Grundsatz-Diskussion

heckenrose
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Re: Grundsatz-Diskussion

#11

Beitrag von heckenrose » Di 28. Feb 2017, 17:37

Noch ein Zitat aus dem Film über Hauskompost https://www.youtube.com/watch?v=O8flf42flfo (ich glaube, der wurde im Forum schon mal verlinkt):

Frau Wagner meint: "Fäulnis erzeugt immer Gestank, und Gift, jede Fäulnis erzeugt Gift..." und kommt somit vom Komposthaufen in den Boden. Sie plädiert dafür, dass immer genügend Sauerstoff im Komposthaufen gewährleistet sein muss.

Im Gegensatz dazu hab ich mir vorhin den Link von Manfred reingezogen (Mikrobielle Carbonisierung - http://www.selbstvers.org/forum/viewtop ... 17&t=16859) - bei dem es darum geht, (fast?) ohne Sauerstoff zu kompostieren.
Auch dort verspricht man sich (und anderen) Vorteile...

Ich weiß bald nix mehr :ohoh:

Baumfrau

Re: Grundsatz-Diskussion

#12

Beitrag von Baumfrau » Di 28. Feb 2017, 17:46

Meine "Dünge"methode: im Frühjahr so 2-3 cm gut durchgereiften Kompost drauf & je nach Gemüse/Obst mit Guano düngen. Bei großen Pflanzen (Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln) vorher ins Pflanzloch Schafwolle. Wenn weiterer Dünger erforderlich, dann i.d.R. Jauchen.

Bezüglich Schnecken: Ich habe mal meine Nachbarn befragt (wir haben alle so 3-400 qm Gemüsegarten):
- überhaupt nix tun und nur ganz wenig Gemüse in Töpfen, sonst Rasen - nicht ganz so viele Schnecken
- normaler, sandiger Gartenboden, gedüngt mit Blaukorn - massig Schnecken
- normaler, sandiger Gartenboden, ein bischen Kompost, Hornmehl bzw. Späne - massig Schnecken
- normaler sandiger Gartenboden, gedüngt mit Blaukorn, sonnige Lage - und im Herbst die Hühner drauf gelassen = sehr wenig Schnecken. Die Hühner (Rhodeländer-Mix) LIEBEN auch ausgewachsene Schnecken - so etwas hab' ich noch nie gesehen, wie die sich darum balgen

Dort, wo viel Sonne hin scheint, gibt es weniger Schnecken bei den Nachbarn.

Ich werde es weiter damit probieren, mehr Licht in meinem Garten zu schaffen durch Entasten der Bäume & entweder selber Hühner anschaffen oder ein paar von Nachbarshühnern im Herbst "entleihen".

Alle anderen sammeln wie ich Schnecken ab. Hunderte, Tausende

Als Schutz für vorgezogene kleine Jungpflanzen hab ich von diesen 1,5 l Plastik-Wasserflaschen aus dem Supermarkt den Boden abgetrennt und die Flasche über der Jungpflanze in die Erde "gedreht", so dass sie etwa 1-2 cm drin war. Hat auch gut geholfen. Wenn die Pflanzen aus dem Gröbsten raus waren, hab ich die Flaschen wieder entfernt.

Übrigens: Mohrrüben im Frühjahr werden von Schnecken abgefressen, die Spätmohrrüben gedeihen prächtig.

Schade, dass die Schneckenkragen offenbar nicht funktionieren. Kupferband z.B. funktioniert bei mir auch nicht. Schlaue Viecher.

