Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4881

Beitrag von Bernd Belgien » Di 16. Apr 2024, 18:25

Tscharlie hat geschrieben:
Di 16. Apr 2024, 18:21
Braucht man/frau mehr?

Die Knechte die ich kannte waren auch geschätzte Mitglieder der Hofgemeinschaft und mußten sich letztlich keine Sorgen machen.

Bei den Hofeignern war das schon anderes.
Ja, Status über der Verwandtschaft...

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4882

Beitrag von sybille » Di 16. Apr 2024, 20:14

Und wie sagte ein Bekannter letzends doch so schön "Als die Mägde und Knechte (Töchter und Söhne) aus dem Haus waren wurde die Landwirtschaft aufgegeben."
Ja, so war es tatsächlich. Die nachfolgendere Generation musste nicht mehr auf den Höfen arbeiten die es noch gab.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.

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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4883

Beitrag von Tscharlie » Mi 17. Apr 2024, 07:43

Ich kann ja tatsächlich 125 Jahre in die bäuerliche Vergangenheit "zurückschauen".

Meine Großmutter 1886 geboren hat gerne und viel von ihrer Zeit als Bauerstochter, eines für damalige Verhältnisse großen niederbayrischen Bauerhofes, erzählt. Ich habe ihr gerne zugehört und wollte alles wissen von dieser Zeit.

Die Mägde und Knechte wurden schon deshalb gut behandelt, weil sie damals gefragt waren und ja jährlich einfach gehen konnten.

Da hatten es tatsächlich die Kinder nicht so gut, denn die konnten erst gehen wenn sie einen Mann oder eine Frau gefunden hatten. Oder wahlwweise Prister oder Klosterfrau/mann wurden. Ein Handwerkzu erlernern allein war kein "Ausweg", denn ohne Frau keine eigene Existenz.

Das war nach dem ersten Weltkrieg für Frauen gar nicht so einfach, denn viele Männer sind 1914-1918 umgekommen.
Meine Großmutter heiratete deshalb damals nach München. Das war wie auf einem anderen Stern zu ziehen.
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Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4884

Beitrag von Bernd Belgien » Mi 17. Apr 2024, 10:10

Es war bei mir in den 90ern...
Nur die Erziehung/Einflüsse waren ehr 1890...

Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4885

Beitrag von Bernd Belgien » Mi 17. Apr 2024, 10:12

"Da hatten es tatsächlich die Kinder nicht so gut, denn die konnten erst gehen wenn sie einen Mann oder eine Frau gefunden hatten. Oder wahlwweise Prister oder Klosterfrau/mann wurden. Ein Handwerkzu erlernern allein war kein "Ausweg", denn ohne Frau keine eigene Existenz."
Doch Walz...
Kennt auch keiner mehr

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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4886

Beitrag von Tscharlie » Mi 17. Apr 2024, 12:43

Doch Handwerker gehen auch heute noch auf die Walz. Sieht man hier in Bayern ziemlich oft.

Übrigens gab es die Möglichkeit über "Reisende-Kaufleute" einen Partner zu finden, war bei meiner Großmutter auch so.
Beamter aus München, pensionsberechtigt, sucht Frau, so kamen die über einen Reisenden-Händler, der nebenbei "Schmuser" war, zusammen.
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sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4887

Beitrag von sybille » Mi 17. Apr 2024, 17:10

Doch Walz...
Und wenn man auf dem Hof gebraucht wurde und der Vater ein Machtwort sprach dann hatte sich die Walz erledigt. Du weißt doch sicher wie das früher war - dem der widersprach wurde angedroht kein Erbe zu bekommen. Damit war das Thema meistens erledigt.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4888

Beitrag von Bernd Belgien » Mi 17. Apr 2024, 19:26

Nun, ich kenne nur die alten Vereine.
Manche hängen in Australien oder Namibia - trotzdem kommt der "Besuch" weil man die Regeln gebrochen hat.
MC ist teils kinderkacke dagegen.
Wobei ich die auch mag aber nie dort aktiv war.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4889

Beitrag von emil17 » Do 18. Apr 2024, 07:13

In der Schweiz gab es die Verdingkinder:
Waisen oder uneheliche Kinder wurden von der Gemeinde zum Teil öffentlich versteigert - wer am wenigsten Kostgeld wollte, bekam die. Oft wurden die gehalten, der Hund hatte es besser. Beschlossen wurde das oft gegen den Willen der Angehörigen. Häufigster Grund für die Verdingung war ein uneheliches Kind einer Magd oder der Familienvater eines Häuslers kam bei einem Unfall oder wegen Krankheit um. Kinder lediger Mütter wurden oft in der Schule gemobbt - du bist ja nur der Bub.
Die Dienstboten hatten oft nur eine ungeheizte Kammer und diese nicht für sich alleine. Die Löhne in Geld waren sehr bescheiden.

Die Schweizer Behörden haben sich bei den Überlebenden erst sehr spät entschuldigt und den noch Lebenden eine Entschädigung bezahlt - aber ruinierte Biografien kann man nicht wieder gutmachen.
"Arbeitsscheue" Landstreicher, die niemandem zur Last fielen, aber auch niemandem nützten, wurden eingesperrt oder zwangsweise "gebessert" - Kinder reicher Leute, die auch nie selber etwas gemacht haben, hingegen nicht.

Das war möglich in einem Land, wo die Verfassung etwas ganz anderes sagt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4890

Beitrag von Tscharlie » Do 18. Apr 2024, 07:27

Ich mag die "anderen" Geschichten.

Die Großmutter (geb. 1909) meiner Frau hat sich als Helferin ein der Brauerei mit einem Schlosser von da "eingelassen", es kam wie es eben kommt.
Die Brauereibesitzerin hat gesagt: "Ach Erna, das ist ja nicht so schlim, das Kind bekommen wir auch noch groß, du wirst doch diesen groben Lackl nicht heiraten wollen."
Sie haben doch geheiratet, 4 Kinder bekommen, leider ist er 1942 "im Krieg geblieben".

Aber es gibt auch im Raum Miesbach eine Familie die ein Kind mit ca. 6 Jahren zur Tante/Onkel gab, weil die keinen Hofnachfolger hatten und damit das Kind zur Hofeigentümerin wurde. Diese Frau habe ich noch kennengelernt, sie war bis zu letzt hin und hergerissen ob das für sie nun gut oder schlecht war. Obwohl der Hof nur ca. 15 Minuten zu Fuß von ihrem Elternhof entfert war.

Oder der Pferdeknecht, der ein sehr zufriedenes Leben geführt hat, gut versorgt von "seiner" Bauersfamilie, der aber dann mit über 60 eine Frau kennengelernt hat, sie heiratete und zufrieden in einer kleinen Wohnung mit ihr seinen Lebensabend verbrachte.
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