Pilzkulturen

(Sammeln, Bestimmen, Anbau etc.)

Pilzkulturen

Beitragvon DocMarten am Do 30. Sep 2010, 15:59

Ich weiß nicht, ob dieses Thema bei den Kulturpflanzen besser untergerbracht wäre, aber ich versuche es jetzt einfach mal hier.
Ich interessiere mich für Pilzkulturen im Freiland auf toten Baumstümpfen, insbesondere echte Stockschwämmchen (Kuehneromyces) und Austern- und Kräutersaitlinge. Eine Bezugsquelle habe ich schon gefunden.
Hat jemand hier damit Erfahrung?
An diverses Tothloz mit Judasohren (chin. Morcheln) bin ich schon durch Zufall herangekommen, als wir einige abgestorbene Holunderstämme zur Brennholzgewinnung aus unseren Knicks gezogen haben. Da waren schon die Fruchtkörper dran und das Mycel drin. Durch mäßiges Feuchthalten in unserem Garten sind immer wieder neue Ohren nachgewachsen, nicht in großen Mengen aber genug für Wokgemüse und chinesische Suppe. Man kann die auch sehr einfach trocknen, sammeln und bevorraten.
LG DocMarten
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Dieter2 am Fr 8. Okt 2010, 03:08

Pilze intresseren mich auch sehr. Vor allem Trüffel. Natürlich gibts noch andere intressante PIlze, also jetzt von wegen lukrativ und so.Z.B. Pfifferlinge. Auf Wikipedia findet sich tatsächlich Intressantes: http://de.wikipedia.org/wiki/Speisepilz ... _im_Handel (vwg. Symbiose mit Termiten usw.)

Was ich über Plize zu wissen glaube, das ist die "Theorie" über den Dauerkrieg unter den Pilzen. Ein Pilz kann sich nicht etablieren, wenn bereits ein anderer Pilz einen Nährstoffträger dominiert, selbst wenn das kein "sichtbarer" PIlz ist. Stellen mit viel Speisepilzen haben sich recht langsam entwickelt. WIll man in kurzer Zeit grössere Kollonien anlegen, muss man den Nährstoffträger sterilisieren, dann erst mit dem Speisepilz besiedeln. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Oder aber man arbeitet mit "teilen", ich habe aber keine Ahnung, ob sich die Pilze einfach so verpflanzen lassen. Die bilden doch oft solche grossen Kreise, in Gruppen. Das heisst, es gibt eine höhere Struktur, ein Gemeinschaftwesen. (?)

Holz ist meist mit Zunderschwamm bewachsen, wobei der noch des öfteren in Koexistenz mit anderen Pilzen anzutreffen ist.

Am einfachsten ist es wohl, ein geeignetes Nährstoffsubstrat bei 80 Grad eine Stunde zu backen, dann abkühlen und hinterher
die Sporen eines PIlzes aufzubringen, dann ab ins richtige Klima, dann kann fast nichts mehr schief gehen, denk ich mal.

Die Trüffel brauchen etwa 7 Jahre, bis man zum ersten Mal ernten kann. Ist aber trotzdem intressant. Zwar verwenden Trüffenfarmen in Neuseeland Eichen als Symbionten, aber theoretisch kann man fast jede Pflanze verwenden, selbst Gräser.
Kann sein, dass in der Natur unter Eichen ein Klima entsteht, wo Trüffel Fuss fassen können. Aber wenn man mit Sterilisation arbeitet, sollte es mit beliebigen Pflanzen gehen.
Bei alten Häusern eignet sich manchmal der Keller für Champignons sehr gut, auch ganzjährig.
Und schiesslich befass ich mich auch mit Hefe :) Gerade wandle ich experimentell Zucker in Alkohol um, mit Hefe. Allerdings bin ich nicht wirklich der Brauer. Alles sehr rudimentär. Trotzdem, ne Nase voll, hui, süffisant. Aber zum Trinken ists nicht, sondern für Alkoholauszüge mit Kräutern. Immerhin kostet der LIter 100%iger Alkohol etwa 100 Euro in der Apotheke. Ob man dazu allerdings wirklich Hefe braucht, ist fraglich. EIn Orangensaft, den man zu lange offen rumstehen lässt, der wird zuerst immer süsser, dann entwickelt sich Alkohol, bis er schliesslich einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Alk bekommt, ich schätze mal etwa 8 bis 10 Prozent. Und das alleine ausgelöst durch Schimmelsporen und ähnlichem, was da so durch die Luft fliegt.

Über Pilze hatte ich auch mal ein intressantes Gespräch, da vertrat einer die These, Pilze seien die einzige Spezies, die von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen sein könnten. Deren Sporen also viele Lichtjahre durchs All wandern können und trotzdem fruchtbar bleiben, im Gegensatz zu allen anderen Lebenwesen, die wir kennen.

Vom Thema abgekommen :opa: ...
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Talbewohner am Fr 19. Nov 2010, 20:34

hat von Euch jemand Erfahrung beim Anlegen von Champignonkulturen o.ä.?
Wir haben einen geräumigen Höhler mit ganzjährig etwa 11°C und mind. 65% Luftfeuchte.
Wäre da was machbar?
Danke
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Talbewohner am Fr 19. Nov 2010, 21:21

hat sich erledigt,
Zuchtchampignons brauchen 15-18°C und 88 bis 95% Luftfeuchte, also nichts für unseren Höhler.
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Olaf am Mo 22. Nov 2010, 10:25

dann kann fast nichts mehr schief gehen, denk ich mal.
Hallo Dieter, gewagte Thesen stellst Du da auf, schon mal was probiert?. Trüffel. Hm.
Also ich habs vor vielen Jahren mal mit Champignons versucht, die Abschmiergrube in der Garage hat recht ideale Werte. Das Substrat hat 12 Mark plus Fracht meine ich (immerhin schon Westmark :) ) gekostet, da hatt ich ein paar Ernten a la 250g-Schale, natürlich dann, wenn die Pilze wollten, nicht wenn ich sie brauchte. Da offensichtlich das Myzel nicht so ohne weiteres zu reproduzieren geht, ist man da eigentlich auch auf Zukauf angewiesen (oder man hat kein anderes Hobby, dann kriegt man es vielleicht selber hin). Wir sind begeisterte Waldpilzsammer und haben immer einen guten Vorrat an hauptsächlich getrockneten Pilzen zum Kochen, und die fünf mal im Jahr, wo ich unbedingt frische Champignon brauche, kauf ich sie mir eben.
Mich würde aber auch intererssieren, ob das jemand DAUERHAFT betreibt, das auf Baumstümpfen oder Stroh zu kultivieren.
Und, die so kultivierten, haben die ihre Hauptertragszeit zeitlich wenigstens etwas anders als die Pilze im Wald ?
lG
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Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Sabi(e)ne am Mo 22. Nov 2010, 18:46

Moin,
ich empfehle die Bücher von Paul Stamets - ich hab vorher gar nicht gewußt, daß ich nur so wenig über Pilze und ihre Zucht wußte. :lol:
Das A und O beim Mycelvermehren ist absolute Keimfreiheit des Substrats, oder gewaltige Mengen an Brut, so daß die blitzschnell durch ihre reine Menge alle anderen Pilze aushungern kann.
Ohne Sterilkocher geht da eigentlich gar nix, weil buchstäblich jeder Kubikzentimeter Boden und jeder Quadratzentimeter frisch gefällten Holzes schon "besetzt" ist, und das ist das Hauptproblem.
Wenn man Stämme erst fällt und dann etwas ablagern läßt, bis sich die Pilzinhibitoren etwas abgebaut haben, sind andere Arten schon längst drin, wenn man dann zur Tat schreitet und seine Impfdübel einbringt. :pfeif:
Nette Seite zur Praxis mit Shiitake: http://shiitakemushroomlog.com/shiitakelore.html
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon gudrun am Mo 22. Nov 2010, 20:12

... und heute habe ich beim Loslösen mit Schaufel, Laub ~ und richtigem Besen an der Außenseite der Hecke in einer Stichstraße ein Dingens abgeschrabt, das sehr nach was Austernpilzigem aussah - der Wuchsform nach ....
Kannetsein ... sowat?
fragt Gudrun
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon Viridiflora am Di 23. Nov 2010, 00:35

Hallo,
gerne weise ich noch mal auf die Seite
www.kulturpilz.de
hin.
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon luitpold am Di 23. Nov 2010, 01:00

Viridiflora hat geschrieben:Hallo,
gerne weise ich noch mal auf die Seite
http://www.kulturpilz.de
hin.
danke, kann was.

lg
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Re: Pilzkulturen

Beitragvon emil17 am Di 23. Nov 2010, 10:23

Dieter2 hat geschrieben:Über Pilze hatte ich auch mal ein intressantes Gespräch, da vertrat einer die These, Pilze seien die einzige Spezies, die von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen sein könnten. Deren Sporen also viele Lichtjahre durchs All wandern können und trotzdem fruchtbar bleiben, im Gegensatz zu allen anderen Lebenwesen, die wir kennen.


der Mensch hiess nicht zufällig von Däniken?
... unwahrscheinlich ... warum haben Pilze dann den gleichen genetischen Code und die gleichen Stereoisomeren von Aminosäuren?
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.
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