.
Was ich bis jetzt nicht gefunden hab, wie man diese Mykhorizza zu den Pflanzen bzw. in den Boden bringt.
Gibts zwar inzwischen käuflich zu erwerben, aber mich interessiert immer die SV-Variante.
Ich muss mir Howards Landw. Testament wieder mal hervorholen. Er als Mykologe hatte bestimmt mehr Wissen darüber.
permie und pilzbuchautor bernd gruber löst das indem er rottende zweige/äste dem boden zugibt, damit die pilze nahrung und unterkunft finden
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4874
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von hobbygaertnerin » Mo 28. Aug 2017, 18:57

@kraut_ruebe,
danke fürs Verschieben.
Rottende Zweige und Äste- kann ich mir auch vorstellen, dass damit was bewirkt werden kann.
Mir fällt dazu noch der Begriff- fragmentiertes Zweigholz" ein-
könnte vielleicht auch als rottendes fragmentiertes Zweigholz für die Pilze hilfreich sein.

Benutzeravatar
kraut_ruebe
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 9866
Registriert: Di 3. Aug 2010, 09:48
Wohnort: Klimazone 7b - pannonisches angrenzend an illyrisches Klima

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von kraut_ruebe » Di 29. Aug 2017, 11:31

bernd (oder bernhard) gruber hat die äste/zweige IM boden, nur der pilze wegen. ich vermute mal auch eher kleine stücke, sonst wirds mit zugeben mühsam.

FZH kenn ich als mulchauflage AUF den boden. mit vielen vorteilen, pilze sind da sicher auch mit dabei. zwei artikel dazu:

https://permanorikum.wordpress.com/2011 ... zweigholz/
https://mollesnejta.wordpress.com/2016/ ... es-bodens/
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15201
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von Manfred » Di 29. Aug 2017, 11:40

Holzreste fördern zwar auch Pilze, aber nicht direkt die Mykorrhiza-Arten. Das sind keine Holzzersetzer.
Bzgl. der Mykorrhiza kann ich mir deshalb allenfalls eine indirekte Wirkung vorstellen. Umgekehrt wäre aber auch eine Schadwirkung für Bäume denkbar, durch einen erhöhten Befallsdruck durch die Holzzersetzer im Boden.

Wie dem auch sei: Wenn man sich die Arbeit von E. Ingham anschaut ist es auf jeden falls so, dass Gehölze in der Sukzession Pilzdominierte Böden bevorzugen (oder das eine das andere bedingt, was auch immer dabei Henne oder Ei sein mag).

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4874
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von hobbygaertnerin » Di 29. Aug 2017, 12:41

Mich haben meine dahinmickernden Heidel- und Preiselbeersträucher erst auf die Wirkung der Mykhorizzapilze gebracht.
Hab jetzt nicht vor, mir kübel- und packenweise diese Pilze zuzukaufen, aber ich bin inzwischen mehr und mehr davon überzeugt, dass diese Gemeinschaft von Wurzel und Pilz eine gute Win- Win Situation für beide ist.
Beim Herumsuchen hab ich das gefunden:
https://agrarheute.landlive.de/blogs/entries/2972/

Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15201
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von Manfred » Di 29. Aug 2017, 14:11

Bei Heidel-, und Preiselbeeren ist meist der pH-Wert das Problem.
Die brauchen recht saueren Boden um die für sie nötigen Nährstoffe erschließen zu können.
Da helfen am ehesten saurer Dünger (wie für Rhododendren) und dick mit Sägespänen/Holzhäcksel mulchen.

ina maka
Beiträge: 10178
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 12:34
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Wien und kühl-feuchtes NÖ

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von ina maka » Di 29. Aug 2017, 14:47

hobbygaertnerin hat geschrieben:Mich haben meine dahinmickernden Heidel- und Preiselbeersträucher
oh, die brauchen ja andere Mykhorizza als die Pflanzen, die so normalerweise im Garten wachsen!!
Was tun?
Wenn ich eine kleine einheimische wilde Heidelbeeren mit Erde ausgrabe und unter meine Kulturheidelbeeren pflanze müsste das helfen, oder?
(ich grabe natürlich nur dort aus, wo ich darf).
Meine Kulturheidelbeeren sind stecklingsvermehrt.
hobbygaertnerin hat geschrieben:Beim Herumsuchen hab ich das gefunden:
danke für den link!
Ernüchternd, dass dort steht, Spinat beherberge gar keine Mykhorizza.
Dafür fördert Mais diese! :)
auch, wenn er über Winter abstirbt, ich die Wurzeln aber im Boden lasse?
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4874
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von hobbygaertnerin » Mi 30. Aug 2017, 06:11

