Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

ina maka
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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#41

Beitrag von ina maka » Di 21. Sep 2010, 16:45

hallo!
BernhardHeuvel hat geschrieben:In einem faulenden Boden jedoch arbeiten die Mikroben, die für uns weniger günstige Abfallstoffe bei ihrer Stoffwechselarbeit hinterlassen. Unter anderem auch Wachstumshormone in hohen Dosierungen.
:eek: werden wir hier deshalb immer größer??

Was schlägst du vor?
Meinst du ein bisschen Walderde als "Impfung" tät was ausmachen??

liebe Grüße!
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.
Jean Paul
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Bunz
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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#42

Beitrag von Bunz » Mi 22. Sep 2010, 06:05

Hallo Krabbe,
nicht verzweifeln :)
Zu den Wühlmäusen:
Sie brauchen einen ziemlich festen Boden, um ihre Gänge zu graben. Wenn Du sandigen Boden hast, dann hast Du auch keinen Ärger mit den Wühlmäusen.
Zur Brennessel:
Das Wichtigste hat der Bernhard gesagt.
Nur zur Auslese habe ich noch was zuzusteuern:
Bei mir wächst ziemlich viel Holunder. Meistens lasse ich ihn stehen, bzw. schneide ihn immer mal ab als Futter für die Tiere (für den Holunderblütentee und Holundersaft ist auch noch genug da).
Mitunter hatte ich eine kleine Pflanze versetzt, weil ich sie an einem anderen Ort haben wollte.
Regelmäßig kümmerten diese Pflanzen bis sie endlich einigermaßen wuchsen.
Warum?
Es muß noch was anderes geben als Bodenbeschaffenheit und sonstwas.
Alles, was sich selbst ansät, wächst gut, was gepflanzt, oder von Menschenhand ausgesät wird...naja.
lg
Bunz
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Theo
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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#43

Beitrag von Theo » Mi 22. Sep 2010, 09:22

Hallo Bunz,
Bunz hat geschrieben:Es muß noch was anderes geben als Bodenbeschaffenheit und sonstwas.
Alles, was sich selbst ansät, wächst gut, was gepflanzt, oder von Menschenhand ausgesät wird...naja.
die Natur, "verschwenderisch ohne Maß", macht ja auch zahlreiche "Säversuche", nur kriegen wir davon nicht viel mit...
Der Mensch müsste es also ebenso machen, um seine Bemühungen mit denen der Natur vergleiche zu können.
Was ich jedenfalls festgestellt hab: Pflanzen aus Direktsaat sind stabiler als vorgezogene.
Gruß
Theo

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krabbe
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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#44

Beitrag von krabbe » Mi 22. Sep 2010, 15:35

Hi Bunz,
verzweifelt bin ich eigendlich nicht, nur manchmal stink-sauer. Meistens nenne ich die Wühlmäuse "meine Mäuschen". Sie waren ja vor mir hier und machen auch nichts aus böser Absicht. Sie wissen ja nicht mal das sie "mein" Gemüse essen. In der Natur gibt es keinen Besitz und kein Tier säht aus zu ernten. Nur manchmal ärgere ich mich dann doch. Vor allem wenn es ein Gemüse trifft, an dem ich "hänge". Wie zum Beispiel die ersten Karotten oder den Sellerie, von dem ich nur ganz wenige Pflanzen habe. Meistens sähe oder pflanze ich in weiser Vorraussicht mehr als ich für uns brauche. So bleibt am Ende dann genug für alle, für uns und für die Mäuschen, die sich von dem Stinkkram den ich ihnen in den Bau schütte, nicht vertreiben lassen...

Das mit der Festigkeit des Bodens ist übrigens neu für mich. Eigendlich ist es ja auch logisch. Das würde auch erklären warum wir hier Wühlmäuse haben. Wir haben hier schweren Lehmboden. Jetzt habe ich doch glatt eine Hoffnung: wenn ich meinen Boden sehr gut Pflege und wird er vielleicht so locker, dass die Gänge von alleine zusammenfallen. :grinblum:
Es muß noch was anderes geben als Bodenbeschaffenheit und sonstwas.
Alles, was sich selbst ansät, wächst gut, was gepflanzt, oder von Menschenhand ausgesät wird...naja.
Warum nicht die Bodenbeschaffenheit? Genau da passt es der Pflanze vielleicht am besten. Beim Umsetzen könnte ich mir auch vorstellen, dass die ganz kleinen Würzelchen beim umpflanzen abgerissen werden. Somit ist die Pflanze ja erst einmal geschwächt. Und ausserdem verliert sie die Umgebung mit den ganzen Lebewesen um sie rum, die ja auch wichtig sind für sie. Das muss sich alles wieder neu aufbauen.


Was den Hollunder angeht. Früher wurde der Hollunder scheinbar als Schutzbaum für das Haus angesehen. Aber man durfte diesen Hollunder nicht pflanzen. Um das Haus zu schützen musste er sich selber seinen Platz aussuchen...

lg Andrea
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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#45

Beitrag von Bunz » Do 23. Sep 2010, 06:08

Richtig, Andrea,
der Holunder am Haus muß von selbst kommen, und das tut er auch.
Ich habe aber noch andere Flächen.
Gut, es sollte nur ein Beispiel sein. Das Holunderthema ist abgehakt. Ich habe ihn jetzt massenweise (von selbst gekommen und gepflanzt), und das ist gut so.
Hallo Theo, das mit der "Verschwendung" könnte eine Antwort sein. Von 1000 Eicheln wird auch nur eine zum Baum.
Hm.
Und, richtig, Gesätes gedeiht besser, als Gestecktes (Vorgezogenes). Nur läßt es sich im naturnahen :) Beet besser stecken, als säen.
Naja.
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche und nicht durch die Apotheke.
Sebastian Kneipp

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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#46

Beitrag von BernhardHeuvel » Do 23. Sep 2010, 09:28

Bunz hat geschrieben:...der Holunder am Haus muß von selbst kommen, und das tut er auch....
Gutes Beispiel, denn die Spatzen, die die Holunderbeeren essen, setzen sich auf die Dachrinne und entledigen sich der Kerne über ihre Haufen, die sie nahe dem Haus fallen lassen. Deswegen treibt der Holunder in der Nähe des Hauses so gern (Und auch in der Nähe von Bäumen, Zaunpfosten und anderen markanten Sitzplätzen von Vögeln). Der Holunder und die Vögel hängen nämlich zusammen und die Aufgabe der Verteilung der Samen an den richtigen Ort - das ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer gefiederten Freunde.

Jeder erfüllt eine Aufgabe. Auch die Wühlmaus. Was macht sie? Sie wühlt. Was bewirkt sie? Neben den Gefühlen des "Gärtners" wühlt sie auch den Boden auf.
Sowohl der Gärtner als auch der Boden können davon profitieren. Während der eine daraus was lernen kann, lockert sich der andere, um Licht und Luft und Wasser in den Boden zu bekommen.

So ist es.

Bernhard

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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#47

Beitrag von Theo » Do 23. Sep 2010, 09:43

BernhardHeuvel hat geschrieben:Sowohl der Gärtner als auch der Boden können davon profitieren. Während der eine daraus was lernen kann,
Und was? Dass man dort nichts anbauen kann?
Gruß
Theo

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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#48

Beitrag von BernhardHeuvel » Do 23. Sep 2010, 12:46

:lol:

Das ist wohl kaum die Konsequenz daraus!

Sondern: Das die Bodenbearbeitung darauf ausgerichtet sein sollte, die Fäule im Boden zu verringern und die Vorbedingungen für die (natürliche) Besiedelung edaphischer Organismen vorzubereiten. Dazu muß das Beet nicht aussehen, wie eine Abfallgrube. Im Gegenteil.

Annie hat das mal als "Katechismus der Bodenpflege" zusammengefasst, was vermieden und was getan werden sollte. Nachzulesen unter (PDF):

http://www.france-harrar.de/tl_files/gr ... _humus.pdf

Viele Grüße
Bernhard

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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#49

Beitrag von Theo » Do 23. Sep 2010, 13:40

BernhardHeuvel hat geschrieben: :lol:
Seltsame Reaktion...
BernhardHeuvel hat geschrieben:Sondern: Das die Bodenbearbeitung darauf ausgerichtet sein sollte, die Fäule im Boden zu verringern und die Vorbedingungen für die (natürliche) Besiedelung edaphischer Organismen vorzubereiten.
Du meinst, Krabbe hat "Fäule im Boden", und deshalb werden ihre Karotten von Wühläusen gefressen? Nee, oder?!?
Gruß
Theo

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Re: Karotten, Wühlmäuse und Biozönose

#50

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht » Do 23. Sep 2010, 14:01

krabbe hat geschrieben:"meine Mäuschen". Sie waren ja vor mir hier
bist Du sicher? Bei mir sind die Schäden durch Wühlmäuse "zyklisch", d.h. es gibt Jahre, da sind sie extrem zahlreich und richten eine Menge Schaden an, und in anderen Jahren sieht man nichts von ihnen.
In wie weit jetzt meine eigene gärtnerische Tätigkeit, oder das Wetter, oder irgendwelche andere Faktoren die Populationsstärke verändern, weiß ich leider nicht, aber dieses Jahr ist bisher das schlimmste Jahr, so lange ich hier bin, wobei das natürlich auch mit dem umfangreicheren Anbau, und damit mit den Schad-MÖGLICHKEITEN zu tun hat, aber nicht nur.
Selbst im Bereich von Grasflächen spürt man beim gehen, wie Alles unterwühlt ist und nachgibt, - das hatte ich noch nie!
Die nächsten "Untermieter" kündigen sich schon an: seit einiger Zeit wohnt ein Kaninchen dauerhaft auf dem Grundstück, woraus ich schließe, das der Fuchs aus dem angrenzenden Steinbruch abgewandert ist.
Ob`s bei dem einzelnen Langohr bleibt...? :hmm:

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