Pferd und Kirschkerne

(wir werden nicht gebraten)
Sonnenstrahl
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Re: Pferd und Kirschkerne

#11

Beitrag von Sonnenstrahl » Sa 31. Aug 2013, 22:01

Also mein Hund hat auch Kirschen mit Kernen gefressen, Pflaumen auch und Birnen- alles was vom Baum gefallen ist.
Wir mussten zur Erntezeit immer aufsammeln, bevor der Hund in den Garten durfte. Obst hat sie immer geliebt und wir haben einfach geschaut, dass sie nicht zu viele Kerne gefressen hat, sonst kamen die wieder raus- manchmal oben, manchmal unten :ohoh:

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Little Joe
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Re: Pferd und Kirschkerne

#12

Beitrag von Little Joe » Sa 31. Aug 2013, 22:18

Sonnenstrahl hat geschrieben:Also mein Hund hat auch Kirschen mit Kernen gefressen, Pflaumen auch und Birnen- alles was vom Baum gefallen ist.
... Hunde haben einen völlig anderen Verdauungstrakt wie Pferde
Erstaunlich, dass Menschen, die alles besser wissen, nie etwas besser machen.

chris
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Re: Pferd und Kirschkerne

#13

Beitrag von chris » So 1. Sep 2013, 12:01

Little Joe hat geschrieben:... Hunde haben einen völlig anderen Verdauungstrakt wie Pferde
ich vermisse jetzt doch den "Knopf" für "Danke" oder "gefällt mir" ;-)
Alles wird gut!

Toni del Campo
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Re: Pferd und Kirschkerne

#14

Beitrag von Toni del Campo » So 1. Sep 2013, 15:52

Es ist ein allgemeines Problem,dass unsere heutigen Pferde leider fast alles und zuviel fressen.
Durch die züchterischen Veränderungen in Grösse,Form,Farbe und Bewegungsmuster, wurden natürliche Instinkte,Psyche und leider auch gesundheitliche
Leistungen vernachlässigt.
Die pferdeunphysiologische Fütterung und Haltung trägt ein Übriges dazu bei.
Nur noch wenige Pferde verfügen über so gesunde Instinkte und Erfahrungen,für sie schädliches Futter zu meiden, bzw. nur geringe Mengen davon zu sich
zu nehmen. Das ist vergleichbar mit dem Menschen der seinen Geschmackssinn und sein Sättigungsgefühl durch völlig überwürzte und "tote" Fertigkost verloren
hat.
Zu meinem grossen Bedauern stelle ich und andere Pferdefachleute fest,dass unsere Pferde und Ponys fast alle Zuchtendprodukte sind,die nur durch den steten
Einsatz vom Tierarzt noch alt werden.

Toni del Campo

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Re: Pferd und Kirschkerne

#15

Beitrag von Sue » Di 3. Sep 2013, 14:03

Oh, ich bin nicht alleine!
Letztens geh ich den Pferden auf die Wiese hinterher und denk mir, was knurpsen die da??
Genau dasselbe: Kirschkernknackerei. Schien irgendwie Spaß zu machen, so viel, das das Gras gänzlich uninteressant war.
Hab die Wiese abgesperrt. War mir auch zu heikel.

Ein großes Problem sind auch die noch grünen, vom Baum fallenden Äpfel überall.
Der Wallach saugt die ein, wo immer er sie finden kann.
Das dumme ist: Überall sind Äpfel. Und da die meiste Fläche am Hang liegt, kullern die auch auf Wiesenstücke, wo keine Bäume direkt stehen.
Ich hab aufgesammelt, was zu sammeln ging, um irgendwie Weidefläche frei zu bekommen. Die reiferen scheinen ihm nichts mehr auszumachen, zumindest ist der Durchfall wieder weg.

Dummerweise finde ich derzeit aber kaum ein obstfreies Stück auf dem zur Verfügung stehenden Hektar.

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Re: Pferd und Kirschkerne

#16

Beitrag von Adjua » Di 3. Sep 2013, 14:15

Toni del Campo hat geschrieben:Es ist ein allgemeines Problem,dass unsere heutigen Pferde leider fast alles und zuviel fressen.
Durch die züchterischen Veränderungen in Grösse,Form,Farbe und Bewegungsmuster, wurden natürliche Instinkte,Psyche und leider auch gesundheitliche
Leistungen vernachlässigt.
Die pferdeunphysiologische Fütterung und Haltung trägt ein Übriges dazu bei.
Nur noch wenige Pferde verfügen über so gesunde Instinkte und Erfahrungen,für sie schädliches Futter zu meiden, bzw. nur geringe Mengen davon zu sich
zu nehmen. Das ist vergleichbar mit dem Menschen der seinen Geschmackssinn und sein Sättigungsgefühl durch völlig überwürzte und "tote" Fertigkost verloren
hat.
Zu meinem grossen Bedauern stelle ich und andere Pferdefachleute fest,dass unsere Pferde und Ponys fast alle Zuchtendprodukte sind,die nur durch den steten
Einsatz vom Tierarzt noch alt werden.

