Ich hab zwei Maremmano-Mix, beide 8 Jahre alt.
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Leider kann ich keinen Vergleich anstellen, aber beschreiben, was die brauchen: Zurzeit kriegen sie beide zusammen
morgens eine 800-Gramm-Dose richtig gutes Futter und abends nochmal. Der eine, Anton, ist äußerst lebhaft in Bezug auf das Verbellen von Fußgängern, Autos, Lkws, Fahrrädern, Hunden und anderen Geistern. Er rennt keine Ahnung wie oft am Tag die hundert Meter am Zaun entlang und wieder zurück. Dann rast er zu mir, sucht mich, erzählt, dass er gebellt hat. Ich sag dann: "Hast du gebellt?" Er nickt und rast wieder zum Zaun. Um zu bellen. Das braucht alles Energie. Der andere, Seine Majestät Fiocco di Neve, verpennt den Tag im Bauwagen und lauscht lieber Antons zuverlässigem Gebell. Und manchmal hört er da was raus, das ich nicht höre. Dann bequemt auch er sich vor an den Zaun. Dann weiß ich, jetzt kommt Besuch. Jedenfalls braucht Couch Potatoe Fiocco weniger. Also kriegt Anton immer von den 800 Gramm mehr als Fiocco.
Eine Zeitlang haben sie immer Reis oder Hirse dazubekommen, weil ich bei Miriam Cordt gelesen hab, dass Herdenschutzhunde mehr Kohlenhydrate brauchen als "normale" Hunde. Bei Anton kann das sein, aber es kann auch sein, dass er eine Eiweiß-Allergie hat.
Weil in unserer modernen Nahrung kein oder nur sehr wenig Magnesium drin ist, bekommen sie jeden Tag eine gute Prise
Magnesiummalat. Und weil Hunde allgemein schnell tödlichen Vitamin-B-Mangel haben (mein Labrador ist so gestorben) auch noch
Vitamin B in Pulverform.
Ich sag noch ein paar Sachen zu Herdenschutzhunden im Allgemeinen.
Auch wenn sie absolut keine Labradore sind, so sind sie doch WIRKLICH total sensibel und ängstlich, aber man merkt das nicht, weil sie so wahnsinnig selbstsicher auftreten, so laut bellen und auch beißen können. Wenn sie beißen, dann zunächst mal nicht krass, wobei schon auch Blut fließen kann.
Ich würd nicht mehr zwei Rüden nehmen, weil die auch übereinander herfallen. (Blut, Humpeln, Lecken...)
Herdenschutzhunde knurren viel. Das gehört zu ihrem Kommunikationsrepertoire dazu und ist meiner Meinung nach nur im Ausnahmefall zu unterbinden, weil sich sonst Aggression anstaut. Für mich ist das Knurren und die Aggression der Hunde eine wunderbare Dauerlektion in Feingefühl.
Auch wenn Herdenschutzhunde schwierig zu handeln sind, absolut keine Anfängerhunde sind, so sind doch zumindest Maremmanos sehr familientauglich. Wenn sie mal jemanden unter ihre Fittiche genommen haben, dann kann derjenige sich echt sein Leben lang sicher fühlen.
Was ich falsch gemacht hab: Ich hätt ihnen möglichst im Welpenalter Sachen beibringen sollen, was jetzt halt immer jedes Mal ein THEMA ist: Autofahren, Krallenschneiden, Tragen, Warten, Waschen, Zahnpflege. Das Dumme ist, Herdenschutzhunde sind sehr selbständig. Nix mit Gehorsam und so. Fiocco versteht, was ich meine, aber er denkt erst eine Weile nach und entscheidet dann, ob er gehorsam sein will oder nicht. Wenn er weiß, dass es Sinn macht, was ich sage, dann gehorcht er aufs Wort. Wenn ich mit ihm Spazieren gehe, dann überwältigt er mich regelrecht mit Gehorsam. Ein Dauerbrenner ist das Nicht-Bellen. Mittlerweile (nach acht Jahren!) kann ich mit einem Pfiff das Bellen auch über große Distanz hinweg stoppen - meistens. Wenn die beiden (vor allem Anton, der hyperkinetische Zaunwächter) im hysterischen Bellrausch sind, dann nützt noch so lautes Pfeifen nix.
Über Gewöhnung aber geht insgesamt schon einiges. Sie wollen es ja richtig machen! Aber das Richtigmach-Prinzip ist doch mit weitaus mehr Selbständigkeit verbunden als bei anderen Hunden.