Mit Permakultur Geld verdienen

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Re: Mit Permakultur Geld verdienen

Beitragvon viktualia am Di 3. Jul 2018, 17:16

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Re: Mit Permakultur Geld verdienen

Beitragvon centauri am Di 3. Jul 2018, 17:46

@Viktualia
ich weis zwar jetzt nicht was meine Ausführung mit einer Schwangerschaft zu tun haben könnte.
Nur das häufige Gedöns das ja auch mit Permakultur die Welt ganz einfach ernährt bzw. gerettet werden könnte geht mir auf den Sack wenn es dafür hauptsächlich theoretische Ansatzpunkte gibt. Außerdem geht es ja in diesem Tread um Geld verdienen mit PK soweit ich das verstehe.
Und der Tipp mit dem Teich von dir ist ja eigentlich genau so weltfremd wie so manches andere Gedöns zu dem Thema weil ich mir jetzt irgendwie nicht vorstellen kann wo dann das Geld her kommen sollte wenn ich am Teich sitze und den Libellen zuschaue.
Und wie du auf die Idee kommst das wir keine Tiere halten wollen kann ich auch nicht so richtig nachvollziehen. Klar kommen hier auch Tiere auf den Hof außer den Hühnern die wir immer schon hatten. Nur eben dann wenn alles gerichtet ist und nicht wie bei anderen wo es teilweise an Platz, Unterkünften, Wasserversorgung und Futter für die Tiere fehlt. So weit an den Idealbedingungen wie möglich ist unser Ziel wenn man sich schon Tiere hält.
Die Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft Ist viel erträglicher geworden,
seit dem wir sie Toleranz nennen!
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Re: Mit Permakultur Geld verdienen

Beitragvon viktualia am Di 3. Jul 2018, 19:24

@Centauri, du Witzbold, ich hab mich echt gefragt, was du mit "mehr Leute ernähren müssen" meinst...
Weil, wenn es ums Wirtschaftliche geht, suchst du dir heutzutage besser nicht das "kalorienreichste Produkt",
da hast du mich auf die falsche Spur gesetzt.
Das mit den Tieren meinte ich anders, hab versucht, mich wegen o.t. nicht über eure Rundreisen auszulassen
(zu schwurbeln, wieviel Benzingeld du sparst, wenn du stattdessen am Teich sitzt - du brauchst halt weniger Geld, wenn du es schön hast, da, wo du bist. Das war mein Gedanke.) Du willst dich also auf einen "PK-Gewerbszweig" ausrichten?

Tja, aber meine Aussage zum gekauften, sterilisierten Kompost bleibt stehen,
der bringt dir beim PK-Aufbauen nicht soviel "Zeitersparniss" (so würde ich PK-Gewinn in den ersten 3 Jahren definieren...),
wie wenn du Würmer oder Komposttee miteinplanst, soviel hab ich inzwischen verstanden.

Was ich bei dem Thema nicht verstehe ist, warum sich nicht jedem gleich erschliesst, wieviel man langfristig spart, wenn man in Kreisläufen denkt und handelt.
Dass es ums "Wie" mehr geht als ums "Was" haben wir doch schon endlos oft durchgekaut.

Und dass sich dann beim "Was" in der PK automatisch eine größere Bandbreite ergibt, dürfte auch auf der Hand liegen
- also, egal, welches Produkt ich hauptsächlich vermarkte, wenn ich auf Mischkultur und Beikräuter und gutes Saatgut schaue,
hab ich nicht nur zusätzliche Baustellen, ich hab auch zusätzliche potentielle Einnahmequellen. Je nachdem, wie ich mich ausfstelle halt.

Wenn du Gemüse machst, hast du also automatisch Kräuter und Blümchen am Back und kannst mit diesem Pfund wuchern.
Und Bestäuber - ob du dann Richtung Honig oder Saatgut gehst, kannst du dir aussuchen. Oder beides dazunehmen. Oder es so lassen.
Und, je nach Tierart, ist durch >selber Futter machen< auch schon wieder ne Menge vorgegeben,
was du mit deiner Brieftasche oder für deine Brieftasche lösen kannst.
Es sind halt andere "Schrittgrößen", wenn es um einen Kreislauf und nicht die Brieftasche geht.
Aber bei der Brieftaschenvariante zahlst du immer weiter und ein laufender Kreislauf hat die Tendenz, sich zu erhalten.
Da sind wir dann wieder an dem Punkt, wo PK das selbe ist wie gesunder Menschenverstand und einfach Unabhängigkeit vom kaputten System.
(Wobei ich hier das Wetter eher meine als die Politik).
Aber schon auch bissl den restlichen Kladderadatsch wie Müll und Löhne und gnadenlose Handelsverträge.
Da raus sein hätte seinen Wert, deine Vernetzungen haben ihren Wert.

