Pilze noch radioaktiv Belastet ?

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Recke Klaus (1962)
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Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#1

Beitrag von Recke Klaus (1962) » Di 12. Aug 2014, 10:42

Wer kann mir darüber (Region Fläming) etwas sagen und mögliche Befürchtungen ausräumen.

Wir diskutieren hier seit Tagen rum ob nun die Pilze noch belastet sind oder nicht. Die Diskussion ist eigentlich nur deswegen
hochgekocht weil Schwarzwild was bejagt wird noch teilweise hohe Werte über 500-600 :aeh: irgendwas hat und auf deren
Speiseplan nun auch mal Pilze stehen. Also das Fleisch ist für den Verzehr nicht geeignet und muß vernichtet werden.

Abgesehen davon essen wir nach wie vor Waldpilze....wenn dann aber so eine Diskussion los geht...macht schon wieder unsicher... :hmm:
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Manfred
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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#2

Beitrag von Manfred » Di 12. Aug 2014, 11:14

In Bayern werden in Gebieten mit viel Fallout bei einigen Pilzen teilweise noch Spitzenwerte von einigen tausend Bq/kg gemessen.
Sachsen-Anhalt war zwar deutlich weniger vom Fallout betroffen, einige Gebiete haben aber doch etwas abbekommen:

https://lh5.googleusercontent.com/-Rvm7 ... chland.gif

In den dunkelrot markierten Regionen sollte man Pilze, die zum Anreichern von Cäsium neigen, wie Maronen und Kuhröhrlinge, wohl besser stehen lassen.
Auf der anderen Seite muss man sagen: Alle Nahrungsmittel enthalten radioaktive Stoffe. Und es gibt keine Schadschwelle. Also man kann nicht sagen bis 600 Bq/kg wäre es ungefährlich. Wenn man Pilze nur in kleineren Mengen isst, egalisiert sich das statistisch aus. Wenn man als fleißiger Pilzsucher große Mengen verzehrt, macht es schon Sinn, etwas darauf zu achten.
Beim Umweltinstitut in München kann man von August bis Oktober als Privatperson kostenlos eine Pilzprobe untersuchen lassen. Für eine Probe braucht es 250 g Pilze einer Sorte in flüssigkeitsdichter Verpackung.
Adresse und Infos gibt es hier:
http://www.umweltinstitut.org/themen/ra ... ittel.html
Und hier eine Liste der Messergebnisse der eingeschickten Proben 2013:
http://www.umweltinstitut.org/fileadmin ... _Links.pdf
Natürlich freuen die sich, wenn man sich mit einer Spende an den Kosten dieser Aktion beteiligt.

Recke Klaus (1962)
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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#3

Beitrag von Recke Klaus (1962) » Di 12. Aug 2014, 21:39

Vielen Dank Manfred, wie gewohnt ausführliche Informationen mit denen sich was anfangen läßt. :daumen:
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Benutzer 3991 gelöscht

Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#4

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht » Di 9. Sep 2014, 19:54

An dieser Diskussion der radioaktiven Belastung würde mich mal Grundsätzliches interessieren.

Uran ist in der Natur ja reichlich vorhanden, allein in Meer sind 4,5 Milliarden Tonnen gelöst, und die zerfallen auch, bis eben stabiles Blei übrig bleibt

http://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Radium-Reihe

Einerseits werden Häuser gegen Radon abgedichtet, und in Bad Gastein machen sie Trinkkuren oder gehen zu Heilzwecken in den Stollen mit tausenden Bequerels.

Mit Zeolith kann man Strahlung angeblich binden

http://www.steine-und-minerale.de/artik ... l=Zeolithe

Die iranische Stadt Ramsar verzeichnet die höchste natürliche Strahlung weltweit, statt der höchstens erlaubten 20 mSv/Jahr 260 msV

http://www.probeinternational.org/Ramsar.pdf

Die sind allerdings nicht mehr krank als andere, und scheinen genetisch angepasst zu sein.

Was ist nun an der künstlich "in den Verkehr" gebrachten Radioaktivität so anders, als an der natürlichen?

