Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

Oelkanne
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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#71

Beitrag von Oelkanne » Fr 16. Mär 2018, 00:41

gewebill hat geschrieben:"Ich vermehre meine Kartoffeln nicht selbst, sondern kaufe Z-Pflanzgut."

siehste....
und weil das geschäft mit sogenanntem Z-saatgut (nicht bloss mit kartoffeln!) ein so wunderbares business mit entsprechendem nachfolgeumsatz ist, haben sich in den vergangenen 30 jahren alle chemiekonzerne in die saatgutbranche eingekauft.
warum wohl??

dicke knollen sind schon toll, aber der mensch hat bekanntlich einen runden kopf, damit er nicht nur in eine richtung denken kann :holy:

gerd
Stimmt, da wird sicher Geld mit verdient sonst würde es keiner machen.
Die Sortenschutzgebühren die man bei geschützen Sorten beim Kauf von Z-Saatgut und beim Nachbau zahlen muss sollen die Arbeit des Züchters entlohnen.
Ist ja auch richtig, ohne Geld keine Zucht aber über die Höhe der Gebühren lässt sich streiten...

Ich kaufe deshalb genau die Sorte weil sie meine Ansprüche (und die meiner Käufer) bis jetzt am besten erfüllt,
und Z-Pflanzgut deshalb weil mir der Zinnober in der Qualitativ hochwertigen Kartoffelvermehrung zu blöde ist, zudem müsste ich meine Kartoffeln zum Pflanzen 8 Monate lagern, das ist kein Problem.
Aber es halten sich nur die besten Kartoffeln so lange die ich dafür extra raussortiere und die will ich verkaufen.
Und wenn ich diese guten Speisekartoffeln Pflanze lege ich bei jedem Kilo 30ct drauf. (Verkaufspreis 1€/kg, Z-Pflanzgut 70ct/kg).

Wenn eine andere Sorte besser sein sollte, dann wird eben gewechselt, kam bis jetzt aber noch nicht vor.
Die meisten sind zu hellfleischig und zu wenig lagerstabil (ich habe kein 2°C Kühllager, sondern einen 7°C Erdkeller und setzte aus Überzeugung keine Keimhemmer ein).
Oder brauchen zu lange zum Wachsen (Maximum 120Tage).
Nachteil der gut lagerfähigen Sorten:
die kommen im Frühjahr beim Vorkeimen nicht aus dem Quark :roll:

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#72

Beitrag von Adjua » Fr 16. Mär 2018, 09:33

Mal zurück zum Thema: Ich verstehe immer noch nicht, warum hier krampfhaft versucht wird, Wolle zu kompostieren. Wolle ist der allerbeste und am leichtesten handhabbare Dünger im Garten, vor allem dann, wenn die Pflanzung nicht maschinell erfolgen muss.

Wolle ist leicht (daher rückenschonende Ausbringung), der Stickstoff wäscht sich nicht aus, es ist ein Langzeitdünger. Überdüngung nicht möglich. Geeignet für alles ausser für Wurzelgemüse. Hält Wühlmäuse fern (hier getestet), gleicht angeblich Säure im Boden aus (könnte schon so sein, habe hier sauren Boden und mache sonst nichts dagegen, wenn ich Wolle verwende), ist bis zu einem gewissen Grad ein Wasserspeicher für die Pflanze, gleicht aber auch zuviel Nässe aus.

Was will man mehr? Wie kommt man da auf die Idee, Wolle in irgendwelchen komplizierten Schichten oder sonstwie zu kompostieren???

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#73

Beitrag von zaches » Fr 16. Mär 2018, 10:28

@adjua - wir kompostieren die Wolle hier auch nicht extra, sondern düngen und mulchen damit seit vielen Jahren so wie so vom Schaf kommt, bzw nachdem ich sie sortiert habe und mir die besten Stücke zum Spinnen herausgenommen habe. ICh muss dazu schreiben, daß bisher es immer ausgewogen war, mit dem Mengenverhältnis von Wolle zu Fläche. Hatte ich mal scheinbar zuviel, habe ich sie einfach unter den hecken verteilt. Oder ins Pflanzloch von Obstbäumen gegeben (Wühlmausabwehr?!) . Auf jeden Fall hatte ic bisher von diesem wunderbaren Material noch nie zuviel.
Die paar bigpacks, die heir jedes Jahr anfallen, bin ich bisher immer n och im guten Sinne losgeworden.

lg, zaches

PS. ach so, gründächer lassen sich auch wunderbar mit Wolle machen, das schätzen wir und unsere Gartenberatungskunden .
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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#74

Beitrag von 65375 » Fr 16. Mär 2018, 10:37

Vielleicht sollte man mal nachhaken, warum die Wolle unbedingt kompostiert werden soll. Evtl. kann man das Grundproblem auch ganz anders lösen. Landfrau hat die Frage gestellt, sich aber bedeckt gehalten, weshalb sie die Wolle so dringend kompostieren muß.