Liebe Grüße
Regina

PS: Kann Ina Maka nur zustimmen: An die Wildpflanzen, die ich ja z.T. auch richtig "züchte'" gehen die Viecher nicht. Also, Giersch, Gundermann, Brennessel, Buntnessel habe ich immer genügend -:))

Benutzer 72 gelöscht

Re: Grundsatz-Diskussion

#13

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht » Di 28. Feb 2017, 18:06

heckenrose hat geschrieben:wie "funktionieren" bei euch denn empfindliche Samen wie Möhren und Dill etc.? Oder auch Rote Bete?
Möhren kommen ganz normal, aber sie wachsen sehr schlecht, säh ich eigentlich kaum noch an. Rote Bete noch nie probiert, Dill säht sich selber aus - ist der empfindlich??
Pastinaken keimen und wachsen bei uns auch ganz toll, bis dann die Wühlmäuse kommen - plötzlich ging es aber dann, neben einem scharf nach Weihrauch riechendem Storchenschnabel.
Bohnen schaffen es immer nur zu etwa 70%.
Radieschen säehen sich selber aus und der Feldsalat, da kann ich sogar ordentlich ernten! :)
heckenrose hat geschrieben:Und allgemein vermute ich aus euren Antworten, dass ihr ebenfalls mit "normalem" Kompost arbeitet.
jein, wenn ich viel hab, kommt es auf den Haufen, sonst mache ich eine Art Flächenkompost, ausgerissenes Unkraut bleibt meistens gleich da liegen (und wächst wieder an, wenn ich Pech hab....).
Ich hab nicht das Gefühl, dass es in meinem Haufen fault - ist sehr viel holziges auch dazwischen und trockenes Gras etc. Und weil der Großteil entferntes Unkraut ist, kommt bei uns auch viel Erde dazu, eher unfreiwillig, klassische Küchenabfälle und "tierischer" Mist kommt meistens nur einmal die Woche, außer wir sind im Sommer länger draußen ;)

Wir geben recht viel Algen aus dem Teich auf die Beete, darunter wird die Erde immer sehr sehr schön - Schnecken kommen aber trotzdem hm

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Re: Grundsatz-Diskussion

#14

Beitrag von Thomas/V. » Di 28. Feb 2017, 18:13

wie "funktionieren" bei euch denn empfindliche Samen wie Möhren und Dill etc.? Oder auch Rote Bete?
Früher haben die immer gut funktioniert. Da mußte ich alles verziehen. Dann wunderte ich mich ein paar Jahre, warum die nicht aufgehen bzw. immer nur paar einzelne, und die dann auch irgendwann verschwunden waren. Bis ich mir die Sache genau angesehen habe und merkte, das es die Schnecken sind, die alles, was aus der Erde kommt, abfressen.
Und allgemein vermute ich aus euren Antworten, dass ihr ebenfalls mit "normalem" Kompost arbeitet. (Korrigiert mich, falls falsch.)
Naja, was ist schon normal? Ich werfe alles auf einen Komposthaufen (Mist, Unkräuter, Laub, Küchenabfälle ect.). Der wird im Frühjahr in das frei geworden Nebenabteil gegabelt und bleibt dann bis zum nächsten Frühjahr liegen. Der vorjährige Kompost wird im April durchs Sieb geworfen und auf ausgewählte Beete, Hochbeete oder in Pflanzkübel ect. gegeben. Übrigens wächst auf dem im Vorjahr fleißig Vogelmiere und sogar Getreide (aus Körnern vom Hühnermist), also "tödlich" scheint der Kompost nicht zu sein, auch wenn er nur einmal umgesetzt wurde ;) Ich hab halt immer auch gröberes Zeug inkl. Beerengesträuch und alten Zaunslatten oder mal ein verrottetes Brett mit drin.
Rote Beete säe ich in Töpfe und pflanze ich dann raus, wenn ich denke, letztes Jahr war es aber den ganzen Sommer so naß, das ich 2x gesät und gepflanzt habe, weil der erste Durchgang fast komplett gefressen wurde. Zum Glück war ab Mitte August dann Sommer und so sind die 2. dann was geworden.
Und so ähnlich ist es bei allem Gemüse. Nur noch ein Glücksspiel mit doppeltem Einsatz.

