Wie Pferdemist richtig kompostieren?

edaphon
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Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#1

Beitrag von edaphon » Mi 18. Mär 2020, 22:33

Hallo Leute!

Ich habe nun Zugang zu biologischem Pferdemist (ohne Ende)
Es bietet sich auch an, diesen dort zu kompostieren :shexi: und ihn dann "Reif" zu holen, da ziemlich viel Stroh drinnen ist.

Wielange und wo lagert man Pferdemist mit Einstreu denn um einen möglichst guten Kompost zu erhalten?
Ich glaube bzgl Nitrat muss der erstmal für eine gewisse Zeit in eine dichte Mistgrube und darf erst später zu Haufen aufgeschüttet werden.

Leider kenne ich mich hierzu nicht aus, habe aber mehrfach gehört und gelesen das Pferdemist ein super Gemüse-Dünger ist.

Soweit ich das herausfinden konnte bekommen die Pferde keine Medikamente, außer Entwurmungskuren nach Bedarf.
Das klingt doch toll?

Jedenfalls habe ich endlich mein kostenintensives Düngeproblem gelöst, hoffentlich :michel:
Es holen sich nämlich 4 Bio-Betriebe den Mist ab, trotzdem bleibt noch mehr als genügend übrig und es wär jetzt einfach mal einen Versuch Wert

Vielleicht hat hier jemand Erfahrung und kann diese mit mir Teilen, bitte :einstein:

penelope
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#2

Beitrag von penelope » Do 19. Mär 2020, 11:05

In Niedersachsen darf man Pferdemist maximal sechs Monate lang "normal" lagern, für alles drüber braucht es inzwischen eine überdachte Mistplatte. Die genauen Regelungen sind (so weit ich weiß) Ländersache.

Ich hadhabe das so, dass ich mir im Herbst (bevor es die Wurmkur gibt) Pferdemist, der schon älter aussieht, direkt von der Weide aufsammel und den dann mit Plane abgedeckt auf Terassenplatten bis zum Frühjahr liegen lasse und dann einige Zeit vor der Aussaat ins Beet einarbeite. An schon etwas größere Gehöze schmeiße ich den Mist teilweise auch einfach so und hab damit noch nie Probleme gehabt. Ist bei mir aber auch noch eine sehr überschaubare Menge von ca 2 bis 3 Schubkarren pro Jahr. Ich hab auch immer noch ne ganze Menge Kompost - mehr brauche ich absolut nicht.

Im Internet sind sehr viele Meinungen im Umlauf, die Düngung mit Pferdemist sehr dramtisieren. Das reich von der Empfhelung, dass man mindestens zwei Jahre lang ablagern müsste bis hin dazu, dass man das gar nicht verwenden sollte. Ich denke, dass ist sehr übertrieben. Die große Menge des Mist aus dem Stall, in dem mein Pferd steht, wird alle paar Wochen von einem Bauern abgeholt und dann direkt oder nach nur kurzer Zwischenlagerung auf die Felder aufgebracht. Scheint da kein Problem zu sein.

DennisKa
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#3

Beitrag von DennisKa » Do 19. Mär 2020, 12:55

Pferdemist ist vor allem sehr gut geeignet, um Humus aufzubauen. Wir haben jedoch festgestellt, dass er gerade ohne Einstreu viel besser bei uns funktioniert. Der Mist verrottet deutlich schneller und man hat keine ekligen Pilze, die aus dem Stroh wachsen (und dieses dann zersetzen). Zudem ist es einfacher, dort dann Pflanzen anzubauen. Wir bekommen unseren Pferdemist über ebay Kleinanzeigen geliefert und nutzen den seit 2 Jahren aktiv im Garten. Funktioniert super, um Beete anzulegen und mit Humus / Dünger zu versorgen.

Kompost machen wir nur in Form von Flächenkompost. Das funktioniert bei uns super. Am besten mit Unkrautvlies oder Mulch abdecken, dann wird er gut umgesetzt. Alternativ soll man auch gut Bokashi damit machen können, also fermentieren. Habe ich noch nicht versucht, steht aber ganz oben auf meiner To Do Liste. Dafür braucht man natürlich entsprechend große Tonnen oder Plastiksäcke.

Wir geben sowohl frischen als auch im Herbst hingelegten Pferdemist an unsere Pflanzen. Bei Starkzehrern wie Zucchini, Kürbis usw. dann in nicht so großem Abstand zu den Wurzeln, bei anderen, die nicht so viel brauchen, mit deutlichem Abstand. Machen wir sowohl im Kübel als auch auf dem Boden. Dazu ein paar Würmer mit in die Kübel und beiden geht es super.
Seit wir den Pferdemist bei uns einsetzen, haben wir massig Regenwürmer aller Arten bei uns im Garten. Einmal mit dem Spaten rein, hat man mindestens zwei bis drei riesige Würmer. Richtig genial! :)
Gartenimruhrpott.de - unser Blog über unseren Garten und was darin so wächst.

Teetrinkerin
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#4

Beitrag von Teetrinkerin » Mo 23. Mär 2020, 10:01

Ich bekomme immer von einem Bekannten Pferdemist geliefert. Der ist ohne Stroh und wird in meine Holz-Steck-Kompostern geschichtet, festgetreten (damit mehr reinpasst - dadurch entwickelt er auch ordentlich Hitze, was die Unkrautsamen abtötet) und dann darf er da verrotten. Den vom letzten Frühjahr nehme ich heuer für Starkzehrer her. Der ist schon super verrottet (aber noch mit einigen Würmern). Für Wurzelgemüse und Schwachzehrer nehme ich den normalen Gartenkompost, da kommt kein Mistkompost dran.

edaphon
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#5

Beitrag von edaphon » Mo 23. Mär 2020, 16:29

penelope hat geschrieben:
Do 19. Mär 2020, 11:05
Die große Menge des Mist aus dem Stall, in dem mein Pferd steht, wird alle paar Wochen von einem Bauern abgeholt und dann direkt oder nach nur kurzer Zwischenlagerung auf die Felder aufgebracht. Scheint da kein Problem zu sein.
Also alles eher so nach Gefühl? Na gut, das hilft mir jetzt nicht wirklich weiter.

