Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch)

Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon viktualia am So 14. Mai 2017, 15:44

Das Rückhaltebecken hier ums Eck beim Städtchen hat 2 Becken; es sind wohl eher Überlaufbecken, gespeichert wird da nix.
Aber halt so angelegt, das erst das Kleine voll läuft, danach das Größere. Sind mit schilfartigem bepflanzt, etwas unterschiedlich, das Große mehr Gräser, das kleine mehr Rohrkolben; hoher Grundwasserspiegel hier.

War schon klar mit den mehreren Lösungen, ging ja um PM, war eher wegen oben/unten. Danke.
Das mit den Dämmen find ich interessant, hatte Manfred da nicht neulich auch was mit seinem Fluss, der stabiler das Ufer hält seit er HM macht?
Kühe neben dem Gewächshaus sind nix, und ein Damm ist kein Ufer;
vor allem sollte man ja immer Idealfall/Normalfall/Unfall auseinander halten.
Bei "wie konstruiert man Überläufe, die selten gebraucht werden" ist die Kenntniss der Wasserwege sicher sehr zielführend.
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon viktualia am So 14. Mai 2017, 16:00

Ölkanne, das mit dem Hängenbleiben ist insofern wichtig als es da um die Kenntniss des Geländes ging, bzw. halt die Unkenntniss des Soldaten darüber.
Und in einem Hochwassergebiet wird der Bauer das noch etwas besser kennen als der Experte, das Thema geht aber ja um die plötzlichen Starkregen, die zu Überschwemmungen führen, wo es vorher keine gab.
"Da gibt es Experten für" ist, lach, deiner nicht würdig, so mein ich das mit den Zauberern, hättest du einen vor dir, würdest du ihn löchern und nicht vor Respekt verstummen, oder?
Der Soldat tut ja auch essen, Regen fällt auch beim Nachbarn und wenn du ne Karte mit den über- und unterirdischen Wasserwegen deiner Gegend in die Finger bekommst, dann schaust du dir die doch an und setzt es in Verbindung zu deinen Plänen da, oder?
Die Einrichtung festen Hochwasserschutzes ist Arbeit für Fachleute, right. Aber das ist ein anders Thema, hier ging es um die prohylaktische Auswirkung in einem größeren Rahmen, wo dann diese Daten halt einfliesen, ganz ohne Fachleute, einfach von Natur aus.
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon ben am So 14. Mai 2017, 16:29

Oelkanne hat geschrieben:Was soll denn ein Landwirt tun, der auf überschwemmungsgefährdeten Flächen wirtschaftet?
um jeden Acker in Eigenregie einen 5m hohen Wall bauen oder was?

Das ist ja noch mal eine ganz eigene Frage. Das Mindeste, was ich in so einer Situation tun würde ist auszurechnen, welcher Schaden im schlimmsten Falle entstehen könnte. Wenn dieser Schaden mich finanziell umhauen würde, würde ich mich schleunigst nach anderen Flächen umsehen oder ich bin darauf angewiesen, dass die Versicherung den Schaden kompensiert. Das würde ich dann aber klären, ob es so ist. Wenn ich aus welchen Gründen auch immer an die Fläche gebunden wäre, würde ich alle Maßnahmen umsetzen, die den Schaden begrenzen können.

Ich habe ja nichts gegen Experten aber für die eigene Fläche ist man nun mal selber Experte. Selbst wenn ein Hochwasserexperte sich die Zeit nehmen würde uns zu sagen, wo wir unser Gewächshaus nicht hinstellen können, weil die Stelle überflutungsgefährdet ist, dann kann er uns immer noch nicht sagen wo denn ein guter Standort wäre, weil da noch zahlreiche andere Dinge zu berücksichtigen sind, von denen er keine Ahnung hat. Er ist ja nur Experte für Hochwasser.
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon ben am So 14. Mai 2017, 18:34

Noch ein Nachtrag:
Auf Flächen, die regelmäßig im Überflutungsbereich eines Flusses liegen kann es im Sinne eines Hochwasserschutzes gerade nicht darum gehen Dämme zu bauen, denn das würde nur die Situation im Unterlauf des Flusses verschärfen. Im Gegenteil muss man dafür sorgen, dass möglichst große Flächen überschwemmt werden können, um die zerstörerische Kraft des Wassers zu bändigen. Da Hochwässer nicht ständig vorkommen (sonst wären es ja keine) müssen Landwirte, die auf solchen Flächen wirtschaften entschädigt werden, denn wann ein Hochwasser kommt lässt sich nicht genau genug vorhersagen. Dass Hochwässer kommen ist allerdings sicher, deshalb hält sich mein Mitleid mit Leuten und Gemeinden, die in solchen Gebieten Häuser und andere Dinge bauen in Grenzen. Das fällt dann eher in die bereits erwähnten Kategorien planerisches Versagen und Ignoranz.
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon emil17 am Do 18. Mai 2017, 19:00

Der letzte Beitrag bringt es auf den Punkt.
Hochwasserschäden sind zum grossen Teil auf Fehlplanungen zurückzuführen, und nachher "muss" der Steuerzahler das Überschwemmungsgebiet eines 50- oder 100jährigen Hochwassers mit teuren Baumassnahmen sichern, weil ja die böse Klimaerwärmung und so weiter.
Man sollte aber tunlichst zwei Grössenmasstäbe unterscheiden.
Schäden durch Ereignisse wie das grosse Elbhochwasser von 2002 (324 mm in 24h) kann ein Einzeltäter nur vermeiden, indem er sich dort ansiedelt, wo kein Überschwemmungsgebiet ist.
Für kleinere, häufigere Ereignisse wie starke Gewitterrregen kann man zuerst mal das Gelände und die Vegetation beobachten und ein wenig nachdenken.
Oft ist auch die sinnvollere Strategie, zu akzeptieren, dass einmal in 25 Jahren ein übermütiger Bach den Garten etwas mitgestaltet oder die Möhren eine Woche lang im Wasser stehen. Alles kann man nicht verhindern.

GIS und Rückhaltebeckenberechnung sind Werkzeuge der Raumplanung auf regionaler Ebene und für den Einzeltäter ohne Praxisrelevanz, auch wenn Dinge wie free GIS software und frei runterladbare Höhenmodelle viel Spass machen. Dammbauten waren schon immer Gemeinwerk. Man kann und sollte aber die regionalen Hochwassergefährdungspläne einsehen und gewisse Vorkehrungen treffen, falls man baut.

ben hat geschrieben:Da Hochwässer nicht ständig vorkommen (sonst wären es ja keine) müssen Landwirte, die auf solchen Flächen wirtschaften, entschädigt werden, denn wann ein Hochwasser kommt lässt sich nicht genau genug vorhersagen.

Warum soll jemand entschädigt werden müssen für eine Eigenschaft des Landes, die sich ertragsvermindernd auswirkt, aber nicht die Folge eines Eingriffes eines Dritten ist, sondern eine Eigenschaft des Dings an sich? Es gibt auch keine Ertragsausfallsentschädigung für mageren Boden, für steilen Boden, für schattige Lage und für was weiss ich noch alles.
Ein Schaden kann nur dann entschädigt werden, wenn es einen juristisch belangbaren Schädiger gibt. Für Naturkatastrophen gibt es kollektive Versicherungen. Fehlt es daran, trägt den Schaden derjenige, der betroffen ist. Aber für eine nachteilige Eigenschaft aus Sicht der Ertragsoptimierung ...? Die wirkt sich im Landpreis aus, und der Bauer sollte auf solchen Flächen gewisse Dinge unterlassen, weil sie dafür nicht geeignet ist.
Wurde die Überschwemmung hingegen durch den Bruch eines mangelhaften Staudammes verursacht, dann ist es ein Schaden und der Betreiber des Werks ist dran.