Ansonsten dünge ich noch mit Gründüngung, wenn es in die Fruchtfolge paßt, und mit Kaninchenmist (Herbst), der auf den aufgelockerten Boden verteilt und grob eingearbeitet wird. Darüber dann Mulch (altes Heu, Laub).
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Grundsatz-Diskussion

#15

Beitrag von Buchkammer » Di 28. Feb 2017, 19:05

heckenrose hat geschrieben:... Wie sieht es denn bei dir im Garten aus?
Eigentlich ziemlich unordentlich. Eine Freude für Flora und Fauna, aber manchmal ein Ärgernis in einem Kleingartenverein. Aber bisher immer einen gemeinsamen Nenner gefunden.
heckenrose hat geschrieben:Baust du Gemüse an, und wenn ja, welches? Wie gehst du vor in Sachen Kompost, Bodenbedeckung (frisch - trocken), etc.? Wie groß und wie sonnig ist der Garten? Und welche Probleme treten auf? (Sag jetzt nicht keine! :-))
Jede Menge Rückfragen - ich hoffe, du magst antworten.
Aber gerne. Gemüse gibt es hier neben Obst, Kräutern, Gewürzen und Blumen auch. Vor allem die, die wenig Arbeit machen, ein langes Erntefenster vorweisen, lange lagerfähig sind, gut schmecken, ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellen oder sich wenigstens gut konservieren lassen. Stellvertretend für Gemüse möchte ich Porree, Grünkohl, Wirsing, Palmkohl, Pastinaken, Möhren, Topinambur, Kartoffeln, Tomaten, Chicoree ... nennen.

Gemulcht wird hier auch - von Jahr zu Jahr mehr und eben in starken Schnecken-Jahren eher weniger. Am liebsten ist mir die Flächenkompostierung auch wenn das eben nicht immer wie ein gelecktes Beet aussieht. Stroh oder andere Materialien verwende ich nur, wenn ich auch weiss, woher die stammen. Also es wird kein Stroh besorgt, dass kurz vor der Ernte noch mit Glyphosat oder ähnlichen Zeugs besprüht wurde.

Seit letztem Jahr mische ich Pflanzenkohle in meine Komposthaufen, die im Winter mit einer Laubschicht abgedeckt wurden. Ich arbeite nun mit Bokashi-Eimern, Terra Preta Herstellung und versuche mich an Hochbeeten in der Sepp Holzer'schen Bauweise. Ich achte darauf, dass die Flora und Fauna im Einklang mit der Natur gedeiht und sich entwickeln kann. Permakultur zu leben und in geschlossenen Kreisläufen denken - das habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Blaukorn, Schneckenkorn und andere Chemikalien kommen hier nicht zum Einsatz.

Mein Garten misst so um die 750 qm, abzüglich der öffentlichen Wege, Hecken und Lauben. Sonne hab ich reichlich im Garten - viele Beete sind in Nord-Süd ausgerichtet und werden so bearbeitet. Probleme? Ja, wer die nicht hat, lässt gärtnern. Ich meine es war 2014? da saßen die ersten kleinen Nachtschnecken schon im zeitigen Frühjahr auf dem Kulturschutznetz und überlegten, wie sie wohl an das saftige Grün der gerade aufkommenden Radieschen gelangen. Das Netz war vorrangig gegen die Erdflöhe gespannt, da dir hier gerne mal einen Schaden verursachen.