Ein guter Tipp ist das abwarten der Wurmkuren, wobei es eher interessant ist den Mist nach der Wartefrist dieser zu nehmen als davor, weil ich will keine Würmer :ua: nur weil ich meinen Salat mit Pferdemist gedüngt habe :ohoh:

Auf den Koppeln die Äpfel einsammeln ist jetzt doch ein wenig mühsam. Aber ich kann mir den Mist prinzipiell aussuchen und wenn es nicht zu viel Aufwand macht auch selektieren lassen, also mit weniger Stroh. Gar keines wird sich nicht machen lassen

Weiß jemand wieviel man zirka fürs Ar nimmt?
Nicht das ich zu viel nehme.

Humus möchte ich aufbauen, unbedingt. Denke auch das verrottetes Stroh den Boden etwas lockerer macht. Bei mir ist der sehr Lehmig, leicht tonig. Prinzipiell aber eine Bodenzahl von 55-70

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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#6

Beitrag von penelope » Mo 23. Mär 2020, 17:05

Es ist schon sinnvoll, nicht unbedingt den Mist direkt nach der Wurmkur auf seinen Komost zu schmeißen, da das Wurmmittel dann noch aktiv sein kann und die Bodenlebewesen in deinem Kompost negativ beeinflusst.

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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#7

Beitrag von SunOdyssey » Di 24. Mär 2020, 14:58

Hallo Edaphon,

Ich setze ungefähr pro 5-7qm eine Schubkarre mit einjährigem Mistkompost ein, dann harke ich die Haufen ein bisschen auseinander und mulche mit dem Jonny drüber. Das mache ich im Herbst, im Frühjahr kommt noch Dolomitkalk drauf oder was eben deine Böden Probe ergibt, bei mir wächst alles wie Hulle, wie man so schön sagt.
Der einjährige Kompost ist total feinkrümelig und riecht wie Waldboden. Ich nehme ausschließlich Mist ohne Stroh, da der in einer Miete viel besser verrottet als der mit Stroh! Ist auch nicht so viel Masse.
Ich sage, was ich meine und ich meine, was ich sage

Und ich sage.....blöde Autokorrektur

edaphon
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#8

Beitrag von edaphon » Mi 25. Mär 2020, 13:06

Vielen Dank für den Input, ich werde das verfolgen und wenn gewünscht auch gerne photographisch dokumentieren.

Habe dort nämlich eine alte, nicht mehr verwendete, Mistgrube. Diese darf ich dafür verwenden.
Muss mich aber noch um ein Optimales Stroh-Mist-Verhältniss erkundigen. Bisher ist es einfach viel zu viel Stroh und braucht ewig zum verrotten.

Es können dort auch gleich Gemüsereste mitkompostiert werden, im Idealfall kommt dann für nächstes Jahr feine Komposterde zustande. :michel:

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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#9

Beitrag von quorine » Mi 1. Apr 2020, 07:20

Wir sind hier ständig am experimentieren mit dem Mist. Derzeit haben wir 7 Pferde am Hof, vor dem Herbst waren es 2. Bei den 2en hatte ich keine Einstreu (nur ein Bett das sie rein zum liegen benutzt haben) und habe bei lange gelagertem Mist durchaus Freude an vielen Regenwürmern und guter Verrottung gehabt. Zwischendurch habe ich den Mist mit einem speziellen Rotteförderer behandelt, der verheißt zwar Rotte auch bei Sägespänen, dazu kann ich allerdings nichts sagen. Bei einem Einsteller haben wir Späne, aber die werden separat gelagert und entsorgt. Mein Mann will davon auf den Wiesen nichts wissen.
Der Rotteförderer verlangt nach bestimmter Temperatur und Feuchtigkeit, was ich bei diesen Mengen vom Lagerplatz her nicht hinbekomme. Da müsste man schon ein Dach draufmachen usw.
Die anderen Pferde stehen auf Strohpellets und der Mist wird regelmäßig durchgemischt. Wie schon beschrieben ist er eher Humuslieferant. Aber grade für Starkzehrer doch auch wieder sehr gefragt!

Kirschkernchen
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Re: Wie Pferdemist richtig kompostieren?

#10

Beitrag von Kirschkernchen » Mi 1. Apr 2020, 15:34

Ich nehme vielleicht 1 Tonne pro Ar. Ich kipp das einfach Anfang März oben drauf und mache garnicht damit. Die Pilze stören mich nicht. Es zerfällt und ist schon im Sommer nicht mehr vom Rest zu unterscheiden. Für den Bodenaufbau halte ich das für geeignet, willst du eher schnell eine Düngewirkung, müsstest du die durch meine Vorredner beschriebenen anderen Varianten nehmen und das Zeug dann einwühlen.

Ob eher mehr oder weniger Stroh, hängt davon ab, wie du es verlädst. Mit der Mistgabel kommt man bei garso klebrigem, alten Zeug ja mit den Rückentabletten an seine Grenzen. Das strohigere liegt halt länger herum, das würde mich nun wieder mehr stören.

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