@ina,
ich fand es interessant, dass die Brassicaarten keine Mykhorizza benötigen und dass Biokohle auch der Mykhorizza als "Garage" dient.
Nur mal so ein Produkt zu kaufen erscheint mir nicht sinnvoll, eher dahingehend zu schauen, was Bakterien, Regenwurm und Mykhorizza als Lebensbedingungen benötigen. Denn wenn angeblich 80 % der Pflanzen sie brauchen, dann macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen. Vor allem die Angaben, dass Nährstoff- und Wasseraufnahme damit verbessert würden.
Meine Vermutung, dass die Terra Preta vielleicht deshalb so hilfreich für den Boden bzw. Pflanzen sein könnte, weil sie als Speicher eben auch viel Biokohle enthält und nicht nur Bakterien und anderen Bodenlebewesen, sondern unter anderem auch den Mykhorizzasporen als Garage zur Verfügung steht.
Wenn 80 % der Pflanzen einen Zugang zu dieser Pilzwurzel haben, dann muss hier angesetzt werden, wie sie sich über die Zeit im Boden halten kann.
Auch nur eine Vermutung von mir, dass z.B. auch im Wald bei Fichtenschlägen ein Mangel an dem Wurzelpilz besteht und die Bäume deshalb so anfällig werden. Was diese Pilzwurzel alles bewirkt, ich vermute mal, dass wir da noch ganz viel nicht wissen.
Aber wenn dank Pilzwurzel die Wurzelfläche um so viel vergrössert wird und auch die Bodenfeuchte anders aufgenommen werden kann- naja, bei den immer stärkeren Trockenzeiten wäre ein Nachdenken darüber vielleicht nicht ganz verkehrt.
Ich werde mich mal versuchen ein wenig schlau zu machen, unsere mickernden, kränkelnden Kirschbäume schreien ja richtig nach Hilfe.
Was mir nur noch zu den Obstbäumen in Streubostbeständen eingefallen ist, als ich Kind war, wurde im Herbst auf die Wiesen Mist ausgestreut, über den Winter draussen gelassen und im Frühjahr das Stroh wieder abgerecht. Macht heute keiner mehr, weil das viel zu aufwendig ist, als Kind fand ich es auch nicht so toll, mit dem Rechen tagelang mithelfen zu müssen.
Aber vermutlich hatte der Regenwurm eine ganze Weile Zeit, sich was er brauchte, in seine Regenwurmlöcher zu holen. Ich kann mich noch an die Wurmhäufchen erinnern, die im Frühjahr in der Wiese draussen überall zu finden waren. Hab vor einer Weile bei einem Bauern diese Bewirtschaftungsweise besichtigt, die Regenwurmhäufchen dort waren beeindruckend. Er hat danach auf Kurzrasenweide umgestellt und bemerkt, dass sich seine Weiden verändern, leider nicht so, wie er es sich vorgestellt hat.
Ich werde auf alle Fälle an dem Thema dranbleiben.

heckenrose
Beiträge: 48
Registriert: Mo 11. Feb 2013, 22:08
Familienstand: Single

Re: Mykhorizza und Obstbäume

Beitrag von heckenrose » Mi 30. Aug 2017, 12:47

@ ina maka
auch, wenn er über Winter abstirbt, ich die Wurzeln aber im Boden lasse?
Nein, leider nicht, die Pilze brauchen lebendige Wurzeln und können ohne diese nur kurze Zeit "überbrücken".
Bei manchen scheint es gut zu funktionieren, da Sträucher / Gehölze oder sonstige Mehrjährige in der Nähe sind, an denen die M.Pilze leben und von wo aus sie auch die Einjährigen / Neulinge besiedeln können.

Bin auch an dem Thema dran und hab einige interessante - allerdings englische - u-tube-videos dazu angeschaut.
Wenn ich meine Obstbäume so angucke, scheinen die ein MP-Defizit zu haben - ich wäre auch an Methoden interessiert, wie man da nachhelfen kann.
Schade wegen der rottenden Zweige - das klingt so einfach, das hätte ich bei mir auch praktizieren können.

Antworten

Zurück zu „Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung“