Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3711

Beitrag von sybille » Di 3. Mai 2022, 17:36

Das durchschnittliche Bruttomonateinkommen lag 1950 bei 135 Euro, 2021 bei 4100 Euro.
Ich habe einen Dieselpreis 1950 von 0,34DM gefunden.
Ein Hühnerei kostete 0,22DM.
Ein Kilo Brot 0,46DM
Wenn das so stimmt darf sich heute aber niemand mehr über die Preise beschweren.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3712

Beitrag von Rohana » Di 3. Mai 2022, 17:43

emil17 hat geschrieben:
Di 3. Mai 2022, 13:23
Ich weiss nur, und das passt sehr gut zum forum, dass früher viele Leute noch selber Nahrungsmittel anbauten, um Geld zu sparen, dass also ein Kleingarten einen namhaften Beitrag zur Entlastung des Haushaltsbudgets liefern konnte. Heute ist das nicht mehr so.
Wart's ab, das kommt bald wieder wenn's so weiter geht. Ich falle jedenfalls momentan beim Einkaufen regelmässig in Ohnmacht.
Aber wenn früher ein gewöhnliches Auto (VW Käfer usw.) ein Jahreseinkommen kostete (1950 kosttet ein VW Käfer etwa 5000 DM) und der Sprit doppelt so teuer war wie heute ...
Das relevante Einkommen ist aber das eines Landwirts. Wir haben Spritpreis (Einkauf) und Weizenpreis (Verkauf) verglichen mit damals.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3713

Beitrag von emil17 » Di 3. Mai 2022, 20:28

Die guten alten Zeiten sind deshalb gut, weil sie heute vobei sind.
Was die Einkommen der Landwirte von damals betrifft, so gab es noch viel mehr Hungerhöfe als heute, wo die Kinder und ledigen Geschwister der Bauersleute für fast nur Kost und Unterkunft beliebig viel gearbeitet haben. Deshalb war es ja dann auch für viele so verlockend, irgendwo als Ungelernte in die Fabrik zu gehen.
Des weiteren waren sehr viele Familien kriegsgeschädigt.
Dei Vergleichbarkeit der Warenkörbe von damals und heute ist allgemein schwierig, weil sich die Art der Konsumgüter so verändert und auch bedeutend vermehrt hat. Viele früher hochwertige und langlebige Artikel wie Fahrräder, Sonntagsanzüge oder Wohnmöbel sind heute zum Wegwerfen gemacht.

Heute sind auch Treibstoffe eine Massenkonsumware des Prekariats, weil man sich Wohnung nahe vom Arbeitsort mit unterdurchschnittlichem Einkommen oft nicht leisten kann. Die nächste Stufe kann man dann in den USA sehen, wo viele wochenweise im Auto oder Trailer wohnen.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3714

Beitrag von emil17 » Fr 13. Mai 2022, 11:37

https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/abfallwegweiser-a-z/biogene-abfaelle/abfallarten/lebensmittelabfaelle.html hat geschrieben:Wenn Lebensmittel hergestellt, aber nicht konsumiert werden, führt dies zu unnötigen CO2-Emissionen, Biodiversitätsverlust sowie Land- und Wasserverbrauch. 25 Prozent der Umweltbelastung unseres Ernährungssystems sind auf Food Waste (vermeidbare Lebensmittelverluste) zurückzuführen. Dies entspricht etwa der halben Umweltbelastung des motorisierten Individualverkehrs der Schweiz.

Ich nehme an, bei unseren Nachbarländern sei es ähnlich.
Ein grosser Teil dieses weggeworfenen "Bedarfs" ist wohl auf so bequeme Dinge zurückzuführen wie etwa, dass man zweimal täglich frisches Brot in den Auslagen hat. Was morgens gebacken wurde und bis mittags nicht geht, kommt ins Biogas.
Ebenfalls sind die Mindesthalktbarkeitsdaten viel zu kurz. Was einen Tag drüber ist, darf nicht mehr verkauft werden, egal wie gut es noch ist. Kaufe ich die Ware kurz vor Ablauf und lasse sie zu Hause noch eine Woche herumstehen, ist es für die Lebensmittelqualität ja das selbe.
Der Konsument bezahlt natürlich den Wegwerfanteil mit, das ist eingepreist.
Leider äussert sich das Amt nicht dazu, wie sie die Umweltbelastung des Individualverkehrs mit dem der Lebensmittelproduktion vergleichen.

Mir kommt der Vergleich mit der Energie in den Sinn: Man muss bei steigenden Preisen und Knappheit nicht nur bei der Produktion ansetzen.
Die Haushalte sind am ehesten in der Pflicht: Der grösste Teil des Abfalls entsteht beim Verbraucher.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3715

Beitrag von Eule » Fr 13. Mai 2022, 12:20

Ebenfalls sind die Mindesthalktbarkeitsdaten viel zu kurz. Was einen Tag drüber ist, darf nicht mehr verkauft werden, egal wie gut es noch ist. Kaufe ich die Ware kurz vor Ablauf und lasse sie zu Hause noch eine Woche herumstehen, ist es für die Lebensmittelqualität ja das selbe.
Ja, aber wenn der Konsument dann seine Augen, Nase und Zunge nicht nutzt und Verdorbenes isst und sich schädigt, ist der Händler nicht haftbar.
Bei manchen Produkten helfen Augen, Nase und Zunge nicht, - da mag das MHD sinnvoll sein, - ansonsten ist es Anpassung des Haftungsrechts an naturferne Lebensgewohnheiten und natürlich einfach Umsatzförderung.
Hier gibt's Bäcker, die verschenken säckeweise "Altbrot" als "Tierfutter" (nur für private Tierhalter-Kunden natürlich ;) ).... :pfeif:

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3716

Beitrag von SunOdyssey » Sa 14. Mai 2022, 08:54

Hier auch! Die Tochter meines Nachbarn hat beim Dorfbäcker gelernt, dafür bekommt mein Nachbar nun zweimal die Woche altes geschreddertes Brot. Geht direkt in die Hühner
Ich sage, was ich meine und ich meine, was ich sage

Und ich sage.....blöde Autokorrektur

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3717

Beitrag von Hildegard » Sa 14. Mai 2022, 23:13

altes Brot ..welches in unserer Bäckerei im Ort sowieso sehr selten "abfällt"...wird am nächsten Tag um 50% reduziert abgegeben bzw. auch als Reserve eingefroren und später auch getrocknet und zu Brösel vermahlen und als solche verkauft.
Man muss aber auch Glück haben, wenn man nachmittags überhaupt noch welches bekommt, denn die Qualität ist dermassen gut, dass frühmorgens schon Kundschaften von auswärts kommen und körbeweise ins Auto einladen. Es gibt auch nicht täglich das volle Sortiment. Butterkipferl z.B. nur Samstags. :) Dafür sind die Preise unterdurchschnittlich.
Heute z.B. zur Firmung eine 50x30 cm traumhaft gute "Sacher- Fussballfeld-Torte" von der 16 Erwachsene und 5 Kinder nur 2/3 schafften, um 43€ !
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3718

Beitrag von Ferry » So 15. Mai 2022, 01:49

43€ für einen Kuchen? Das würde sich hier keiner leisten....

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3719

Beitrag von sybille » So 15. Mai 2022, 17:06

Weil die meisten Menschen nicht rechnen können :)
Aufs Stück umgerechnet ist die gesamte Torte doch wesentlich günstiger.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3720

Beitrag von Rohana » So 15. Mai 2022, 18:02

50x30 ist ne Menge, und Sacher ist SEHR gehaltvoll. Scheint mir ein guter Deal zu sein ;)
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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