Pilze ganzjährig im Garten?!

(Sammeln, Bestimmen, Anbau etc.)
Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 6195
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 05:58
Wohnort: Rheingau

Re: Pilze ganzjährig im Garten?!

#21

Beitrag von 65375 » Di 11. Nov 2014, 10:11

Das sieht ja klasse aus! :daumen:
Wünsche guten Appetit!

Benutzeravatar
Ambiorix
Beiträge: 12
Registriert: Di 13. Mär 2018, 12:54
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Eupen

Re: Pilze ganzjährig im Garten?!

#22

Beitrag von Ambiorix » Mi 4. Apr 2018, 15:04

Und wie schaut es mittlerweile bei dir aus?
Kannst du ganzjährig Pilze im Garten ernten?

Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 6195
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 05:58
Wohnort: Rheingau

Re: Pilze ganzjährig im Garten?!

#23

Beitrag von 65375 » Mi 16. Sep 2020, 19:16

Ich bin jetzt auch in die Pilzmyzelvermehrung eingestiegen. Aber wie der Threadersteller schon sagt: es ist eine lange Geschichte. Ich liefere mal die Kurzfassung:

Anfangs war da der vermottete zu-schade-zum-Wegwerfen-Dinkel. Dann lagen am Leinpfad einige Birkenstammstücke zum Mitnehmen. Und im Gartenmarkt hüpfte mir ein Gestell mit diversen Schachteln für die Anzucht diverser Pilze in den Weg.
Da gab's kleine Päckchen Shiitake à 9,99, bestehend aus vier Holzbrettchen und vier Plastikplättchen zur Beimpfung von zwei Stammstücken.
Da ich mehr Holz hatte und ja eh auch den Dinkel verwerten wollte, hab ich mit viel heißem Wasser, Backofensterilisation und 70%igem Alkohol ziemlich viele Twist off-Gläser mit feuchtem Dinkel teils pur, teils mit Eierschalenpulver und die meisten mit Gips gefüllt.
Die Pilzmyzelholzbrettchen haben sich nach dem Wässern (abgekochtes, abgekühltes Quellwasser) in der großen Tüte (s. u.) wunderbar in schmale Streifen brechen lassen, die man gut mittig in die Dinkelgläser stecken konnte.
Das Beimpfen der Gläser habe ich in einer großen Plasiktüte gemacht, deren Inneres vorher auch mit Alkohol ausgesprüht wurde.
Die fertig beimpften Gläser dann in eine große Styrobox, zur Beschleunigung noch zwei Gläser heißes Wasser (immer mal wieder erhitzen) mit rein und warten.
Es sind nur wenige was geworden. Ich hatte gelesen, das Getreide solle man eher trocken halten; war bei mir wohl zu trocken. Zwei Gläser waren komplett grün. Die mit nix waren nix, die mit Eierschalenpulver wollten nicht so recht. Von denen mit Gips sind etliche was geworden und jetzt brauche ich definitiv noch ein, zwei mittelgroße Birken. Was ich an Holz hatte, habe ich gewässert, Löcher reingebohrt und mit der gelungenen Körnerbrut beimpft.
Das Holz liegt in der Waldecke des Garten, so daß die Morgensone für Wärme sorgen kann, die Mittagssonne aber von einem Schirm abgehalten wird.
Jetzt ist wieder Geduld angesagt; bis nächstes Jahr werd ich wohl warten müssen.

Tips oder Fragen sind gerne gesehen, da beides meinen Versuchen nur förderlich sein kann.

Johannisbeere
Beiträge: 447
Registriert: Mi 28. Sep 2011, 15:58
Familienstand: verpartnert
Wohnort: Osnabrück

Re: Pilze ganzjährig im Garten?!

#24

Beitrag von Johannisbeere » Mo 24. Mai 2021, 18:35

Super, all diese wunderbaren ausführlichen Beschreibungen.
Auch wir haben uns im März/April an die "Pilzzucht" herangewagt.
1. Ulmenseitlinge auf 1 kleinen Strohballen (vorher 7 Tage im Wasser fermentiert, 1 Tag abtropfen lassen, dann beimpft (mit gekaufter Brut), etwa 4 Wochen im großen offenen Plastiksack im Wintergarten (15-25 °) mit leicht abgedeckter Folie stehen lassen. War nach 4 Wochen teilweise durchgewachsen, wir haben ihn dann in den Folientunnel (auf ein kleineres Hochbeet) gelegt, abends immer mit Folie und Wolldecke (wegen Frostgefahr) abgedeckt und nun essen wir schon seit einigen Wochen diesen wunderbar leckeren und würzigen Pilz, die 2. Welle neigt sich bald dem Ende.
Relativ einfache Methode, Preisgünstig (bei der Menge an Pilzen), schneller Erfolg.
Ich würde die Methode allerdings erst nach dem 15. Mai anfangen, dann kann man sich das hin und her schleppen sparen. :hhe:

2. Bohrlochmethode auf Holzstämme
Wir sind so ähnlich vorgegangen wie hier beschrieben, allerdings auch im März, weil da das Holz vorhanden war und wieder alles in den Wintergarten bzw. eigentlich war der in diesem Jahr ein "Innengewächshaus :aeh: für Pilze".
Nun wachsen die ersten Stämme durch und die Temperaturen sind so, das wir sie nach draussen stellen können. Nun die Frage:
- die Stämme sind so 60 - 100 cm lang (Durchmesser 15 - 30 cm), sollte man diese noch einmal durchschneiden (lies man manchmal)?
- wie tief grabe ich die Stämme ein (Austernpilz, Affenkopfpilz, Piopino)?
- können die Pilze auch in einem Folientunnel stehen (gute Lüftung)?
- dürfen sie alle bei einanderstehen in einem Pilzbeet oder hemmt das eventl. das Pilzwachstum untereinander?

Bis jetzt würde ich auch hier, mit einer erneuten Beimpfung, erst nach dem 15.05. beginnen und dann gleich an Ort und Stelle, der Transport von ca. 20 Stämmen macht doch viel Mühe. :ohoh:
Ich würde mich freuen, wenn ihr uns noch ein paar Tips mit auf den Weg geben könntet.
Gruß
Johannisbeere
P.S, an die Brutvermehrung hab ich mich noch nicht rangewagt. :rot:

sybille
Beiträge: 3639
Registriert: Mi 2. Nov 2011, 20:48

Re: Pilze ganzjährig im Garten?!

#25

Beitrag von sybille » Mo 24. Mai 2021, 19:07

Bei mir wächst schon, ohne mein Dazutun, ein einsamer Champi auf der Weide :) Die letzten beiden Jahre sah es wegen der Trockenheit schlecht mit den Champis aus.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.

Antworten

Zurück zu „Pilze“