Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Oelkanne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2931

Beitrag von Oelkanne » Do 25. Feb 2021, 00:55

Ich glaube hier sitzt immer noch der Irrglaube fest das Familienbetriebe tier- und umweltfreundlicher produzieren als Kapitalgesellschaften.
Beide haben als Unternehmer genau ein Ziel:
Erzielen von Gewinn.

Ob wir als Großbetrieb ein Hektar Weizen anbauen oder unser Nachbar mit "nur" 250ha Gesamtfläche macht in der Bestandesführung, also dem Einsatz von Technik, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, keinen Unterschied.

Ob der Nachbar eine Mastanlage mit zwei Ställen zu je 30.000 Hühner betreibe oder ob auf dem Gelände acht Ställe stehen macht keinen Unterschied: die Ställe werden als fertige Einheiten gekauft und können beliebig oft nebeneinander gesetzt werden.

Man sogar eher sagen das flächenstarke, finanzkräftige Betriebe tendenziell umweltfreundlicher Produzieren als kleinere Betriebe die aufgrund der schlechten Rentabilität jeden Euro dreimal umdrehen müssen:
Nur wenn der Betrieb die Technik auslasten kann lohnen sich sehr teure Investitionen in umweltschonende Technik: Einzeldüsenschaltung an der Spritze, pneumatische Düngersteuer, teilflächenspezifische Bewirtschaftung usw usw kosten in der Anschaffung etliche hunderttausend Euro
das kann sich ein kleiner Betrieb schlicht nicht leisten.
Auch ist die optimale Bestandesbetreuung im klassischen Gemischtbetrieb nicht möglich.
Ist der Betrieb groß genug gibt es einen Pflanzenbauleiter der sich den lieben langen Tag lang nur um das Grünzeug da draußen kümmert.

Bei den Tieren das gleiche: Bayern kämpft seit Jahren für Ausnahmegenehmigungen für die Anbindehaltung. Käme der Zwang zum Laufstall (für die Tiere sehr wünschenswert) würden viele kleine und kleinste Milchviehhalter sofort aufgeben weil ein neuer Stall sich für sie nicht rechnet.
Größere Betriebe (auch in Süddeutschen Maßstäben) haben schon seit Jahrzehnten Laufställe.

Hier höhere Umwelt und Tierschutzvorgaben durchsetzen zu können, ohne das die Landwirtschaft gänzlich zu Grunde geht ist aus meiner Sicht nur dann möglich wenn zeitgleich die Einfuhr von Produkten die nicht nach unseren Vorschriften produziert wurden verboten wird.
Das würde aber die Lebensmittel in Deutschland stark verteuern
und hier regt man sich ja schon auf wen die Butter vor Weihnachten ein paar Cent teuer wird...

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2932

Beitrag von Rohana » Do 25. Feb 2021, 08:53

Nö, ich reg mich auf wenn die Butter ein paar Cent billiger wird :schmoll:
Im Grunde ist der einzige Vorteil eines kleine(re)n Gemischtbetriebes - unter idealen Bedingungen, die sicher NICHT immer zutreffen - einfach der, dass man mehr zum perfekten Zeitpunkt machen kann, weil man nur kleinere Einheiten machen muss. Zumindest wenn die Arbeitskraft nicht grade anderswo gebunden ist weil die Kuh kalbt, die Maschine kaputt ist, das Kind spinnt oder ähnliches. Dazu gehört als Voraussetzung auch dass der perfekte Zeitpunkt bekannt ist... nicht jeder kommt auf das Niveau eines Pflanzenbauleiters :pfeif: Im Grunde das ewige Problem zwischen Spezialisierung und Diversifizierung, oder?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2933

Beitrag von emil17 » Do 25. Feb 2021, 09:38

Oelkanne hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 00:55
Ich glaube hier sitzt immer noch der Irrglaube fest das Familienbetriebe tier- und umweltfreundlicher produzieren als Kapitalgesellschaften.
Es ist eine Definitionsfrage. Wenn man das Tier als Methode zur Futterveredelung auffasst und es optimal hält, kann das selbstverständlich auch tierfreundlich sein.
Oelkanne hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 00:55
Ob der Nachbar eine Mastanlage mit zwei Ställen zu je 30.000 Hühner betreibe oder ob auf dem Gelände acht Ställe stehen macht keinen Unterschied: die Ställe werden als fertige Einheiten gekauft und können beliebig oft nebeneinander gesetzt werden.
An diesem Beispiel zeigt sich deutlicher, wo die unterschiedlichen Auffassungen liegen: Mastanlagen für 30'000 Hühner sind reine Brathendelfabriken und haben mit tiergerechter Haltung wenig zu tun, auch wenn alle Standards der Hygiene eingehalten sind und es im finanziellen Interesse des Betreibers liegt, es "richtig" zu machen.
Ausgeblendet werden die nachteiligen Folgen der grossmasstäblichen Produktion für die Umwelt: Grössere Flächen lassen sich rentabler bewirtschaften, bedeuten aber einen Verlust an Strukturen und Grenzlinien und dadurch eine Trivialiserung der Umwelt. Bei den Hühnermastfabriken stellt sich die Frage, woher das Futter kommt und wo der Mist hingeht und was das noch mit Landwirtschaft zu tun hat. Diese Frage stellt sich genauso bei der Unterglasproduktion von Tomaten oder bei der Kuhhaltung im Laufstall, wenn die Tiere nie auf der Weide sind.

