Vegan düngen

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Vegan düngen

#91

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mi 28. Nov 2018, 20:21

Burgenlandler, Ihr habt die ersten 5 Jahre also auch nur mit Kompost gedüngt und gemulcht, oder? Wie war ohne Tiere Deine Kompostzusammensetzung?
Von Deinen Fotos her meine ich, Strohmulch bei Deinen Tomaten gesehen zu haben?

(Im Übrigen bin ich jetzt dank der beruhigenden, schönen Musik Deines Kompostvideos total entspannt... :ohm: Danke!)

Benutzer 3370 gelöscht

Re: Vegan düngen

#92

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht » Mi 28. Nov 2018, 21:02

Pitu hat geschrieben:Strohmulch bei Deinen Tomaten gesehen zu haben?
Wir haben mit ausgesamtem Heu gemulcht, jetzt brauchen wir das Heu für die Esel und Ziegen :ziege:
Kompost habe ich so aufgesetzt wie im Video nur ohne tierische Zutaten. Wichtig dabei ist, das die unterschiedlichen Schichten nicht zu dick sind und auch schön luftig, abwechselnd feuchtes/trockenes Material damit die Rotte nicht heiß wird sonst kommt es zu einer anaeroben Umsetzung. Zum Starten hab ich am Anfang Brennnesseljauche angesetzt, jetzt nehme ich die "Haube" und ein wenig reifen Kompost. Der Haufen wird einmal aufgesetzt und In 6-9 Monaten (hängt von der Jahreszeit ab) ist er durchgerottet. Für den Anfang empfiehlt sich der "Kresse Test" um zu sehen ob der Kompost auch reif ist. Mit der Zeit sieht man das und man kann es auch riechen ob Kompost reif ist.
Pitu hat geschrieben:schönen Musik Deines Kompostvideos
:)

Vielleicht ist es gar nicht der Kompost, der bei uns alles so gut zum Wachsen bringt, ab und an musizieren wir auch im Garten. Die Esel jedenfalls singen dann mit. :lol:

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Vegan düngen

#93

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mi 28. Nov 2018, 22:34

Echt, die Esel singen mit? Stell ich mir sehr unterhaltsam vor. :)

Na, vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren mit Akkordeon oder Mundharmonika? Wenn die Dorfhunde mitheulen sollten: Muß ich mir dann Gedanken machen? ;)

Ist der Ertrag mit Tiermist jetzt wesentlich höher als vorher ohne? Sind die Pflanzen genauso gesund?

holzgaser
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Re: Vegan düngen

#94

Beitrag von holzgaser » So 2. Dez 2018, 18:28

Um Bodenfruchtbarkeit aufzubauen braucht es keinen tierischen Dünger. Mulchmaterial und Gemüsefläche im richtigen Verhältnis angelegt, reichen vollkommen aus. Nur wird es keine vegane Düngung geben den auch beim Mulchen nutzen wir die tierischen Ausscheidungen. Nur die Tiere sind kleiner!
Wo das Tier anfängt, von der Größe aus gehend, ist eine philosophische Frage die nicht beantwortet werden kann.
Ich würde das eher als "düngen ohne Tierhaltung durch den Menschen" bezeichnen.
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Benutzer 6122 gelöscht

Re: Vegan düngen

#95

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » So 2. Dez 2018, 20:09

Danke holzgaser. Dann sind meine Überlegungen wohl doch nicht ganz abwegig. Mit was mulchst denn Du? Und wie sollte das Verhältnis von Mulchpflanzenflächen und Nutzgarten sein? Ich hab mir gestern schon mal Luzernesaatgut geholt.

Mir ist vollkommen klar, daß in meinem Boden, wenn ich ihn gut pflege, sehr viel Leben drin sein sollte. Und daß auch die kleinsten Lebewesen die Erde düngen durch Fressen und Gefressen werden und ihre Ausscheidungen.

Ich wollte ja auch gar nicht auf der Definition von vegan herumreiten. Aber meine Frage war eben, ob es auch ohne Produkte von Nutztieren gelingen kann, einen fruchtbaren Garten zu haben. Scheint also doch zu funktionieren. :)

holzgaser
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Re: Vegan düngen

#96

Beitrag von holzgaser » So 2. Dez 2018, 21:55

Das geht auf jeden Fall! Die Natur macht das ja genau so.

Luzerne ist die Königspflanze unter den Mulchpflanzen.
Schau mal das Bild und die Wurzeltiefe!
Luzernewurzel.png
Luzernewurzel.png (192.41 KiB) 2414 mal betrachtet
Beim roten Strich bist Du in 4m Bodentiefe! Die Luzerne bring viele Mineralstoffe an die Oberfläche. Normalerweise wurzeln unsere Kulturpflanzen bei weiten nicht so tief. Mit dem Mulchmaterial bringst Du also Stoffe an die Oberfläche die Deine Kulturpflanzen wieder nutzen können.

