Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

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Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#1

Beitrag von Buchkammer » So 11. Sep 2016, 09:18

Letztens las ich hier irgendwo, dass der Zustand der Erde das A und O sei, was uns eine gesunde und reichhaltige Ernte beschehrt. Ähnlich sieht es Peter Kaiser, ein Agrar-Rebell in Amerika, wenn er sagt:

„Was erschafft Leben? Sonne, Regen und Boden. Nur eines dieser drei Dinge können wir beeinflussen — den Boden. Der Boden kann als einziger hier auf unserem Planeten den Tod aufnehmen und ihn in Leben zurückverwandeln. Und alles, was wir mit ihm angestellt haben, ist, ihn zu zerstören.“

Könnte es sein, dass ein umstrittener kalifornischer Landwirt die wirksamste Methode gefunden hat, Nutzpflanzen in einem sich erwärmenden Klima anzubauen?

Aber lest bei Interesse selbst diesen mit 11.690 Wörtern nicht gerade kurzen Artikel bei den Netzfrauen.
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#2

Beitrag von kraut_ruebe » So 11. Sep 2016, 11:06

wenn man es schafft, selber soviel kompost zu produzieren wie man für seinen boden braucht, ergibt das arbeitssystem von kaiser für mich sinn. sollte bei uns machbar sein, so viele ernten pro jahr kriegen wir hier ja eh nicht hin (bleibt aber trotzdem noch immer ein schönes stück arbeit und das über jahre hinweg)
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#3

Beitrag von Buchkammer » So 11. Sep 2016, 13:26

Hmm, wenn ich das richtig rauslese, produziert er wohl selbst 1/3 an Kompost - den Rest holt er sich von Nachbarn.

Bleibt immer noch die, wie ich meine nicht ganz unbegründete Frage oder die Gefahr (?), dass er seinen Boden übermässig mit Stickstoff und Phosphor anreichert, der sich ja wiederum im Grundwasser oder den angrenzenden Gewässern ablagern kann.
Vielleicht ist die Sorge auch unbegründet, aber er hat ja die Versorgung seiner Fläche mit Kompost/ha oder qm selbst etwas gedrosselt, wie dem Artikel zu entnehmen ist. :hmm:

Ne, 5-7 Ernten schaffen wir mit unseren klimatischen Vehältnissen hier nicht, is kloar. Für die Menge an Arbeit hat er ja Leute eingestellt, die mit 15 USD/Stunde entlohnt werden. Liegt über dem Mindestlohn von 9 USD/Stunde in diesem Staat und schafft einige Arbeitsplätze. :)
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#4

Beitrag von Rohana » So 11. Sep 2016, 13:52

Da steht ja nicht wovon 5-7 Ernten sein sollen (wohl aber etwas von Steroiden und Pflanzenhormonen, aber "ohne Gentechnik und Pestizide" :lol: ) Wenn ich mir meinen Gemüsebauern angucke hat der auch mehr Ernten als der Bauer mit Getreide :pfeif:
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#5

Beitrag von kraut_ruebe » So 11. Sep 2016, 18:58

Buchkammer hat geschrieben:Hmm, wenn ich das richtig rauslese, produziert er wohl selbst 1/3 an Kompost - den Rest holt er sich von Nachbarn.
so hab ich das auch rausgelesen. das bedeutet recht viel abhängigkeit von andren und bremst andre dabei aus, ihre böden aufzubessern. da fänd ich mehr gleichgewicht sinnvoll (ich nehm aber auch schweinemist vom nachbarn, ich brauch den und er wüsste sonst nicht wohin damit. 2:1 für auswärts würd mir aber sorgen machen)

es braucht sicher ne menge fingerspitzengfühl, ausreichend futter für die pflanzen bereitzustellen und vor allem die wasserhaltefähigkeit das bodens zu verbessern und dabei nicht so zu überdüngen, dass das bisserl grundwasser was da ist versaut wird.
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#6

Beitrag von aron » So 11. Sep 2016, 19:13

Wenn du mehr Gemüse produzierst, also viel mehr, als du selbst konsumierst und damit von deinem Hof abgibst find ich ' s auch o.k. wenn du Kompost von auswärts importierst.