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Mika
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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#5

Beitrag von Mika » Mi 10. Sep 2014, 10:11

Um es mit Paracelsus zu sagen, die Dosis macht das Gift.

Etwas ausführlicher: Es gibt Alpha- Beta- Und Gammastrahlung.
Alphastrahlung: beim Zerfall von Uran und Thorium -> ergibt Radium und Radon. Alphastrahlung ist nicht sehr weitreichend (ca. 10cm) und kann im Prinzip mit einem Blatt Papier abgehalten werden. Alphastrahlung äußerlich ist für den Menschen (in Maßen) ungefährlich, da nur die ganz oberste Hautschicht durchdrungen wird. Wird die Strahlung allerdings in irgendeiner Weise inkorperiert (Staub, Wasser), dann bekomst Du höchstwahrscheinlich die Strahlenkrankheit. Da hast Du dann eine hohe Dosis auf geringstem Raum und das schädigt Deinen Organismus extrem. (Kommt auch auf die Dosis an, ist aber innwendig generell sehr gefährlich).
P.S. Manche Rauchmelder sind Alphastrahler :grr:
Betastrahlung: der Zerfall ist komplizierter (lassen wir das mal). Aber diese Strahlung ist energiereicher und dringt tiefer ein. Zur Abschirmung braucht es da schon so was wie ein Aluminiumblech. Beim menschlichen Körper sind bei dieser Strahlungsart schon die Hautschichten betroffen. Es können Verbennungen und daraus dann Hautkrebs entstehen. Wenn die Strahlung die Augen treffen enstehen Linsentrübungen. Radiokatives Jod 131 kann sich in der Schilddrüse sammlen und Schilddrüsenkrebs auslösen und radioaktives Strontium 90 sammelt sich in den Knochen an und resultiert dann in Leukämie und Knochenkrebs (ich sag nur Tschernobyl!).
Gammstrahlung: das ist ein spontaner Zerfall von Atomkernen. Gammastrahlung hat eine höhrere Energie als Röntgenstrahlung. Da hilft als Abschirmung nur dickes Blei. (Ab 14 mm halbiert sich die Strahlung). Der Körper absorbiert Gammastrahlung. Im Körper ist diese Strahlung sehr gefährlich es zerstört chemische Verbindungen, schädigt das Erbgut, es ensteht Krebs uvm. Aber auch hier macht die Dosis das Gift.
Und es wird in der Medizin eingestezt um steril arbeiten zu können (Besteck etc...).
Und, so als kleines Schmankerl am Rande, es gibt Gammablitze im Weltall. Es existiert eine Hypothese, daß für ein Massenaussterben ein Gammablitz verantwortlich war.

Nochmals zu Tschernoby: damals hat es u.a. auch Cäsium 137 freigesetzt und Süddeutschland und Österreich haben durch den Regen eine schöne Dusche abbekommen. Der Erdboden und Pflanzen und Tiere haben dieses Cäsium aufgenommen. Cäsium 137 hat eine Halbwertszeit von ca. 30 Jahren. So jetzt kannst Du Dir ausrechnen, wann alles wieder "normal" sein wird. Nicht in unserer Lebenszeit.
Und hinzukommt, daß Casium 137 im Boden nach unten "ausgewaschen" wird. Dann nehmen Pflanzenwurzeln und Pilzmyzele das wieder auf und transportieren es nach oben. Das heißt, wir werden es nicht los, außer im gesamten kontaminierten Bereich wird der Boden einen halben Meter abgetragen.

So ich hoffe ich war verständlich. Ansosnten frag ruhig nach.

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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#6

Beitrag von ina maka » Mi 10. Sep 2014, 10:40

Mika hat geschrieben:So ich hoffe ich war verständlich. Ansosnten frag ruhig nach.
darf ich? :)
welche Art von Strahlung hat Caesium 137? (Alpha, Beta, Gamma)?
oder kann man das so nicht sagen, strahlt jedes radioaktive Teil mit allen drei Strahlungsarten?
liegt hier der Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Radioaktivität, oder wo ist der Unterschied?

