Vegan düngen

Re: Vegan düngen

Beitragvon ina maka am Mi 28. Nov 2018, 13:36

Rohana hat geschrieben:Somit kommen wir wieder zu "Kunstdünger"... der ist ja auch "gemacht". :michel:


Rohana, bitte lies alles, bevor du jubelst...
Aber wenn du ein Rezept hast zum Selbermachen von Kunstdünger (aber bitte nicht nur "gekaufte Zutaten mischen") - her damit!! :michel:

ina maka hat geschrieben: wie man ohne alle das trotzdem Dünger selber machen kann.
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE
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Re: Vegan düngen

Beitragvon RichardBurgenlandler am Mi 28. Nov 2018, 13:46

Rohana hat geschrieben:Und, wie sieht deine Stoffstrombilanz so aus? :pfeif:


Bagatellgrenzen für kleine Betriebe

"Um kleine Betriebe zu entlasten, sieht die Verordnung jedoch Bagatellgrenzen vor. Für die Einführung dieser Bagatellgrenzen hatten sich insbesondere Vertreter der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt. So müssen viehhaltende Betriebe nur dann eine Stoffstrombilanz erstellen, wenn sie mehr als 750 Kilogramm Gesamtstickstoff aus betriebsfremden Wirtschaftsdüngern beziehen. Als "viehhaltend" gelten dabei solche Betriebe, bei denen mehr als 750 Kilogramm Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft anfällt. Das heißt, Ackerbaubetriebe, die beispielsweise nebenbei einen kleinen Mobilhühnerstall betreiben oder ein paar Schafe zur Beweidung von Grünlandflächen halten, sind nicht betroffen. " :mrgreen:

Jeder ist halt nicht so ein Großbauer/In
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
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Re: Vegan düngen

Beitragvon emil17 am Mi 28. Nov 2018, 14:06

ina, danke für deine Ausdauer.
Ich bin des Lesens fähig und tue das auch, nur kriege ich in diesem Fall kein in sich logisches Gedankengebäude zusammen, das irgendwie in die real existierende Welt passt, so wie ich sie kenne.
Hauptprobleme:
Die aus meiner Sicht rein anthropozentische Zuordnung der Lebewesen in Tiere mit Würde, in Pflanzen als Nahrung und in sonstige, die weder noch sind (wie die Kompostwürmer). Weil unsere Sicht auf die Dinge der Kurzlebigkeit der Mode unterworfen ist, sind das kurzlebige und rein willkürliche Kriterien, nur wird einem das nicht leicht bewusst. (Im Mittelalter waren Tiere prozessfähig ... )

Was ist Tier, was ist es nicht
Was ist ausbeuten, was ist es nicht
was ist "natürliches" Recht

"wie es im zwischenmenschlichen Bereich Recht und Gesetz ist:" Wäre Ausbeuten im zwischenmenschlichen Bereich verboten, wäre unsere Gesellschaft sehr anders als sie es ist. Es gibt aber viele gesetzeskonforme Formen davon, die durchaus denjenigen gefallen, die davon betroffen sind.

Ohne Weidewirtschaft des Menschen wären die Weidegräser bald vom Wald verdrängt.
Ohne aktive Tierhaltung gäbe es viel weniger Tiere und keine der Arten oder Rassen, die aktiv als Nutztiere gehalten werden, ausser vielleicht Bienen. So ziemlich alle Nutztierrassen sind ohne Mensch gar nicht überlebensfähig.
Reduziert man "natürliches Recht" auf das, was bleibt, wenn sich der Mensch nicht anmasst, über andere Lebenwesen zu verfügen, und dabei Nutzpflanzen wie Kopfsalat oder Apfelbaum weglässt, weil wir nun mal nicht leben können, ohne andere Lebenwesen zu essen, dann hat man eine Welt, wo die meisten Lebewesen von anderen gefressen werden.
Nahrungskette.

Es gibt in freier Natur kein Recht der Tiere auf Leben und eine freie, unversehrte Existenz. So einfach und so unbequem ist das. Dies ergibt sich schon aus der schlichten Tatsache, dass alle Arten mehr Nachkommen erzeugen, als Platz haben.

Ein natürliches Recht auf freie Existenz kann es nur innerhalb einer Gesellschaft von Gleichberechtigten, weil gleichen Mitgliedern geben, und dort nur, wenn die Gesellschaft dies beschliesst und legitimiert.

Der Umkehrschluss, nämlich dass man folglich als Mensch mit Tieren machen dürfe, wie es gerade gefällt, ist selbstverständlich nicht richtig und folgt auch nicht logisch aus obiger Aussage.

Dem Wolf als natürliches Lebewesen (natürlich im Sinne von nicht vom Menschen beeinflusst) ist es ziemlich wurscht, ob das Schaf, das er erwischt, dies toll findet oder nicht.
Wenn du mal gesehen hast, wie der Nahrungserwerb von Raubwild vonstatten geht, dann ist für das potentielle Opfer das Schicksal als artgerecht gehaltenes Nutztier gar nicht so schlecht.

