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Re: Ganzheitlich geplante Beweidung - die Theorie

Verfasst: Fr 21. Aug 2015, 15:56
von Reisende
dazu ganz kurz:

ein schaf-traktor ist ungünstig.
zunächst einmal musst du bedenken, dass sowas je nach größe ordentlich gewicht hat, und eine weide ein weicher untergrund ist. mit reiner muskelkraft wirst du einen schafunterstand kaum bewegen können. höchstens vll im winter wenn der boden gefroren ist. tägliches oder wöchentliches umsetzen mit dem traktor finde ich reichlich umständlich.
außerdem sind schafe starke gewohnheitstiere. mir wurde von einem beweglichen unterstand abgeraten, da die möglichkeit besteht, dass sie ihn gar nicht erst annehmen.
das dritte, was mich stören würde: beweglicher unterstand heißt verzicht auf einstreu. da schafe aber dort, wo sie viel liegen auch am meisten kacken, hättest du am ende überall auf der weide, wo der unterstand mal stand, gehäufte mengen kot. die müsstest du denn ständig manuel entfernen, sonst wächst da im wahrsten sinne des wortes kein gras mehr.

Re: Ganzheitlich geplante Beweidung - die Theorie

Verfasst: Do 27. Aug 2015, 09:28
von Tika
Das Problem bei kleinen Tierbeständen ist halt, irgendeine Methode zu finden, die arbeitswirtschaftliche funktioniert und auch einigermaßen tiergerecht ist.
Man könnte z.B. mit einer Art kombiniertem Verfahren arbeiten.
Eine größere "Opferfläche" die für die Bewegungsfreiheit der Tiere überweidet wird und außenherum kleine Flächen fürs Futter mit jeweils kurzzeitiger Zuteilung.
Zum Thema tiergerechte Haltung und arbeitswirtschaftlich machbar ist mir eine Idee des "Paddock Trails" aus der Pferdeszene durch den Kopf gegangen, die man für andere Tierarten = andere Bedürfnisse vielleicht entsprechend anpassen könnte. Bei artgerechter Pferdehaltung ist ja immer das Riesenproblem mit dem Bewegungsfreiraum gegeben, daher Unterteilung in kleine Parzellen eigentlich nicht tiergerecht, die müssen (sollten!) auch mal rennen können. Außerdem trampeln Pferde beim Rennen und Spielen schon eine ganze Menge Gras einfach nieder, und auch Pferdehaltung muss ja z.B. für Pensionspferdehalter wirtschaftlich und möglichst wenig arbeitsintensiv sein. Deshalb hatten ein paar schlaue Leute schon früher die Idee, um eine größere zusammenhängende Weidefläche herum eine Art Laufgang zu machen, der immer offen ist, Zugang zum Unterstand hat und an dem eine Tränkestelle liegt. Im Innern der Fläche können beliebig kleinere Futterparzellen zugeteilt werden. Wenn man das gut überlegt anordnet könnte man ohne viel Aufwand Deine Idee mit einigen Tagen Beweidung und anschließender Zweimonatsruhe realisieren. Man bräuchte dann eben mindestens 12-15 Teilflächen innen, jeweils mit Zugang zum Laufgang.

Bin selber ständig am überlegen und ausprobieren, wie ich mit unsere kleine Fläche von 0,8 ha für zwei Pferde tiergerecht, ökologisch sinnvoll und arbeitstechnisch machbar umgehen kann. Dass die Fläche vorher jahrelang gnadenlos übernutzt wurde macht die Sache nicht leichter, aber man wächst ja an seinen Aufgaben ;)

Re: HPG - Ideen zur Umsetzung bei kleinsten Tierbeständen

Verfasst: Fr 30. Dez 2016, 00:28
von Manfred
In Frankreich gibt es jetzt einen Anbieter, der "fahrbare" Hordenzäune anbietet.
Jedes Zaunelement hat keine kleine, frei drehbar gelagerte Achse.

http://www.duro-france.com/fr/gammes/cl ... ns-25.html