Was ich weiß, verseucht Uranabbau die Gebiete, wo abgebaut wird, ziemlich schlimm - wie geht das aber, wenn das Meer natürlicherweise radioaktives Uran enthält (tut es das wirklich? wußte ich gar nicht - "Meerluft" soll ja sehr gesund sein!)?

oder
Mika hat geschrieben:Um es mit Paracelsus zu sagen, die Dosis macht das Gift.
ist das der einzige Unterschied??

p.s.: hab vor kurzem erfahren, dass unser Haus über Wasser gebaut worden ist - sozusagen eine riesige "Wasserader"....
Ich hab davon nichts bemerkt bisher, aber plötzlich gibt es hier für jede Unpässlichkeit eine Erklärung..... :kaffee:

(weiß ehrlich nicht, ob solche Dinge wie Strahlung, Wasseradern und Co unsere Gesundheit beeinflussen oder nicht - bzw. wieso erkranken nur manchen Menschen??)
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Benutzer 3991 gelöscht

Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#7

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht » Mi 10. Sep 2014, 11:11

Danke für die Mühe, die du dir mit mir gibst.

Ich frage mich halt, ob das wirklich alles so gefährlich ist, wie dargestellt. Cäsium gibt es auch in der Natur, und gelöst in Meerwasser nicht zu knapp.

http://de.wikipedia.org/wiki/Caesium

Bei Fukushima wird um jeden Liter verstrahlten Wassers der ins Meer gelangt ein Trara gemacht, während über Jahrzehnte der Müll schlicht im Meer entsorgt wurde

http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiv ... C3.A4ssern

Die Fische müssten doch längst verseucht sein? Müsste doch auf auf die Reproduktion Einfluß haben?
http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkastration

Bei der Erdölförderung fällt auch etliches radioaktives Material an

http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l ... ver_Abfall

Je mehr ich da buddle, desto unklarer wird mir die tatsächliche Gefahrenlage.

Benutzer 3991 gelöscht

Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#8

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht » Mi 10. Sep 2014, 11:16

@ ina maka

Im Meerwasser sind 4,5 Milliarden (!) Tonnen Uran gelöst, man gewinnt es mittlerweile daraus (die englischen Billions sind dt. Milliarden)

http://www.newscientist.com/article/dn2 ... BAWLaO_zDM

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Mika
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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#9

Beitrag von Mika » Mi 10. Sep 2014, 12:08

@ina maka:
ina maka hat geschrieben: darf ich? :)
Natürlich darfst Du. :mrgreen:
ina maka hat geschrieben:welche Art von Strahlung hat Caesium 137? (Alpha, Beta, Gamma)? oder kann man das so nicht sagen, strahlt jedes radioaktive Teil mit allen drei Strahlungsarten? liegt hier der Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Radioaktivität, oder wo ist der Unterschied?
Cäsium 137 ist ein Betastrahler. Bestimmte Strahlungsarten werden nur von bestimmten Quellen emittiert. Das ist sehr kompliziert und würde aber hier zulange dauern.
Was versteht Du unter natürlicher und künstlicher Radioaktivität? Das verstehe ich nicht. Künstliche Radiokativität ist für mich, wenn Proben in den Reaktor gebracht und sie bestrahlt werden. Also angeregt werden. Und nicht alle Reaktoren sind von Menschen gemacht. Siehe Oklo. http://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor_Oklo.
ina maka hat geschrieben: Was ich weiß, verseucht Uranabbau die Gebiete, wo abgebaut wird, ziemlich schlimm - wie geht das aber, wenn das Meer natürlicherweise radioaktives Uran enthält (tut es das wirklich? wußte ich gar nicht - "Meerluft" soll ja sehr gesund sein!)?
Also alles strahlt, die ganze Natur. Selbst Du gibst Strahlung ab. Dein Kalium in den Knochen strahlt. Die Wände strahlen, Mineralwässer strahlen. Das ist so.
Es kommt auf die Intensität und auf die Dosis an. Bei Langstreckenflügen bekommst Du eine ganz ordentliche Dosis ab. Je höher desto mehr.
Die Umweltverschmutzung beim Uranabbau rührt meistens daher, daß dieser in Gegegnden stattfindet, die, hm sagen wir mal, nicht so sehr erschlossen sind und es den Firmen ziemlich sch*egal ist, was mit den Abfällen passiert. Besonders bei der petrochemischen Aufarbeitung. Hat jetzt speziell nix mit dem Uranabbau zu tun.
ina maka hat geschrieben: p.s.: hab vor kurzem erfahren, dass unser Haus über Wasser gebaut worden ist - sozusagen eine riesige "Wasserader"....
Ich hab davon nichts bemerkt bisher, aber plötzlich gibt es hier für jede Unpässlichkeit eine Erklärung..... :kaffee:

(weiß ehrlich nicht, ob solche Dinge wie Strahlung, Wasseradern und Co unsere Gesundheit beeinflussen oder nicht - bzw. wieso erkranken nur manchen Menschen??)
Es gibt keine Wasseradern, wirklich nicht.
Strahlung schädigt Dich. Auch die Sonne strahlt. Stell Dich im Sommer mal drei Stunden in die pralle Sonne, dann merkst Du recht schnell wie Strahlung schadet. Manche Menschen bekommen Sonnenbrand, andere nicht. Das ist Genetik. (=nicht mein Fachgebiet :hhe: ).


@Lystrata:
Lysistrata hat geschrieben:Bei Fukushima wird um jeden Liter verstrahlten Wassers der ins Meer gelangt ein Trara gemacht, während über Jahrzehnte der Müll schlicht im Meer entsorgt wurde (...)
Die Fische müssten doch längst verseucht sein? Müsste doch auf auf die Reproduktion Einfluß haben? (...)
).

Bei Fukushima sind unter anderem die Radionukleide Jod 131 und Cäsium 137 und Strontium 90 in gewaltigen Mengen freigesetzt worden. Und diese Stoffe werden im Organismus eingebaut. Jod131 ist relativ kurzlebig (8 Tage Halbwertszeit), aber die anderen eben nicht (siehe vorheriger Post). D.h. wenn Du Fisch von Fukushima ißt, kriegst Du all die "guten" Sachen auch ab.
Ja, die Fische dort sind verseucht, ja es hat Einfluß auf die Reproduktion.

Und ja, die illegale Abfallverklappung ist auch schlimm, meist ist es aber nur punktuell und nicht so ein riesiges Leck. Aber Abfall interessiert eben keine Sau. Leider. (Und ja auch dort lagern die Fische all die Schwerminerale und radiokativen Stoffe ein, genauso wie jedes andere Lebewesen).

ich schau mal ob ich was im Internet finde, was anschaulich ist.

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Manfred
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Re: Pilze noch radioaktiv Belastet ?

#10

Beitrag von Manfred » Mi 10. Sep 2014, 12:10

Dagmar hat die 3 wichtigsten Arten der radioaktiven Strahlung ja schon ganz gut erklärt.
Ich versuche es mal mit einem (nicht maßstäblichen) Größenvergleich weiter zu verdeutlichen:

Alphastrahlung ist keine Strahlung wie man sie sich evtl. sonst vorstellt.
Das Alpha-Teilchen ist ein richtig dicker Brummer aus 2 Protonen und 2 Neutronen.
Das entspricht dem Atomkern eines Helium-Atoms.
So ein Brocken ist vier mal so schwer wie ein Wasserstoff-Atom.