Aus Sicht des Produzenten ist klar, dass man nicht die idyllische Produktionsweise und gleichzeitig die Milch für 90 Cent pro Liter oder das Brathähnchen für 5.90 haben kann. Für den Konsumenten ist das nicht so klar, wenn beides im gleichen Regal liegt und auf den ersten Blick auch gleich aussieht. Ob die Brathendelfabrik nun in Polen oder in Deutschland oder in China steht, macht bezüglich der Produktequalität dann auch nicht mehr viel aus, was dann "inländisch" als Qualitätsmerkmal verwässert.

Die hocheffiziente und stark auf ein Produkt ausgerichtete Betriebsweise hat auch Konsequenzen auf die Persönlichkeit des Betriebswirts: man ist Fabrikant, nur halt eben Eier oder Schweine statt Schrauben oder Unterwäsche.
Oelkanne hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 00:55
Hier höhere Umwelt und Tierschutzvorgaben durchsetzen zu können, ohne das die Landwirtschaft gänzlich zu Grunde geht ist aus meiner Sicht nur dann möglich wenn zeitgleich die Einfuhr von Produkten die nicht nach unseren Vorschriften produziert wurden verboten wird.
Das würde aber die Lebensmittel in Deutschland stark verteuern
Das ginge schon, aber man müsste die Landwirte nicht mehr für ihre Produkte subventionieren, sondern Beiträge aussschliesslich für gemeinwerte Zusatzleistungen bezahlen, die der Landwirt erbringt, als da wären Landschaftspflege, Arterhaltung und so weiter. Diese Leistungen wurden früher ja als unvermeidliche Nebenwirkung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung so nebenbei erbracht, und die fallen bei der modernen Landwirtschaft immer mehr weg. Der Landwirt hat aber Anrecht darauf, wie jeder, der für andere arbeitet.

Das würde bedeuten, dass der Schweine- oder Hühnermastintensivbetrieb gar nichts erhält, der Bauer, der 30 Kühe auf seinen Dauergrünlandflächen grasen lässt und Winterfütterung auf seinen eigenen Heuwiesen einwirbt, hingegen ziemlich viel.
Wenn man das meiste der Subventionen für blosse Bewirtschaftung oder produktbezogen bekommt, muss man logischerweise effizient produzieren und all die Umweltschutzauflagen werden nur als lästig empfunden, was auch aus Sicht des Steuerzahlers nicht Sinn der Sache sein kann.

"Einfuhr von Produkten die nicht nach unseren Vorschriften produziert wurden verboten wird" Wie soll das ohne Kontrolle gehen? und wie soll die ablaufen? Die Lebensmittelämter haben ja schon ihre liebe Mühe damit, die Vorschriften im Inland durchzusetzen.
Bei uns läuft grad eine Abstimmung über ein Handelsabkommen mit Indonesien, wo Palmöl der Streitpunkt ist: das soll nur darunter fallen, wenn es nachhaltig produziert wurde. Soll man jetzt den Indonesiern vertrauen (die vermutlich einen oder zwei Vorzeigebetriebe einrichten würden und im Alltag der Massenerzeugung dann vermutlich viel flexibler in der Auslegung der Vorschriften im Abkommen wären, als es eigentlich gemeint war), oder sollen Schweizer denen vor Ort auf die Finger schauen und sich hintes Licht führen lassen? Ich stelle mir grad vor, indonesische Beamte kontrollieren hier, wie Käse gemacht wird ...
Hohe Qualität kann nur dann gesichert werden, wenn es ein echtes Anliegen des Produzenten selber ist. Ein gutes Beispiel sind all die hochpreisigen AOC-Waren.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2934