Ich habe auch immer mal Wolle, wenn ich irgendwo welche kriegen kann und nehme sie immer direkt im Topf und im Pflanzloch als Dünger.

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#75

Beitrag von viktualia » Fr 16. Mär 2018, 11:01

Die Antwort ist aber durchaus schon da gewesen: weil größere Mengen Wolle Drahtwürmer anlocken und die will keiner in den Kartoffeln haben.
Oder in Möhren...
Es wird auch nicht "krampfhaft" sondern eher "radikal" verkompostiert. (Als Maurerstochter hab ich nen Heidenrespekt vor Löschkalk...)
Bei nicht wurzeligem Gemüse ist es nicht so "radikal", stand aber ebenfalls irgendwo...

Zu den Drahtwürmern: die mögen es halt feucht und genau das bekommen sie von den Wollpuscheln.
Die buddeln sich, ebenfalls wegen ihrer Vorliebe für feucht, tief in der Erde ein und Wolle ist wie so ne Feteneinladung auf Facebook: du weist nicht, wer alles kommt, aber wahrscheinlich mehr, als du verköstigen magst.

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#76

Beitrag von gewebill » Fr 16. Mär 2018, 12:01

Danke Viktualia
Ich wollts so deutlich nicht ausdrücken ;)

Pitu
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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#77

Beitrag von Pitu » Fr 16. Mär 2018, 12:03

Oelkanne und gewebill: Ihr habt vermutlich ganz verschiedene Ziele.
Du oelkanne, bist Landwirt und willst möglichst hohen Ertrag von gut verkäuflichen Kartoffeln.
Und gewebill liegt der Sortenerhalt und die Sortenverbesserung am Herzen. Daher bietet er ja auch woanders hier seine Kartoffelraritäten als Pflanzkartoffeln an.

Meine Zielsetzung liegt in der Mitte. :)
Ich brauche keine Faustgroßen Kartoffeln und Monstererträge. Aber ich lege Wert auf Kartoffeln mit köstlichem Geschmack und gesunde Pflanzen.

Danke gewebill für den Tipp mit der Schachtelhalmsprühung. Getrockneten Schachtelhalm habe ich noch hier und eine große Sprühpumpe auch. Dann werde ich mal
nen großen Topf aufsetzen und Tee kochen in den nächsten Tagen! :) Schaden kann es wohl nicht, auch wenn ich relativ spät dran bin. Warum sprühst Du nur bis März? Weil dann Deine
Gründüngung aus Winterroggen und Winterwicke wieder aufgeht? Oder weil Du dann umfräst?

Danke auch für die Tipps mit den verschiedenen Säuren. Vielleicht experimentiere ich da auch mal rum mit Rhabarber, Sauerklee, Eichenrinde, Walnußlaub und Molke als Spritzungen
bei den Kartoffeln und Tomaten?

Und mit den Blühpflanzen und Kräuten zwischen den Kartoffeln: Häufelst Du nicht an? Ich hatte dieses Jahr beschlossen, zwischen den Kohl Mandarinentagetes zu säen, weil die
für mich echt penetrant nach Orangen riecht. Vielleicht würde die auch die Kartoffelkäfer verwirren? :hmm:

Gerd, wie würdest Du denn dann Deine Kartoffeln anbauen, wenn es Dir um guten Ertrag ginge?
Sorry, ist immer noch offtopic, aber ich bin jetzt einfach zu neugierig! :rot:

Gerd, im Übrigen finde ich: Du solltest mit Deinem ganzen Fachwissen ein Buch schreiben! Schon mal drüber nachgedacht?

@kraut_ruebe: Die Jemen-Methode werde ich auch mal im Freiland ausprobieren. Pferdemist und Lamaköttel könnte ich bei nem Pferdehof hier in der Nähe für lau bekommen.
Lehm müßte ich irgendwo kaufen... Würde meinem sandigen Boden aber nicht schaden.