Das Grundproblem tritt schon in der Biologie auf, nämlich dass jede Symbiose zwangsläufig dazu führt, dass man auf sie angewiesen ist, wenn sie funktioniert. Mensch ohne Nutztier geht in vielen Gegenden nur, solange man Nahrungsmittel aus anderen Landstrichen importieren kann, Nutztier ohne Mensch geht auch nicht.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Vegan düngen

Beitragvon Rohana am Mi 28. Nov 2018, 15:13

Gut rausgeredet, beantwortet aber nicht die ursprüngliche Frage nach dem, wie die Stoffströme bei dir/euch so aussehen. So vonwegen "das geht [alles] auch auf'm Acker".
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Vegan düngen

Beitragvon Kirschkernchen am Mi 28. Nov 2018, 18:04

Meine Frau war neulich beim Bäcker und las da "veganes Brot". Sie grübelte scharf, es ratterte im Gehirn, die Augen verdrehten sich und sie fragte die Verkäuferin, was denn unveganes Brot sei. Dann erwiderte die Verkäuferin, es werde "keine Hefe verwendet, weil das..."

Ahhhh!
Bei meiner Frau fiel der Groschen "ahhh, damit die Bakterien nicht sterben". Ja, so ist es wohl. Beide lachten herzlich.

So kann man ein eigentlich sinnvolles Anliegen mit einigem zivilisatorischen Wahn auch ins absurde ziehen.


Zu den Stoffströmen im Acker noch ein Wort von meiner Ommma.
Sie hatte eine kleine Landwirtschaft und pflegte gern zu sagen "da hilft kein Beten und kein Singen, da hilft nur Scheiße und gut düngen. Manchmal kommen einem die Ernährungsexperten vor wie religiöse. Ein bisschen angewandter Tierschutz und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln und Lebewesen und auch mit Menschen, wäre vielleicht erstmal ein realistischeres Ziel. In Zeiten völliger Verblödung und Selbstzerstörung.
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Re: Vegan düngen

Beitragvon Rohana am Mi 28. Nov 2018, 18:07

Die Oma hier im Haus würde sagen "Wo Mist(us), da Christ(us)", mit ungefähr derselben Bedeutung. :daumen:
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Re: Vegan düngen

Beitragvon Doris L. am Mi 28. Nov 2018, 18:11

Haha
Sie hatte eine kleine Landwirtschaft und pflegte gern zu sagen "da hilft kein Beten und kein Singen, da hilft nur Scheiße und gut düngen. .


Ich hatte griechische ( Kos) Kolleginnen ,die erzählten das sie wenn sie ein Bedürfnis verspürten einen Spaten nahmen und in den Garten gingen. Das fand ich damals schon etwas befremdlich :lol: .
Doris

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Re: Vegan düngen

Beitragvon Maisi am Mi 28. Nov 2018, 18:19

:lol:
Hühner sind nicht dumm, sie entbehren nur jeglicher Logik.
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Re: Vegan düngen

Beitragvon ina maka am Mi 28. Nov 2018, 18:29

Kirschkernchen hat geschrieben:sie fragte die Verkäuferin, was denn unveganes Brot sei. Dann erwiderte die Verkäuferin, es werde "keine Hefe verwendet, weil das..."


Da war die Verkäuferin aber falsch informiert :opa:
Hefe und Sauerteig sind wohl vegan, aber es gibt andere Zusatzstoffe wie Cystein, ein Mittel zur Mehlbehandlung, das nicht mal deklariert werden muss (es kann hergestellt werden aus Tierhaaren oder -federn) - und wenn das Brot zum Beispiel mit Butter oder Schweineschmalz eingefettet wurde, oder wenn Eier drin sind....
Um die Hefe geht es nicht.

Aber jetzt reicht es mir schön langsam!
ich bin nicht mal vegan oder vegetarisch :schmoll: :pfeif:

nichtsdestotrotz dünge ich vegan :grinblum:

@Doris l.
:engel: das kenn ich - ein Schulfreund meines Sohnes hat sich auch geweigert, bei uns in den Wald zu gehen....
Das scheint nur in bestimmten Gegenden üblich zu sein.
Dabei ist es eigentlich natürlich
- natürlicher vielleicht als Tiere töten, um zu essen - jetzt wenn man rein die Anatomie anschaut - von wegen Zähne und Krallen, um Beutetiere zu töten :hhe:

ist Insekten unabsichtlich mitessen noch vegan? :pft:

Tomaten fressen Mücken
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Re: Vegan düngen

Beitragvon RichardBurgenlandler am Mi 28. Nov 2018, 19:05

Rohana hat geschrieben:beantwortet aber nicht die ursprüngliche Frage nach dem, wie die Stoffströme bei dir/euch so aussehen


Deine ursprüngliche Frage war

Rohana hat geschrieben: Und, wie sieht deine Stoffstrombilanz so aus? :pfeif:


Dafür gibt es eine Antwort (siehe oben)

Sollte es dich tatsächlich interessieren, dann kannst du hier über unsere Stoffströme nachlesen. viewtopic.php?f=61&t=12255&start=200#p239534

Bis zu diesem Zeitpunkt, also 5 Jahre haben wir ohne tierische Biomasse gearbeitet, quasi vegan wenn auch nicht dogmatisch, ausschließlich in Ermangelung tierischer Produkte.

Jetzt verwenden wir auch tierische Biomasse im Kompost.
Der Bodenaufbau und die Stabilisierung von Humus im Boden geht seit dem rascher.
Wir arbeiten im Kreislauf kaufen also nichts zu.

Und her eine genau Liste alle Zutaten und ein Video wie es gemacht wird

viewtopic.php?f=61&t=12255&start=880#p355027

https://youtu.be/-XkspUIJIf4
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