Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

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Beitragvon Tausch am Di 27. Jun 2017, 17:16

http://livingwebfarms.org/multimedia/vi ... zeitsmann/

Ein drei Tages Workshop mit Johann Zietsman (Autor vom Buch "Man, Cattle and Veld") und anderen. Recht spannend, auch wenn die Videos teils mühsam sind. Wie ich gesehen habe hat Manfred das Buch gelesen, und als gut empfunden. Manfred, hast du mehr zum Buch zu sagen?

Livingwebfarms hat übrigens ein paar spannende Kurse online, es lohnt sich da reinzuschauen.
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Manfred am Mi 28. Jun 2017, 12:15

Das Seminar hatte ich schon mal hier im Forum verlinkt. Sehr zu empfehlen für alle, die sich für Weidetierhaltung interessieren.

Die Bücher von Johann Zietsman "Man, Cattle and Veld" und Laurence M. Lasater "The Lasater Philosophy of Cattle Raising" sind die die beiden besten Bücher zum Thema Fleischrinderzucht, die ich kenne. Die Prinzipien sind auch auf Schafe und Ziegen übertragbar.
Zietsman hat quasi die Ideen von Tom Lasater weiterentwickelt, zunächst für seine Bedingungen in Afrika, dann für den Einsatz weltweit.
Es geht darum, in der Zucht jeden unnötigen Schnickschnack weg zu lassen und problemlose, zur Futtergrundlage passende, effiziente und dadurch wirtschaftliche Tiere zu selektieren, die aus Gras Geld machen.

Man muss dazu aber bereit sein, lieb gewonnene Vorstellungen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.
Wie meistens halt, wenn man einen großen Schritt nach vorne machen will.
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Tausch am Mi 28. Jun 2017, 19:24

Hoi Manfred,

eine meine Fragen ist was auf Schafe und Ziegen übertragbar ist:

Denn zumindest Schafe sind (ok, je nach Rasse) saisonal. Wie kann ich da die Zeit vom ersten Wurf zum zweiten als Kriterium von Fertilität/gesundem Hormonhaushalt nehmen? :schaf_1:

Sind die Körperformen übertragbar für Fertilität von Rind und Ziege?

Gibt es im Buch was zu Hüftknochen im Zusammenhang mit Endgrösse? Gibt es das auch für Schweine, Ziegen, Schafe?

LG
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Manfred am Mi 28. Jun 2017, 22:13

Ich meinte mehr die grundsätzlichen Ideen.

Bei saisonalen Rassen und bei zeitgesteuerter Deckperiode gibt die Zwischenkalbe/lammzeit trotzdem noch Hinweise auf die Fruchtbarkeit.
Tiere, die innerhalb des ersten Brunstzyklus ab Einsatz der Bullen/Böcke trächtig geworden sind haben eine höhere Fruchtbarkeitsleistung als Tiere, die erst im 2. oder gar 3. Brunstzyklus trächtig werden.
Es gibt inzwischen viele Rinderzüchter, die aus ihren Färsenherden alles rauswerfen, was nicht im ersten Zyklus trächtig wird.
Die decken meist einen Zyklus, nehmen dann die Bullen wieder raus, nach einer Weile Trächtigkeitsuntersuchung. Die nicht trächtigen Tiere kommen dann noch mal zum Bullen und werden anschließend an Gebrauchsherden-Halter verkauft.
Wenn du wie ich mit Rindern saisonal arbeitest, und eine Kuh kalbt 2 Monate (2 Zyklen) später als die anderen, fehlen dir am Ende beim fertigen Schlachttier irgendwas zwischen 50 und 90 kg Endgewicht. Das geht richtig ins Geld. Du fütterst du Kuh 2 Monate fürs Nichtstun und hast am Ende deutlich weniger Erlös.

Merkmale für einen funktionalen Körperbau sind m.W. gut übertragbar.

Kennlinien zur Abschätzung der Endgröße von weiblichen und männlichen Rindern sind im Buch enthalten.
Er hat diese selbst entwickelt. Für andere Tierarten sind mir solche Kennlinien nicht bekannt, aber vermutlich mit etwas Aufwand herstellbar.
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Rohana am Do 29. Jun 2017, 09:17

Manfred hat geschrieben:Tiere, die innerhalb des ersten Brunstzyklus ab Einsatz der Bullen/Böcke trächtig geworden sind haben eine höhere Fruchtbarkeitsleistung als Tiere, die erst im 2. oder gar 3. Brunstzyklus trächtig werden.

Entweder eine höhere Fruchtbarkeitsleistung, oder Pech. Die Selektion ist zwar superhart aber sicherlich erfolgreich - ich könnte das nicht ;)
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Manfred am Fr 30. Jun 2017, 09:55

Im Milchviehstall mit Besamung ist die Fehlerwahrscheinlichkeit ja auch deutlich höher als in einer Herde mit mehreren Deckbullen, wie es dort praktiziert wird.
Aber die Rinder, die nach der 2. oder 3. Besamung immer noch nicht tragen, sind halt für die Bedingungen des jeweiligen Milchviehbetriebs nicht gemacht. Dass sie in einem anderen Betrieb evtl. gut funktionieren würden, hilft dabei wenig. Du brauchst die Tiere, die in dein System passen.
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Re: Sustainable Ranching Johann Zietsman livingwebfarms

Beitragvon Rohana am Fr 30. Jun 2017, 10:01

Manfred hat geschrieben:Du brauchst die Tiere, die in dein System passen.

Da sind wir uns einig :)
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