Ukara

Moderator: kraut_ruebe

Re: Ukara

Beitragvon bielefelder13 am Do 19. Jan 2017, 11:24

Denke das Prinzip Ukara funktioniert nur bis zu einer bestimmten Bevölkerungsgröße unter Gleichgesinnten. Bricht nur einer aus der Gemeinschaft aus gibt es ein Problem. Eine wie in Europa Konsum- und Leistungsorientierte Gesellschaft umzuformen halte ich leider für unmöglich. :sauenr_1: Die Vorstellung aber, das es soetwas geben kann und wenn es nur im kleinen wäre, ist schon sehr positiv. :hmm:
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Re: Ukara

Beitragvon Rohana am Do 19. Jan 2017, 16:33

bielefelder13 hat geschrieben:Denke das Prinzip Ukara funktioniert nur bis zu einer bestimmten Bevölkerungsgröße unter Gleichgesinnten. Bricht nur einer aus der Gemeinschaft aus gibt es ein Problem.

Da lob ich mir eine Gesellschaft in der ich nicht zwingend in die Fussstapfen meiner Eltern treten oder eine mir zugedachte Rolle einnehmen muss damit die "Gemeinschaft" funktioniert! Denn ohne eine gewisse Reglementierung läuft es nicht, wenn nur ein Schmied gebraucht wird aber 10 sich dazu berufen fühlen und dafür auf einmal die Strassenkehrer fehlen oder die Ziegenzüchter...
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Re: Ukara

Beitragvon emil17 am Do 19. Jan 2017, 16:50

In traditionellen Gesellschaftsformen muss eine durch Geburt "erworbene" Rolle oder Beruf nicht unbedingt eine Last oder persönliche Einschränkung bedeuten.
Wir sind Kinder unserer Zeit und können uns vorstellen, wie das wäre, wenn wir mit unserer individualistischen Persönlichkeit zurück in die Vergangenheit versetzt würden. Wenn man aber schon als Kleinkind anders sozialisert würde, wie wäre das dann?
Wir kriegen durch das Umfeld, in welches wir hineingeboren werden, eine Brille (Wahrnehmungsfilter, Wertmasstab, Lebenszweck) aufgesetzt. Die kann man schlecht wieder ablegen.
Der Traum von der guten alten Zeit bezieht sich meistens nicht auf die tatsächlichen Lebesumstände von damals, sondern auf eine Geborgenheit in einem sozialen Umfeld, die heute wegen der lust -und individuumsbetonten Lebensideale vermisst wird.
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Re: Ukara

Beitragvon Rohana am Do 19. Jan 2017, 17:11

In traditionellen Gesellschaftsformen muss eine durch Geburt "erworbene" Rolle oder Beruf nicht unbedingt eine Last oder persönliche Einschränkung bedeuten.

Natürlich muss es nicht, aber es kann und es tut (bzw. hat getan), genau wie die heutigen Umstände auch nicht allen passen.
Warum sollte also eine "Tyrannei der Gemeinschaft" insgesamt besser oder erstrebenswerter sein als (Tyrannei der) Individualisierung? Ist das nicht wieder diese Verklärung, mit der heute auf "die gute alte Zeit" geblickt wird?
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Re: Ukara

Beitragvon ina maka am Do 19. Jan 2017, 17:23

Rohana hat geschrieben:Da lob ich mir eine Gesellschaft in der ich nicht zwingend in die Fussstapfen meiner Eltern treten oder eine mir zugedachte Rolle einnehmen muss damit die "Gemeinschaft" funktioniert!


versteh ich jetzt gar nicht :im:

Kannst du denn heute wirklich werden, was du willst??
noch nie arbeitslos gewesen?
Mein Mann war mal arbeitslos und öhhh... er hatte noch gar keine Berufsausbildung, wollte (und sollte) also einen AMS-Kurs mitmachen.
Er kocht so gerne und so gut, also wollte er Koch werden.
:neee: männliche Profi-Köche gibt es schon zuviele, da fördern wir nur mehr die Frauen. Sie könnten in der Altenpflege unterkommen.
Das wollte er nicht, also wurde es ein Bauberuf.

Wäre das ganze so viel schlimmer, wenn er Bauarbeiter geworden wäre, weil es seine Eltern waren und er schon seit Kindheit da hätte reinwachsen können????

Mein Traumberuf war und ist Bäurin, aber meine Eltern sind leider keine Bauern..... (und ich konnte mich auch in keinen Hofbesitzer verlieben...)

Also wie ist das jetzt mit der freien Berufswahl? :hmm: :lol:

Die heutige Gesellschaft macht es einem erst Recht unmöglich, zu werden, was man werden will.