Wenn so ein dicker Brocken irgendwo einschlägt, dann hinterlässt er Schaden.
Vergleichen kann man das evtl. mit einer Handgranate. Kurze Reichweite, aber wenn sie trifft, dann gibt es gewaltigen Schaden.
Zum Glück ist unsere Hornhaut so dick, dass ein Alphateilchen von außen nicht durchkommt.
Gefährlich wird es erst, wenn der Alphastrahler in den Körper gelangt und dort zerfällt und sein Alphateilchen abschießt.
Dann trifft dieses Teilchen z.B. auf die ungeschützte Schleimhaut der Lunge (wenn wir z.B. das gasförmige Radon einatmen) oder auf die ungeschützte Darmschleimhaut (wenn wir einen Alphastrahler essen).
Es ist aber nicht so, dass jeder Alphastrahler den wir einatmen oder essen in unserem Körper zerfällt. Den größten Teil davon atmen oder koten oder urinieren wir einfach wieder aus.
Cäsium ist ein besonderes Problem. Es reagiert chemisch wie Magnesium. Unser Körper verwechselt es deshalb mit Magnesium und baut es in unsere Knochen ein. So bleibt es sehr lange im Körper und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich in unserem Körper spaltet.
Aber selbst wenn sich so ein Teil in uns spaltet und wir die Strahlung abkriegen, gehen wir daran nicht gleich ein. Unser Körper hat sich im Laufe der Evolution gut darauf eingestellt und Reparaturmechanismen entwickelt. Der Schaden, denn ein Alpha-Beschuss in unseren Zellen hinterlässt wird repariert wie andere Wunden auch.
Das Problem ist: Leider kann unser Körper nicht jeden Schaden reparieren. Wenn z.B. die DNA einer Zell geschädigt wird und dieser Schaden genau an der richtigen Stelle sitzt, dann kann das zu Krebs führen. Diese Chance ist sehr klein, aber es gibt sie halt. Und je mehr radioaktivem Beschuss wir ausgesetzt sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Beschuss mal einen Treffer landet, den unser Körper nicht mehr reparieren kann.

Betastrahlung ist schon ein deutlich kleineres Kaliber, aber mit größerer Reichweite.
Das Beta-Teilchen ist ein Elektron (in selteneren Fällen ein Positron).
Makroskopisch evtl. mit einer Gewehrkugel vergleichbar.
Es kann, wenn es schnell genug ist, auch von außen unseren Haut durchdringen.
Die Schäden die es bewirken kann sind aber deutlich kleiner als beim Alphateilchen.
Trotzdem gilt: Je mehr kleine Schäden, desto höher das Risiko, dass ein nicht reparierbarer darunter ist.

Und dann gibt es noch die Gamma-Strahlung. Das ist klassische Strahlung, wie man sie sich vorstellt.
http://www.ceramic-energy.de/wp-content ... ktrum1.jpg
Im Lichtspektrum liegt in der "Mitte" das sichtbare Licht in Richtung höherer Energie kommt dann das UV-Licht, dann die Röntgenstrahlung und schließlich die Gammastrahlung.
Man kann Gammastrahlung also am ehesten mit Röntgenstrahlung vergleichen. Der Übergang ist fließend.
Sie geht durch uns durch, aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kommt es zu Wechselwirkungen und damit evtl. zu Schäden, die wieder mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht reparierbar sind.

Also gilt bei allen dieser Strahlungsarten: Im allerdümmsten Fall kann schon ein einziger Treffer bleibenden Schaden (Krebs oder Erbgutschäden) verursachen.
Es gibt also keine Schwelle wo man sagen könnte, bei weniger Strahlung sei es harmlos.
Aber unser Körper kann viel reparieren. Trotzdem sollten wir uns nicht unnötig der Strahlung aussetzen, weil mit mehr Strahlendosis auch die Wahrscheinlichkeit eines schädlichen Treffers steigt.

Strahlenkrankheit ist noch mal ein anderes Thema. Die fängt man sich ein, wenn man einer extrem starken Bestrahlung ausgesetzt wird, wie z.B. die Arbeiter bei einem Reaktorunfall oder bei der Explosion einer Atombombe etc.
Dann wird im Körper so viel Schaden auf einmal angerichtet, dass der Körper mit der Reparatur völlig überfordert ist und man daran stirbt oder mit Glück nach einem langen und langsamen Heilungsprozess wieder gesundet.
Leider sterben viele die eine akute Strahlenerkrankung überleben später an Krebs, wegen nicht reparierbarer DNA-Schäden.

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