Mit Laub nutzt Du den gleichen Effekt. Laub im Juni bis August geschnitten, ist ein hervorragender Langzeitdünger.

Das Verhältnis von Mulch zu Gemüsefläche ist bei mir ca. 2:1
Bei mir wird der Rasenschnitt gemulcht (max-2cm) und das Gras von der Obstwiese. Langes Gras wird am besten mit der Sense geschnitten und grob gestreut auf die Fläche gelegt. Das sieht dann so wie Heumachen aus.
Mais_Mulch.JPG
Mais_Mulch.JPG (49.05 KiB) 2414 mal betrachtet
links ohne Mulch - rechts mit Grasmulch


Soll der Boden langfristig wirklich fruchtbar werden und bleiben musst Du einen Weg finden der ohne Boden wendende Bearbeitung auskommt.
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Benutzer 6122 gelöscht

Re: Vegan düngen

#97

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mo 3. Dez 2018, 00:07

Holzgaser, danke für das Bild mit der Luzernewurzel! Das ist ja echt der Hammer! Bisher wußte ich nur von Sonnenblumen, die auch 4 Meter tief wurzeln.

Und ich finde Deine Experimente auch immer interessant. Bei Deinem Maisbild mit und ohne Mulch sehen die Pflanzen für mich gleich kräftig und gesund aus. Wie war denn das Ergebnis von Deinem Versuchsanbau im direkten Vergleich?

Ich habe die letzten Jahre nicht umgegraben (nur die Kartoffelreihen), sondern wie Charles Dowding dick Kompost aufgebracht und im Frühling mit der Grabegabel eingestochen und hin- und hergeruckelt. Dann hatte ich noch Experimente gemacht mit Perserklee und Erdklee als Untersaat und Kapuzinerkresse als Bodendecker.

Nachdem mein Rasen eher eine Wildkräuterwiese ist, habe ich mit der Verwendung als Mulch eher den Eindruck gehabt, mir dadurch mehr Unkraut in die Beete zu holen. Daher wären mir Leguminosen als Mulch lieber oder Getreidestroh. Ich hatte auch schon an Chinaschilf gedacht. Viel Masse könnte auch die Zuckerhirse bringen, die ich dieses Jahr erstmalig im Anbau hatte. Da könnte der enthaltene Zucker auch noch ganz gut für's Bodenleben sein...

Tika
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Re: Vegan düngen

#98

Beitrag von Tika » Mo 3. Dez 2018, 08:16

bei mir macht das, was hier im Forum mal als durchwachsende Silphie bestimmt wurde, richtig viel Masse. Taugt das zur Gründüngung? Falls ja könnte ich im Frühjahr versuchen, Dir was davon auszubuddeln Pitu.
Lebe das Leben, das Du liebst und liebe das Leben, das Du lebst.

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Vegan düngen

#99

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mo 3. Dez 2018, 08:45

Hallo Tika, danke für Dein Angebot! Das ist echt nett von Dir! :)

Von der Silphie habe ich mir auch letztes Jahr Saatgut mitgenommen und es gibt hier eine Gärtnerei in der Nähe, die die Pflanzen für die Landwirtschaft produziert.
Den Gärtner hatte ich mal angerufen, wie stark die Pflanzen wuchern. Für den Garten hatte er mir eher abgeraten, weil es wohl schwierig wäre, die dann
an einer Stelle unter Kontrolle zu behalten. Daher wollte ich die erstmal versuchsweise im Mörtelkübel anbauen.

Als Mulch soll die Silphie aber sehr gut zu gebrauchen sein.

Wie breitet sich denn bei Dir die Silphie aus? Stark oder geht das einigermaßen? Und was für einen Boden hast Du?

Südwind
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Re: Vegan düngen

#100

Beitrag von Südwind » Mo 3. Dez 2018, 11:30

Pitu hat geschrieben:...
Wie breitet sich denn bei Dir die Silphie aus? Stark oder geht das einigermaßen? Und was für einen Boden hast Du?
Ein Bekannter hatte die im Garten, sie hatte ihm ein ganzes Beet übernommen, allerdings nicht von heute auf morgen, und er hatte auch nicht versucht es zu verhindern. Irgendwann hat er die Beetsteine rausgemacht, ist ab dem Frühjahr mit dem Rasenmäher über das Beet gefahren wie wenn es mit zum Rasen gehörte, sie kam nicht wieder. Aus dieser Beobachtung heraus würde ich sie vielleicht etwas extra setzen, um sie ggf. wieder platt machen zu können. Mulchmaterial wäre das sicher gutes gewesen, er hat lieber den öffentlichen Grüngutsammelplatz bemüht :roll: .
Viele Grüße,
Südwind

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