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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#7

Beitrag von poison ivy » Mo 12. Sep 2016, 03:59

wieso bloss entlockt mir der Herr Rebell bestenfalls ein mueses Laecheln?
kann sein, dass ich seine Weisheiten in einem >30Jahre alten Gartenbuch gelesen hab?
20to manure pro acre *gruebel* wer hat das anno schon verlangt?

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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#8

Beitrag von hobbygaertnerin » Mo 12. Sep 2016, 06:20

Es zeigt mir, dass guter Kompost nicht nur die Sparbüchse des Gärtners ist, sondern es auch wesentlich grösserer Mengen bedarf, um wirklich Humus aufzubauen.
Was mir noch aufgefallen ist, kleingemachtes Holz scheint im Kompost auch eine wichtige Rolle zu spielen.
Wenn Kaiser seine Jungpflanzen im Kompost heranzieht, dann muss er sehr guten Kompost haben- die gute Kinderstube scheint für die Pflanzen sehr wichtig zu sein.
Wenn es diesem "Agrar Rebell" gelingt mit der Dürre und weniger Wasser auszukommen, dann hat er meine Hochachtung.
Wassersparende Gemüserzeugung wird in meinen Augen eine ganz wichtige Herausforderung.
Was mir bei diesem Artikel wieder mal so richtig bewusst geworden ist, wir sind absolute Biomasserverschwender, karren sie ständig herum und dem Boden fehlt sie.
5-7 Ernten wachsen bestimmt in einem anderen Klima als bei uns, ich bin schon mit 3 Ernten mehr als zufrieden.

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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#9

Beitrag von kraut_ruebe » Mo 12. Sep 2016, 07:26

hobbygaertnerin hat geschrieben:.Was mir noch aufgefallen ist, kleingemachtes Holz scheint im Kompost auch eine wichtige Rolle zu spielen.
ja, das bietet platz und nährboden für wichtige pilze.

seit ich die kleine äste nicht mehr alle für die kohle aussortiere, sondern auch welche in den kompost werfe (oder beim ausbringen des komposts diese für den nächsten komposthaufen rausklaube und mich an deren langlebigkeit erfreue), wird er kompost lockerer, dunkler und waldbodenähnlicher. und er riecht besser.

und ich freu mich auch schon auf die zeit, wo es hier endlich mal so viele blätter geben wird, dass auch welche für den kompost abgezweigt werden können. ich geh davon aus, dass sich der kompost dann wieder verändern wird, zum besseren hin.

(laub)bäume sind einer der schlüssel zum guten boden. die jahre, in denen ich jetzt schon warte, dass die bäume hier endlich grösser werden, zeigen mir das sehr deutlich.
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Re: Der mit der Dürre tanzt - ein Agrar-Rebell in Amerika

#10

Beitrag von hobbygaertnerin » Mo 12. Sep 2016, 08:36

@kraut_ruebe
wegen Laubbäume-
ich war der irrigen Meinung, dass die grossen Mengen Laub, die im Herbst von den Blättern fallen, für eine mächtige Humusschicht sorgen würden.
Leider ist dem nicht so, es wachsen wirklich schöne grosse Bäume dabei heran, aber die Humusschicht ist nicht dick, reicht gerade aus, um die Bäume wachsen zu lassen.
Im Buch über Humusaufbau von Gerald Dunst haben Bauern einen Versuch mit Terra Preta gemacht und sich sicherheitshalber selbst angezeigt, weil das was sie ausgebracht haben, dem nicht entspricht, was sie nach guter fachlicher Praxis auszubringen hätten.
Kommt mir so vor, als würde beim Humus bzw. Kompostausbringung für Pflanzenwachstum undHumusaufbau wesentlich mehr Material benötigt.
Ich hacke zukünftig auf alle Fälle noch mehr alles Zweigholz für den Kompost, kurzum jegliche Biomasse wird gesammelt.
Und das sehe ich als die noch grössere Aufgabe- das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Biomasse kein Wegwerfprodukt ist, sondern wichtig für die Sparbüchse des Gärtners.
Leider wird auch bei der Biomasse massivste Verschwendung betrieben.

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