Am Ende des Jahres und darüber hinaus bleibt aber trotz der ganzen auftretenden Krankheiten und Schädlinge immer einiges an Nahrung für Körper, Geist und Seele übrig. Das ist das größte Geschenk und entschädigt für die vielen Stunden, die man in sein ganz individuelles kleines Paradies steckt.
heckenrose hat geschrieben:Die "Kleinst-Garten-Anlage" ist mitten im Dorf und besteht aus lauter winzigen Abschnitten, so ca. 20-30qm große Streifen, drei solche Länder sind meine. Man merkt also auch die Auswirkungen davon, was die direkten Nachbarn machen.
In dem Fall habe ich leider keinen weiteren Rat parat, außer vielleicht, sich nach einem Pachtgarten in der Nähe umzuschauen. Dort hat man schon ein wenig mehr Freiheiten und Platz. Man kann sich in solch einer Enge wie bei dir einfach nicht entfalten, weil man eben nie weiss, was der Nachbar gerade gespritzt, gestreut oder getan oder unterlassen hat um sein Land zu bearbeiten.
heckenrose hat geschrieben:Nee, ich möchte schon gerne wissen, ob tatsächlich Fäulnisprozesse für die Probleme (u.a. mit Schnecken, aber auch das beschriebene Keimproblem) verantwortlich sind - und ich damit durch Änderung der Bewirtschaftungsweise etwas zur Verbessersung beitragen kann.
Ich denke ja. Schnecken sind ja auch eine Art Polizei und kümmern sich um die Abfälle. Sorge für einen lockeren, gut umgeschichteten Kompost der gegen Witterungseinflüße geschützt ist - an den aber auch genügend Sauerstoff kommen kann. Fäulnis- und Fermentierungsprozesse haben darin nix zu suchen, denn sie fördern die falschen Bakterien. Ja, ein Bokashi ist auch Fermentierung, aber das Zeugs mischt man ja nicht unverdünnt mit dem Mutterboden.
Der Aufbau einer Humusschicht auf den Beeten die viele Jahre in Anspruch nehmen kann, ist meiner Meinung nach die beste Medizin für gesunde Pflanzen, eine reiche Ernte und vor allem für nachfolgende Generationen. Dann bleiben die Schädinge und Krankheiten hoffentlich fern. ;)
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
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Re: Grundsatz-Diskussion

#16

Beitrag von Minze » Di 28. Feb 2017, 19:30

Mein Gemüse wächst in Hochbeeten, daher habe ich kein Schneckenproblem. Dill kommt jedes Jahr zuverlässig, seit ich einmal gesät habe. Alle Wurzelgemüse wachsen gut, ebenso Zucchini, Kürbis, Erbsen. Salat geht auch gut. Probleme habe ich mit Kohl, weil mir jedes Jahr die Jungpflanzen abgebissen werden. Sie werden nicht gefressen, sondern bleiben liegen. Ich vermute, daß es die Ameisen sind.

Im Frühjahr gebe ich eine Schicht Kompost (2 Jahre gereift) auf die Beete und "füttere" meine Pflanzen während der Wachstumsphase ab und an.

Ich gärtnere nach Gefühl und nach dem Motto, Versuch und Irrtum und bis jetzt läuft es ganz gut.
Liebe Grüße
Minze

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Re: Grundsatz-Diskussion

#17

Beitrag von Thomas/V. » Di 28. Feb 2017, 20:04

Schnecken sind ja auch eine Art Polizei und kümmern sich um die Abfälle.
Deswegen durchqueren sie den ganzen Garten, lassen totes Zeug auf dem Weg zum gesunden Gemüse links liegen?
Man kann sich die Welt schon schön reden... ;)
Die Viecher sind ganz einfach das Ergebnis der geliebten Globalisierung; eingeschleppte Neozooen, die hier keinerlei natürliche Feinde haben und alles fressen können.
Und wer alles fressen kann und die Auswahl hat, der frißt eben das, was am zartesten und besten schmeckt und frißt eben keine Abfälle.
Sonst würden die doch nicht gleichzeitig auf dem Komposthaufen die frisch-fauligen Küchenabfälle und 5m daneben die Auberginen im Hochbeet fressen.
Und es ist auch völlig egal, ob der Boden umgegraben wurde oder nicht, ob er gemulcht wurde oder nicht, ob mit Mist gedüngt oder mit Kompost oder Gründüngung:
sobald es warm genug und feucht genug ist, interessiert die das alles nicht. Die kriechen auch ins Gewächshaus auf die Hängeregale, wenn es dort was zu holen gibt.
3m breiter, festgefahrener ausgetrockneter Feldweg? Nach dem Gewitterregen kannste bei jedem Schritt eine zertreten, die von einer Wiese auf die andere kriechen (was wollen die da, was es auf der ersten nicht gibt? Wahrscheinlich bis in meinen Garten zu den Kartoffeln :sauenr_1: 50m Wiese schmecken denen nicht.)
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Grundsatz-Diskussion