Mit "Jetzt" und "Irgendwann" haste auch ne falsche Spur gelegt - wenn du auf schlechtem Boden anfängst, musst du den halt erst verbesssern, egal, wann du anfängst. Also Flächen für Mulchmaterial einplanen und nicht grad direkt Starkzehrer anbauen. Aber dir sowas zu erklären ist doch quatsch, das weist du doch selber besser als ich. So gesehen ist PK eher ne Frage der Reihenfolge: du überlegst halt zuerst, was der Boden braucht und danach darfst du ruhig damit Geld verdienen. Also deinen Gründünger vermarkten. Spricht ja nix dagegen. Oder ne Bodenverbesserung wählen, die dir beim anderweitig Geld verdienen den Rücken freihält, je nachdem, wann du wo was anfängst.

Das Etikett PK bekommen die Sachen dadurch, dass sie zusammenhängen, aber es sind eigentlich die gleichen Sachen wie anderswo.
Gelöst, verbunden, weniger verschwendet.
Wie will ich denn unidealistisch über vernetzte/geschlossene Kreisläufe schreiben?
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Re: Mit Permakultur Geld verdienen

Beitragvon Fred am Do 5. Jul 2018, 22:17

ina maka hat geschrieben:Ich mein, wenn ich ein guter Bäcker bin, verdien ich mein Geld auch mit Brötchenbacken und nicht mit Backkurse anbieten.

ist es nicht so einfach? :hmm:


Nein ist es nicht. - Wieviele gute Bäcker kennst du, die mit Brötchenbacken ihr Geld verdienen?

Hier im Ballungsraum kenne ich nur noch Verkaufsstellen, welche die Brötchen von einigen Großbäckereien verticken. Bio-"Supermärkte" der Region verkaufen auch das Brot von wenigen -nicht ganz so großen- Biobackereien.

Je länger man über unser Wirtschaftssystem selbst nachdenkt, desto klarer wird einem wie absurd die Idee ist, hier als kleiner Produzent zu versuchen mit Produktion das Geld zum bezahlen seiner Rechnungen zu verdienen. Verdienst geht immer in den Handel und vielleicht noch zu den Großen.
Wo immer man ein auch finanziell erfolgreiches Perma-Projekt sieht, geht das fast immer parallel zu erfolgreicher Direktvermarktung. Muss mich schon die ganze Zeit bremsen, darauf hinzuweisen, daher soll es das dazu gewesen sein.

Jetzt sagte man mir, Terra Preta muss immer bedeckt sein.

Besser ist das. Will man von Bodenleben profitieren, sollte man dieses nicht vertrockenen lassen :platt: , was mit konsequentem abdecken am praktikabelsten ist. :daumen:

Mein Mann hat aber den ganzen Mulch [...] recht bald wieder entfernt, weil der Schneckendruck einfach zu groß wurde
Aber die Paprika haben die Schnecken fast gekillt...
Welche Antwort hat die Permakultur auf so ein Dilemma?
:rot: sorry für ot....


Kräftigere Pflanzen durch schaffen von günstigen Wachstums-Bedingungen für diese Pflanzen.
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Re: Mit Permakultur Geld verdienen

Beitragvon Fred am Do 5. Jul 2018, 23:19

Manfred hat geschrieben:In diesem Video rückt Curtis Stone einige "PK-Mythen" zurecht, was die Umsetzbarkeit in kommerziellen Betrieben angeht:https://www.youtube.com/watch?v=C0kVIS3rQ28


Ja. Wo er recht hat, da hat er recht.
Allerdings übersieht er, daß er in seiner Grundforderung: "Permakultur muss praktikable Lösungen für Large-scale Agrikultur bieten" - etwas fordert, das Permakultur nicht tun will, weil es im Gegensatz zum Grundkonzept der Permakultur steht.

Die Lösung, welche Permakultur für "Large scale Agriculture" bietet, liegt in der Auflösung dieser Naturwidersprechenden Großbetrieben, und neuen sozialen Strukturen um kleine naturgemäße Landwirtschaftliche Produktionseinheiten.
Dazu muss sich in der Gesellschafft einiges bewegen, weshalb es auch Kapitel 14 im Permakultur-Handbuch - Soziale permakultur gibt.

Der Vortrag von Tobi Hemenway: "How permaculture can save humanity and the earth but not civilisation" ist in diesem Zusammenhang sehr zu empfehlen, da, wie er selbst sagt, eine Monokultur-Feldwirtschaft vorraussetzung für eine Zivilisation (civis=Stadt) ist.

Zu den anderen Punkten, da müsste man mal überprüfen, wie tief Curtis Stone selbst mit Permakultur vertraut ist. Ja, da Permakultur aus dem trockensten Kontinent stammt, sind Swales ein Aushängeschild der Permakultur. Aber nirgends wird gesagt, daß man die ganze Erde unüberlegt mit Swales überziehen soll. Es gibt im PK-Handbuch auch die Erleuterungen wie man Drainagen zum trockenlegen anlegt. Oder, was tun, um Beete auf sumpfigem Grund anlegen zu können.

Vielleicht liegt die größte Schwierigkeit und Missverständnis in der Permakultur darin, daß es ein System zum Selbst-Denken ist, um jeweils eine individuell angepasste Lösunge zu entwickeln, und kein Produkt, das man in 0-8-15 Manier überall gleich hinsetzt. Das steht der schnellen Verbreitung wohl am ärgsten im Weg.
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