Beitrag von Rohana » Do 25. Feb 2021, 14:47

emil17 hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 09:38
Grössere Flächen lassen sich rentabler bewirtschaften, bedeuten aber einen Verlust an Strukturen und Grenzlinien und dadurch eine Trivialiserung der Umwelt.
Liebster Emil, auch wenn ich dir in der Überlegung zustimme - Struktur ist DER Knackpunkt für vielfältige und reichhaltige Lebensräume - ist es doch vergebens, da die Schuld bei den (derzeitigen) Bauern zu suchen. Die Strukturen sind relativ starr, es werden keine Wälder, Hecken oder Bäume gerodet, keine Flüsse begradigt oder Grünland umgebrochen um Äcker zu gewinnen. Einzig was keine Abgrenzungen hat kann ohne grösseren Aufwand zusammengelegt werden, wir gehen ja jetzt nicht hin und teilen uns die Landschaft auf wie es uns passt, das ist streng reglementiert. Die Gestaltungskraft der Bauern ist das aufteilen grosser Schläge. Kann man machen wenn's einem in den Kram passt, aber ansonsten, ganz ehrlich, wer schneidet sich unnötig (und ohne Kompensation!) ins eigene Fleisch?
In Bayern gibt es ein Programm was das freiwillige Anlegen von Landschaftselementen belohnen soll. Ich frage mich wirklich wie sehr bzw. ob das genutzt wird, denn diese Fläche ist weg auf nimmerwiedersehen (wobei das vielleicht interessanter wird in roten Gebieten oder auf so schlechten Böden wo man eh nix gescheites machen kann...).
Oelkanne hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 00:55
Hier höhere Umwelt und Tierschutzvorgaben durchsetzen zu können, ohne das die Landwirtschaft gänzlich zu Grunde geht ist aus meiner Sicht nur dann möglich wenn zeitgleich die Einfuhr von Produkten die nicht nach unseren Vorschriften produziert wurden verboten wird.
Das würde aber die Lebensmittel in Deutschland stark verteuern
Das ginge schon, aber man müsste die Landwirte nicht mehr für ihre Produkte subventionieren, sondern Beiträge aussschliesslich für gemeinwerte Zusatzleistungen bezahlen
Wär doch total okay. Wenn das Produkt gescheit bezahlt wird, braucht ja niemand Subventionen! Nur bleibt es hier ziemlich sicher bei der Theorie, denn das wird kein Politiker durchsetzen können oder überhaupt wollen. Das betrifft ja ALLE Wähler und omg, teure Lebensmittel gehen ja gar nicht...
Was aber interessant wäre, ob die geringeren Kosten woanders in puncto Arbeitskraft und Betriebsmittel zusammen mit einem günstigeren Klima überhaupt durch Logistikkosten ausgewogen werden bis das Produkt dann hier im Laden liegt, oder ob's immer noch billiger ist das das inländische mit derzeitigen Sozial und Umweltstandards? Wäre es in deinem Sinne, wenn wir hier nur noch irische oder neuseeländische Weidemilch haben (oder würde das schon daran scheitern dass die dort nicht die in D vorgegebenen Tierwohlkriterien einhalten :hmm: )
Wie soll das ohne Kontrolle gehen? und wie soll die ablaufen? Die Lebensmittelämter haben ja schon ihre liebe Mühe damit, die Vorschriften im Inland durchzusetzen.
Das ist der nächste Problempunkt. Möglich vielleicht, realistisch... naja ich seh's nicht kommen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2935

Beitrag von penelope » Mi 3. Mär 2021, 13:07

Ich werfe hier mal ein aus meiner Sicht sehr ausgewogenes und gutes Interview zu den aktuellen Protesten ein:
https://www.freitag.de/autoren/der-frei ... -politiker

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2936

Beitrag von Oelkanne » So 7. Mär 2021, 00:17

penelope hat geschrieben:
Mi 3. Mär 2021, 13:07
Ich werfe hier mal ein aus meiner Sicht sehr ausgewogenes und gutes Interview zu den aktuellen Protesten ein:
https://www.freitag.de/autoren/der-frei ... -politiker
Auch wenn das viele nicht wollen,
führt glaube ich nichts daran vorbei dass sich die Betriebe zusammenschließen.
Die Abnehmende Hand wird sicher nicht kleiner und die Wohlfahrt ist sie auch nicht
also muss die abgebende Hand wachsen um auf Augenhöhe zu agieren.