#18

Beitrag von heckenrose » Di 28. Feb 2017, 20:32

@Thomas/V.
Die Viecher sind ganz einfach das Ergebnis der geliebten Globalisierung; eingeschleppte Neozooen, die hier keinerlei natürliche Feinde haben und alles fressen können.
Dachte ich früher auch, scheint aber inzwischen widerlegt zu sein. Die angeblich "Spanische" Wegschnecke (und die ist ja die besonders ungeliebte Schneckenart) ist lt. ihrer Gene nicht mit den tatsächlich in Spanien anzutreffenden Arten verwandt, sondern soll eine Weiterentwicklung unserer hiesigen Schnecken sein.
Muss mal gucken, ob ich Infos dazu finde...

Ja, hier z.B.: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 16884.html

An alle: Finde ich toll, dass sich so viele in so kurzer Zeit geäußert haben! :grinblum: (anstelle eines Blumenstrauß-Symbols)

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Re: Grundsatz-Diskussion

#19

Beitrag von Buchkammer » Di 28. Feb 2017, 21:09

Thomas/V. hat geschrieben:
Schnecken sind ja auch eine Art Polizei und kümmern sich um die Abfälle.
Man kann sich die Welt schon schön reden... ;)
Ja, oder eine Hass-Schrift von knapp 200 Wörtern auf ein Tier verfassen. ;)
Letztes Jahr lag auf der Wiese ein toter Vogel. Den musste ich nicht wegräumen, da waren einige Nacktschnecken dran und nach 5 Tagen war von dem Vogel außer ein paar Federn nichts mehr zu sehen.

Was verteufeln wir als nächstes? Die Ameisen weil sie so zahlreich unterwegs sind - und welche Sprühmittelchen setzten wir dagegen ein? Oder die Maulwürfe, weil sie so häßliche Hügel bauen, dessen Erde mehr Fruchtbarkeit besitzt als der schönste Baumarkt-Kompost?

Mal schauen, was machen manche Menschen mit Nacktschnecken? Mit dem Spaten zerteilen, eine Bierfalle aufstellen und sie darin ersäufen, mit Salz bestreuen, aufspießen und in die Sonne legen ...? Wie würde dir das gefallen, einen solchen Tod zu sterben? Sind denn Schnecken nicht nur Lebewesen, die um das Überlaben kämpfen und sich vermehren wollen? Musst du Hunger Leiden, wenn dir die Nacktschnecken dein Gemüse abfressen? Sind die Weinbergschnecken dann wertvoller, weil sie geschützt sind und besser schmecken?

Manchmal glaube ich, einige hier haben noch nicht verstanden, wie wir uns als Mensch in diesem großen Gefüge der Natur unterzuordnen haben. Die Krone der Schöpfung, hmm? Es gibt schlechte Nachrichten: da wird uns bald jemand in den Hintern treten.
Aber lass mal, mit deiner Meinung über diese Gesundheitspolizei bist du nicht alleine. :kaffee:
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Re: Grundsatz-Diskussion

#20

Beitrag von Rohana » Di 28. Feb 2017, 22:25

Beim Nabu ist an allem die Landwirtschaft schuld: "Vielleicht hat sich die Schneckenart in den vergangenen Jahrzehnten einfach aufgrund veränderter landwirtschaftlicher Anbaumethoden so stark vermehrt, dass es uns wie eine Invasion erscheint“ (Letzter Satz aus Link im vorigen Post)
Wikipedia ist da schon wesentlich informativer: https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische ... ber_Europa

Trockene Rindenmulch- oder Sandwege wirken tendenziell wie Schneckenbarrieren. Ohne Garantie ;)
Musst du Hunger Leiden, wenn dir die Nacktschnecken dein Gemüse abfressen?
Nein, zum Glück gibts Gemüse im Supermarkt was schneckengeschützt angebaut wurde :roll:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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