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#78

Beitrag von Rati » Fr 16. Mär 2018, 12:10

viktualia hat geschrieben:Die Antwort ist aber durchaus schon da gewesen: weil größere Mengen Wolle Drahtwürmer anlocken und die will keiner in den Kartoffeln haben.
Oder in Möhren...
ja, es ist eben wie immer die Dosis.
Ich habe Wolle zB als Grundschicht für den Beetaufbau direkt auf Wiese benutzt. Wenn auf der Wolle ne Schicht Erde liegt, gibt es da keinen Bereich in dem sich Dratwürmer groß aufhalten können, es sei den sie zwängen sich in die 1cm Schicht zusammengepresste Wolle.

Wenn ich die Wolle zum Oberflächenmulchen benutzen möchte, habe ich natürlich ne langanhaltende recht lockere Schicht unter und in der sich Feuchtigkeit und alles andere versammeln kann.
So etwas mach ich aber auch nicht auf Gemüsebeete (höchstens vorübergehend im Winter und bis zur Aussaat als Keimsperre für unerwünschtes).

Mulchen mit Wolle mach ich nur unter Sträuchern um halt den Bewuchs zurück- und Feuchtigkeit im Boden zu halten. :aeh:

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#79

Beitrag von Taraxacum » Fr 16. Mär 2018, 12:24

Ich hab das vorher nie so richtig realisiert mit Schafwolle ins Pflanzloch. Die Popo- und Bauchwolle kam halt immer als dünne Schicht auf den Kompost und wurde mit Grünzeug (Unkraut, Rasenschnitt etc.) zugedeckt. Kalk habe ich nie verwendet. War nach einem Jahr nichts mehr davon zu sehen. Die Flächen für Kartoffeln und andere Starkzehrer wurden bisher immer im Winter etwa 5 cm mit abgelagerten Pferdeäppeln zugedeckt und im Frühling eingefräst. Mit Drahtwürmern, Schorf oder anderen Mitessern außer Mäusen hatte ich nie Problem gehabt. Im Gegenteil- es sind schöne große Kartoffeln dabeigewesen für Backkartoffeln. Werde aber mal dieses Jahr Schafwolle mit in die Kübel unten tun und im 2.Tunnel die Pflanzlöcher für Tomaten, Paprika und Aubis damit versorgen. Der eine Tunnel hat nur Pferdemist gekriegt. Da habe ich dann den direkten Vergleich. Falls noch Schafwolle übrig sein sollte, kommt die unten in die Blumenkästen als Wasserspeicher.

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Re: Schafwolle (schneller) kompostieren - wie?

#80

Beitrag von Adjua » Fr 16. Mär 2018, 19:05

viktualia hat geschrieben:Die Antwort ist aber durchaus schon da gewesen: weil größere Mengen Wolle Drahtwürmer anlocken und die will keiner in den Kartoffeln haben.
Oder in Möhren..
Es wird auch nicht "krampfhaft" sondern eher "radikal" verkompostiert. (Als Maurerstochter hab ich nen Heidenrespekt vor Löschkalk...)
Bei nicht wurzeligem Gemüse ist es nicht so "radikal", stand aber ebenfalls irgendwo...

Zu den Drahtwürmern: die mögen es halt feucht und genau das bekommen sie von den Wollpuscheln.
Die buddeln sich, ebenfalls wegen ihrer Vorliebe für feucht, tief in der Erde ein und Wolle ist wie so ne Feteneinladung auf Facebook: du weist nicht, wer alles kommt, aber wahrscheinlich mehr, als du verköstigen magst.
Wenn "wir" das schon "hatten", sollte ja alles klar sein. :hmm:

Ich mache jetzt schon jahrelang meine Kartoffeln mit Wolle - ich glaube, das 5. oder 6. Jahr. Keinerlei Drahtwurmprobleme. Die Tiroler Drahtwürmer sind wohl nicht so schlau wie die internetbelesenen Viktualias dieser Welt. Auch bei uns unten im Tal werkelt ein professioneller Biogärtner ebenfalls mit Wolle. Der war auch nicht so schlau, sich von Viktualia & Co beraten zu lassen und hat sich das von mir angeschaut. Auch seit Jahren mit Erfolg.

Karotten und anderes Wurzelgemüse macht man übrigens niemals mit Wolle, weil die Wurzel um die Wolle herum wàchst. Das ist in dem Fall nicht so erwünscht.

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