@Oelkanne: Wenn die Bauern alles Interesse daran haben, humuserhaltend zu bewirtschaften, warum sieht man dann hier auf empfindlichen Böden jedes Jahr tiefe Erosionsrinnen in Maisfeldern in leichter Hanglage? Ist da der Bauer oder der Regen schuld? Klar, der Regen, es hätte ja nicht so viel regnen müssen.
Das erinnert an die Geschichte mit den Ostfriesen, die den Städtern bei Ebbe Land am Meer verkaufen ...
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon ihno am Do 18. Mai 2017, 20:02

emil17 hat geschrieben:Der letzte Beitrag bringt es auf den Punkt.
Das erinnert an die Geschichte mit den Ostfriesen, die den Städtern bei Ebbe Land am Meer verkaufen ...

sowas machen die ? :rot:
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon Fred am So 21. Mai 2017, 19:02

Rohana hat geschrieben:
ben hat geschrieben:

Und da ein humoser Oberboden so oder so in der Landwirtschaft gewollt ist, tragen wir durch dessen Förderung eh schon zum Hochwassershutz bei, n'est-ce pas?


Kommt darauf an - Ray Archuleta in einer Minute:
https://www.youtube.com/watch?v=FR8HRmsrzSQ&
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon Fred am So 21. Mai 2017, 19:19

ben hat geschrieben:Noch ein Nachtrag:
Dass Hochwässer kommen ist allerdings sicher, deshalb hält sich mein Mitleid mit Leuten und Gemeinden, die in solchen Gebieten Häuser und andere Dinge bauen in Grenzen. Das fällt dann eher in die bereits erwähnten Kategorien planerisches Versagen und Ignoranz.


Nur leider ist das in einem Land wir unserem nicht immer in Entscheidungsbereich der Leute. Schliesslich darf nur dort gebaut werden, wo heuer Baugebiete ausgewiesen sind. Wir waren 1978 auch bei den Hochwassergeschädigten dabei. Meine Eltern wollten damals auch einen Bauplatz am Hang, dann wurde Ihnen erklärt, daß die nächsten Jahrzehnten dort keine Baugebiete sein werden, sie müssten schon mit dem Vorlieb nehmen was derzeit in der Au im Angebot ist. Dann kam ein großer Bauinvestor, hat dort schnell alles bebaut, und kein 5 jahre später auch alles dort, wo meine Eltern gerne hin gewollt haben....
Was nützt dir das aber dann, wenn du eben jetzt eine bleibe brauchst? Unsere Gesellschaft ist nun mal so strukturiert, daß die Mehrheit immer aus einer Zwangslage heraus entscheiden muss, dann lassen sich bessere Profite machen.
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Re: Berechnung der Größe eines Einzugsgebietes (hydrologisch

Beitragvon Fred am So 21. Mai 2017, 19:40

emil17 hat geschrieben:Der letzte Beitrag bringt es auf den Punkt.
Hochwasserschäden sind zum grossen Teil auf Fehlplanungen zurückzuführen, und nachher "muss" der Steuerzahler das Überschwemmungsgebiet eines 50- oder 100jährigen Hochwassers mit teuren Baumassnahmen sichern, weil ja die böse Klimaerwärmung und so weiter.


Ja und, das ist doch super wenn der Steuerzahler zahlt. Vorfahrt für Wachstum ist die Politische Linie im Land.
Ich werde den strafenden Blick des Werkstattmeisters nie vergessen, als ich mein Unfallauto zur Reperatur brachte wo die andere Versicherung bezahlen musste, und ich es ablehnte da eine super-luxus-Reperatur mit Unterbodenkonservierung von A-Z und, und und zu beauftragen...


[quote="emil17"GIS und Rückhaltebeckenberechnung sind Werkzeuge der Raumplanung auf regionaler Ebene und für den Einzeltäter ohne Praxisrelevanz, auch wenn Dinge wie free GIS software und frei runterladbare Höhenmodelle viel Spass machen. Dammbauten waren schon immer Gemeinwerk. Man kann und sollte aber die regionalen Hochwassergefährdungspläne einsehen und gewisse Vorkehrungen treffen, falls man baut. [/quote]

Permakultur entstand ja in einem Land, wo die Liegenschaften etwas Raumgreifender sein können, daher ist die Raumplang wesentlicher Bestandteil der Permakultur, zumal es ja auch schon ganze Stadtteile gab, die mit PK durchgeplant wurden. Die Dinge einfach "den Experten" zu überlassen... tut mir leid, das Problem der Experten sind die Chefs: Lobbyismus für Dummies
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