Toni del Campo
Na ob das wirklich nur mit "Überzüchtung" zu tun hat? Wir halten hier Pferde schließlich in einer Weise, die extrem von den Bedingungen abweicht, unter denen sich Pferde in freier Wildbahn gut vermehren - das wärem extensive, magere Flächen. Statt dessen gibt es gerade für Sportpferde viel zu fette Wiesen und zuwenig Bewegung. Plus gesundheitsschädliche Reitmethoden. An alledem geht auch ein nicht gerade überzüchteter Hafi ein, wenn man nicht aufpasst.

Und ob es in Steppen gerade so viele Obstbäume gibt ...

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Re: Pferd und Kirschkerne

#17

Beitrag von Toni del Campo » Di 3. Sep 2013, 16:59

Liebe Adjua,

nein,es hat natürlich nicht nur mit der Überzüchtung zu tun,sondern ist ein multifaktionales Problem. Ich deutete es an (pferdeunphysiologische Haltung und
Fütterung). Da gibt es Fohlen,die viel zu kurz bei der Mutter verbleiben und deshalb nicht von ihren Erfahrungen lernen können. Denaturiertes Futter,damit
das Pferd auch schön gross wird, Monokulturweiden mit dem beliebten Welsch-Weidelgras tragen auch nicht gerade zur vielfältigen Geschmacksentwicklung
bei, kleine,monotone Sandausläufe,die den Hunger und die Langeweile schüren usw,usw.
Jaaaa,die Reitmethoden- eine ganz üble Geschichte.Ist ein arg wunder Punkt bei mir!
Es gibt aber,oh Wunder, immer wieder Pferde deren Instinkte und Erfahrungen noch halbwegs in Ordnung sind.
Ich bin vor 15 Jahren mit den 3 letzten meiner Pferde hier gelandet; meine Familie züchtete und bildete Pferde über 150 Jahre aus.
Es war interessant zu sehen,wie sie für sie unbekannte und auch stark giftige Pflanzen mieden oder auch nur ganz wenig davon probierten.
Meine Pferde wurden stets draussen auf ungedüngten,mehreren ha grossen Weiden gehalten.
Die peruanische Pasostute starb hier nach 10 Jahren mit 33 Jahren, die Halbblüterin mit 37 Jahren als ältestes Pferd Mallorcas.Sie hatte eine wundervolle
Gangmechanik und hat in ihrem Leben nie Eisen tragen müssen.Wir absolvierten in ihrem 20ten Jahr noch einen Wanderritt von einer Woche mit ca. 50km am
Tag, ohne Eisen.

Hab mich gefreut Deine Meinung zu hören

Toni del Campo

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Re: Pferd und Kirschkerne

#18

Beitrag von Spottdrossel » Di 3. Sep 2013, 17:39

Wenn wir wieder zurück zur Natur wollten, müßte Mensch sich aber auch das retten-und-betüddeln-wollen abgewöhnen, und ob man das schafft?
Vor Jahren habe ich einen interessanten Artikel über die wildlebenden Pferde auf einer Ostseeinsel gelesen. Beispiel Zahnfehlstellungen: wer so was hat, verhungert und vererbt sich nicht. So erhält man über Generationen gesunde Tiere, aber wer würde das in der Praxis durchziehen?
Die wenigsten Halter sind ja wenigstens so einsichtig, das sie sehen, daß ihre Stute zwar ein sehr liebes Tier ist, aber eben kein ZUCHTtier. Und schon hat man wieder ein Pferd mehr mit ungünstigem Gebäude und dadurch dem erhöhten Risiko, bei falscher Reitweise gesundheitliche Probleme zu bekommen.
Hühner sind auch nur Menschen...
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Re: Pferd und Kirschkerne

#19

Beitrag von Adjua » Di 3. Sep 2013, 19:01

Vermehren statt Züchten ist sicher ein Problem in der gesamten Tierzucht. Das Gereite, sowohl im Sportbereich, als auch im Freizeitbereich ist sehr oft eine Katastrophe. Ich bin trotzdem überzeugt, dass ein hochgezüchtetes Sportpferd, das auf mehreren Hektar geeigneter Weide aufwächst, die ihm zuträglichen Pflanzen genauso gut oder schlecht aussucht wie ein Islandpony.

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Re: Pferd und Kirschkerne

#20

Beitrag von Spottdrossel » Di 3. Sep 2013, 21:21

Ich bin mir sowieso nicht sicher, wer oder wie man nachweisen will, daß es da Instinkte für "richtiges" Futter gibt?
Wurde da bei wilden Pferden mal geforscht? Oder ist es schlicht so, daß man 1.) nicht mitbekommt, wenn der wilde Mustang sich den Magen verdorben hat
und 2.) Angebot und Nachfrage - wenn genug passendes Grünzeug da ist, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, daß was unpassendes geknuspert wird.
Unser Vergiftungsfall war die Kombination Haflingerfohlen + Winter + Nachbars Eibe. Die war halt sattgrün und die Instinkte sagten, Grün ist lecker :ohoh: .
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