(vor allem, wenn es heißt "ich will ein freier Mensch werden")

edit: das hab ich vergessen ...: Mein Mann stammt aus einer "Gasthoffamilie": Familienbetrieb, Chef=Koch........ :haha:
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Re: Ukara

Beitragvon Rohana am Do 19. Jan 2017, 17:47

Ich bin derzeit "arbeitslos". Klar, das Arbeitsamt möchte einem gerne eine Menge erzählen... aber das (be)hindert mich nicht. Schliesslich kann das Arbeitsamt maximal kein Geld zahlen, mehr haben die doch nicht in der Hand. Klar denk ich mir, hätt ich mal Schreiner gelernt, dann hätt ich jetzt 5 Jobs an jeder Hand :aeh:

Heute hat man generell die Wahl - im Rahmen seiner Fähigkeiten - sich eine Ausbildung oder ein Studium zu suchen was man möchte. Auch du könntest Landwirtin lernen bzw. Agrar studieren (sogar total Öko in Witzenhausen :) ) und im Rahmen des Stellenangebots dir in diesem Bereich eine Arbeit suchen, so wie andere auch. Nicht jeder dessen Eltern Bauern sind wird ein guter solcher, nur weil er/sie dazu "geboren" wurde und da "reingewachsen" ist. Für manche ist es Beruf und Berufung, andere machen es weil sie sich dem Erbe verpflichtet fühlen, wieder andere weil sie nicht fähig waren eine anderweitige Entscheidung zu treffen oder weil sie von den Eltern gedrängt wurden. Ist das besser als die bewusste Entscheidung dafür?
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Re: Ukara

Beitragvon ina maka am Do 19. Jan 2017, 18:05

Rohana hat geschrieben:Ich bin derzeit "arbeitslos". Klar, das Arbeitsamt möchte einem gerne eine Menge erzählen... aber das hindert mich nicht zwingend daran das zu tun und zu werden, was ich will. Schliesslich kann das Arbeitsamt maximal kein Geld zahlen,


Was, wenn man von dem Geld leben muss, allerdings nicht wenig ist :roll:

Rohana hat geschrieben:Heute hat man generell die Wahl - im Rahmen seiner Fähigkeiten - sich eine Ausbildung oder ein Studium zu suchen was man möchte.


willst du mich verar.. äppeln?
Nein :im: kann "man" nicht.
Das müssen einem die Eltern ermöglichen oder man muss es sich selber verdienen und darüber vergehen die Lebensjahre ... bis es (fast) zu spät ist.
Und dann kommt noch dazu, dass nicht jeder eine Stelle (oder Kunden) in seinem Traumberuf findet.
(ich glaube das entspricht dem "weil es die Gesellschaft braucht", oder?)

Rohana hat geschrieben:Auch du könntest Landwirtin lernen bzw. Agrar studieren (sogar total Öko in Witzenhausen :) ) und im Rahmen des Stellenangebots dir in diesem Bereich eine Arbeit suchen, so wie andere auch


bitte bitte bitte bitte zeig mir so ein Stellenangebot ....
Achtung: ich will nicht "Magd" werden und ich hab kaum Erspartes!!
Ja, studieren hätte ich können. hab allerdings vor dem ersten Semester aufgegeben, weil ich da Tausend Chemikalien hätte lernen müssen und ich wollte immer nur :lol: selbstbestimmt körperlich hart arbeiten.

Na ja, iiirgendwie hab ich es eh erreicht, mit 4 Kindern am Hals und unserm "deppertem" Grundstück. sorry "deppert", weil es niemals zum Überleben unserer Familie reichen wird, aber arbeitsmäßig schön austoben kann ich mich dort schon- na ja, wenn das zählt als "Du kannst ja heute werden, was du willst" hmmmmm

sind wir nicht total ot inzwischen?? :rot:
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Re: Ukara

Beitragvon Rohana am Do 19. Jan 2017, 18:35

ina maka hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Ich bin derzeit "arbeitslos". Klar, das Arbeitsamt möchte einem gerne eine Menge erzählen... aber das hindert mich nicht zwingend daran das zu tun und zu werden, was ich will. Schliesslich kann das Arbeitsamt maximal kein Geld zahlen,


Was, wenn man von dem Geld leben muss, allerdings nicht wenig ist :roll:

Ich hab jahrelang von weniger gelebt dadurch dass ich (unqualifiziert) gearbeitet hab. Welchen Anspruch hast du gegenüber dem Amt oder sonstwem, dass er/sie dich aushalte, aber zu *deinen* Bedingungen? Der Rahmen der Auswahl mag kleiner werden, je weniger man selbst die Alternative ergreift (bzw. ergreifen kann); die grundsätzliche Wahlmöglichkeit bleibt aber erhalten. Find ich immernoch besser als XY werden zu MÜSSEN qua Geburt.
Rohana hat geschrieben:Heute hat man generell die Wahl - im Rahmen seiner Fähigkeiten - sich eine Ausbildung oder ein Studium zu suchen was man möchte.


willst du mich verar.. äppeln?
Nein :im: kann "man" nicht.
Das müssen einem die Eltern ermöglichen oder man muss es sich selber verdienen und darüber vergehen die Lebensjahre ... bis es (fast) zu spät ist.
Und dann kommt noch dazu, dass nicht jeder eine Stelle (oder Kunden) in seinem Traumberuf findet.
(ich glaube das entspricht dem "weil es die Gesellschaft braucht", oder?)

Nein, ich will dich nicht veräppeln. Die Freiheit die wir heute in der Berufswahl haben, die gab es früher nicht - grade als Frau! Wahlmöglichkeit heisst natürlich noch lange nicht dass immer alles total einfach machbar ist. Aber zwischen "unmöglich" und "schwierig" liegen Welten, meinst du nicht?
Rohana hat geschrieben:Auch du könntest Landwirtin lernen bzw. Agrar studieren (sogar total Öko in Witzenhausen :) ) und im Rahmen des Stellenangebots dir in diesem Bereich eine Arbeit suchen, so wie andere auch

bitte bitte bitte bitte zeig mir so ein Stellenangebot ....
Achtung: ich will nicht "Magd" werden und ich hab kaum Erspartes!!
Ja, studieren hätte ich können. hab allerdings vor dem ersten Semester aufgegeben, weil ich da Tausend Chemikalien hätte lernen müssen und ich wollte immer nur :lol: selbstbestimmt körperlich hart arbeiten.

Wenn du nicht Magd werden willst, aber dir das nötige Wissen und Können einer Landwirtin nicht aneignen willst(?), dann ... äh... ja, dann gibts da ein kleines Problem. Ausbildung wäre da vermutlich die angenehmere Variante gewesen, aber ganz ohne Chemie gehts nunmal nicht.

Ja wir sind fürchterlich OT :rot:
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Re: Ukara

Beitragvon fuxi am Do 19. Jan 2017, 18:37

ina maka hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Ich bin derzeit "arbeitslos". Klar, das Arbeitsamt möchte einem gerne eine Menge erzählen... aber das hindert mich nicht zwingend daran das zu tun und zu werden, was ich will. Schliesslich kann das Arbeitsamt maximal kein Geld zahlen,


Was, wenn man von dem Geld leben muss, allerdings nicht wenig ist :roll:
Ein Großteil der Sanktionen ist anfechtbar. Ich möchte da mal eine Hilfsoganisation erwähnen, die ich finanziell unterstütze, weil ich sie für (leider) notwendig halte: sanktionsfrei.de
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Re: Ukara

Beitragvon ina maka am Do 19. Jan 2017, 23:18

Rohana hat geschrieben:Find ich immernoch besser als XY werden zu MÜSSEN qua Geburt.


ich denke, ganz so arg ein "Muss" war es nie. Man hat immer irgendwie wählen können - nur war halt der eine Weg sehr sehr unbequem.....
ist es aber noch immer :pfeif: das wollte ich eigentlich sagen.


Rohana hat geschrieben:aber dir das nötige Wissen und Können einer Landwirtin nicht aneignen willst(?), dann ... äh... ja, dann gibts da ein kleines Problem. Ausbildung wäre da vermutlich die angenehmere Variante gewesen


hihi, woher nimmst du denn dieses "Wissen" über mich??
Auf der Uni lernt man nicht unbedingt das, was man als praktizierender Landwirt wissen muss.
Ich hab jahrelang auf verschiedenen (Bio-) Höfen gearbeitet, am fehlenden Wissen (und Können, welches in diesem Beruf genausoviel zählt!) liegt es nicht.

Ich denke mal, "auf Ukara" wußten die Menschen mehr als wir heute.
Dass es nicht immer ohne Leid ging, ist schon klar - geht es aber heute auch nicht!!

aber
Rohana hat geschrieben:ganz ohne Chemie gehts nunmal nicht.

das ist falsch .... ;)

bzw. was ist denn Chemie überhaupt??

ich meine, es geht ohne "Chemie" als Unterrichtsfach und es geht ohne "Chemie" als "Herbi-Pesti-Funghi-zid"

Das Geheimnis liegt im Miteinander :opa:
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