Wenn sich 10 Süddeutsche Betriebe zusammen tun um Fläche und Maschinen gemeinsam effizient zu nutzen ergeben sich gewaltige Sparpotenziale die bis jetzt noch ungenutzt bleiben.
Dabei müssen die Betriebe nicht Mal von der Landkarte verschwinden
aber es müssten sich eben 10 Bauern einig sein...
... das wäre das 8. Weltwunder.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2937

Beitrag von Rohana » So 7. Mär 2021, 00:38

Oelkanne hat geschrieben:
So 7. Mär 2021, 00:17
aber es müssten sich eben 10 Bauern einig sein...
... das wäre das 8. Weltwunder.
Der richtige Zeitpunkt für welche Massnahme auch immer ist idR ziemlich gleichzeitig und bei unseren relativ kleinstrukturierten Verhältnissen kann man das kaum mit grösseren Maschinen machen als jetzt schon da sind, also muss es parallel laufen um gut zu sein... glaube kaum dass sich da 10 Bauern einen Maschinenpark teilen wollen und *können*. Wir überlegen aktuell zu zweit ein Güllefass zu kaufen, ist auch schon der Wahnsinn :rot:

Der einzige Weg 3 Bauern unter einen Hut zu bringen ist zwei davon zu erschlagen - erlebe ich immer wieder. Also nicht das erschlagen zum Glück, nur den Mangel an Übereinstimmung :bang:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2938

Beitrag von Oelkanne » So 7. Mär 2021, 01:50

Na ja, wenn ich mich in meiner Heimat so umsehe ginge da einiges.
Die Felder haben im Schnitt eine Fläche von 1-2ha manche 2,5ha.
Die Feldblöcke sind aber 8-12ha groß.
Tut man sich also zusammen, tauscht passend hin und her kommt man zu Flächen mit denen es sich arbeiten lässt.
Auch steht hier auf jeden Hof mindestens ein Schlepper mit mehr als 150Ps rum.
Meistens stehen die Ackergäule oder langweilen sich vor irgendwelchen popeligen Eggen, Schleppen und hölzernen 12 Tonnern.
Würde man die 150Ps auslasten ließe sich optimistisch geschätzt jeder zweite Schlepper (im Neuwert von 350.000€) einsparen.
Auch hat hier jeder selbstverständlich seine 3m Drillkombi.
Auch hier lassen sich mit Sicherheit ⅓ der Maschinen stilllegen, beim Kauf von einer neuen 6m Maschine ersetzt diese 2,5 3m Maschinen.
Spritzen und Streuen erfolgt hier mit 12,5m, 15m, 21m und 27m. Da sich nicht alle Flächen gut mit einer 27m Spritze bearbeiten lassen wird man sich wohl auf 21m und 27m einigen, da beides mit 3 und 6m drillbar. Eine 27m Spritze schafft etwa den Faktor 2,5 mehr als die am Häufigsten vorhandene 15m Maschine.

Das größte Problem jetzt, so auch sicher bei euch, ist das die Bewirtschafter sich bis jetzt noch "Vierteilen" müssten. Der Stall will gemacht werden, Familie, Acker, Büro. Deshalb "braucht" man große schlagkräftige Maschinen um in dem kleinen Zeitfenster für den Acker diesen zu bestellen.
Tut man sich zusammen, kann man das Personal wesentlich besser einsetzen. Der Teil der dann nichts tut weil es für ihn auf dem Acker nichts zu tun gibt kann in Stall oder in Rente und von den Skaleneffekten der anderen Leben.

Hier hat es eine Biogasanlage im Ort. zu 49% gehört die einem Energieversorger und zu 51% ist es Streubesitz der Landwirte. Die sind sich aber nie einig und so wird das gemacht was der Energieversorger sagt.
Tut man sich zusammen kann man die Silagepreise so weit erhöhen das ein Großteil des Gewinns an die Landwirte fließt und nicht zum Energieversorger oder man schafft endlich die Regel ab das man für den Gärrest den man abnehmen muss auch noch Geld bezahlen muss usw

Aber die sind sich alle nicht ganz grün,
deshalb werden sie weiterhin dem Nachbar die Flächen wegpachten und Kampfmaispreise bei der BGA einreichen....

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2939

Beitrag von Rohana » So 7. Mär 2021, 09:09

Weiss nicht ob man hier wirklich weiter käme mit Flächentausch und so. Ein weiteres Problem ist halt nach wie vor die Arbeitsspitze. Regelmässig brauchen wir mehr Leute als wir haben wenn wir die wichtigen Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt erle(di)gen wollen, und garantiert gibt's dazu noch Probleme im Stall weil die Kühe halt wissen wann der perfekte Zeitpunkt für Komplikationen ist. :bang:
Aber hey... mittlerweile kann man sich fünfteilen, denn jetzt braucht man n halbes Studium für die neuen Vorschriften und Dokumentationen.
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