Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Ich hoffe nächstes Jahr wieder mit Schafen und Ziegen anfangen zu können. Meine Nachbarn heißen Wolf, daher die Überlegung, zwei Maremmanos zu halten. Was mich abschreckt, ist der Futterbedarf solch großer Hunde. Nun sagte mir jemand, die HSH fressen nur 2/3 der Menge von anderen Rassen. Gibt es hier Leute mit HSH die das bestätigen können?
- Rohana
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Re: Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Können Maremannos mehr von Luft und Liebe leben als andere? Hört sich irgendwie unlogisch an. 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Deswegen will ich das ja ergründen. Der Hund, von dem die Aussage kam ist allerdings kein Maremmano.
Re: Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Ich hab zwei Maremmano-Mix, beide 8 Jahre alt.
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Leider kann ich keinen Vergleich anstellen, aber beschreiben, was die brauchen: Zurzeit kriegen sie beide zusammen morgens eine 800-Gramm-Dose richtig gutes Futter und abends nochmal. Der eine, Anton, ist äußerst lebhaft in Bezug auf das Verbellen von Fußgängern, Autos, Lkws, Fahrrädern, Hunden und anderen Geistern. Er rennt keine Ahnung wie oft am Tag die hundert Meter am Zaun entlang und wieder zurück. Dann rast er zu mir, sucht mich, erzählt, dass er gebellt hat. Ich sag dann: "Hast du gebellt?" Er nickt und rast wieder zum Zaun. Um zu bellen. Das braucht alles Energie. Der andere, Seine Majestät Fiocco di Neve, verpennt den Tag im Bauwagen und lauscht lieber Antons zuverlässigem Gebell. Und manchmal hört er da was raus, das ich nicht höre. Dann bequemt auch er sich vor an den Zaun. Dann weiß ich, jetzt kommt Besuch. Jedenfalls braucht Couch Potatoe Fiocco weniger. Also kriegt Anton immer von den 800 Gramm mehr als Fiocco.
Eine Zeitlang haben sie immer Reis oder Hirse dazubekommen, weil ich bei Miriam Cordt gelesen hab, dass Herdenschutzhunde mehr Kohlenhydrate brauchen als "normale" Hunde. Bei Anton kann das sein, aber es kann auch sein, dass er eine Eiweiß-Allergie hat.
Weil in unserer modernen Nahrung kein oder nur sehr wenig Magnesium drin ist, bekommen sie jeden Tag eine gute Prise Magnesiummalat. Und weil Hunde allgemein schnell tödlichen Vitamin-B-Mangel haben (mein Labrador ist so gestorben) auch noch Vitamin B in Pulverform.
Ich sag noch ein paar Sachen zu Herdenschutzhunden im Allgemeinen.
Auch wenn sie absolut keine Labradore sind, so sind sie doch WIRKLICH total sensibel und ängstlich, aber man merkt das nicht, weil sie so wahnsinnig selbstsicher auftreten, so laut bellen und auch beißen können. Wenn sie beißen, dann zunächst mal nicht krass, wobei schon auch Blut fließen kann.
Ich würd nicht mehr zwei Rüden nehmen, weil die auch übereinander herfallen. (Blut, Humpeln, Lecken...)
Herdenschutzhunde knurren viel. Das gehört zu ihrem Kommunikationsrepertoire dazu und ist meiner Meinung nach nur im Ausnahmefall zu unterbinden, weil sich sonst Aggression anstaut. Für mich ist das Knurren und die Aggression der Hunde eine wunderbare Dauerlektion in Feingefühl.
Auch wenn Herdenschutzhunde schwierig zu handeln sind, absolut keine Anfängerhunde sind, so sind doch zumindest Maremmanos sehr familientauglich. Wenn sie mal jemanden unter ihre Fittiche genommen haben, dann kann derjenige sich echt sein Leben lang sicher fühlen.
Was ich falsch gemacht hab: Ich hätt ihnen möglichst im Welpenalter Sachen beibringen sollen, was jetzt halt immer jedes Mal ein THEMA ist: Autofahren, Krallenschneiden, Tragen, Warten, Waschen, Zahnpflege. Das Dumme ist, Herdenschutzhunde sind sehr selbständig. Nix mit Gehorsam und so. Fiocco versteht, was ich meine, aber er denkt erst eine Weile nach und entscheidet dann, ob er gehorsam sein will oder nicht. Wenn er weiß, dass es Sinn macht, was ich sage, dann gehorcht er aufs Wort. Wenn ich mit ihm Spazieren gehe, dann überwältigt er mich regelrecht mit Gehorsam. Ein Dauerbrenner ist das Nicht-Bellen. Mittlerweile (nach acht Jahren!) kann ich mit einem Pfiff das Bellen auch über große Distanz hinweg stoppen - meistens. Wenn die beiden (vor allem Anton, der hyperkinetische Zaunwächter) im hysterischen Bellrausch sind, dann nützt noch so lautes Pfeifen nix.
Über Gewöhnung aber geht insgesamt schon einiges. Sie wollen es ja richtig machen! Aber das Richtigmach-Prinzip ist doch mit weitaus mehr Selbständigkeit verbunden als bei anderen Hunden.
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Leider kann ich keinen Vergleich anstellen, aber beschreiben, was die brauchen: Zurzeit kriegen sie beide zusammen morgens eine 800-Gramm-Dose richtig gutes Futter und abends nochmal. Der eine, Anton, ist äußerst lebhaft in Bezug auf das Verbellen von Fußgängern, Autos, Lkws, Fahrrädern, Hunden und anderen Geistern. Er rennt keine Ahnung wie oft am Tag die hundert Meter am Zaun entlang und wieder zurück. Dann rast er zu mir, sucht mich, erzählt, dass er gebellt hat. Ich sag dann: "Hast du gebellt?" Er nickt und rast wieder zum Zaun. Um zu bellen. Das braucht alles Energie. Der andere, Seine Majestät Fiocco di Neve, verpennt den Tag im Bauwagen und lauscht lieber Antons zuverlässigem Gebell. Und manchmal hört er da was raus, das ich nicht höre. Dann bequemt auch er sich vor an den Zaun. Dann weiß ich, jetzt kommt Besuch. Jedenfalls braucht Couch Potatoe Fiocco weniger. Also kriegt Anton immer von den 800 Gramm mehr als Fiocco.
Eine Zeitlang haben sie immer Reis oder Hirse dazubekommen, weil ich bei Miriam Cordt gelesen hab, dass Herdenschutzhunde mehr Kohlenhydrate brauchen als "normale" Hunde. Bei Anton kann das sein, aber es kann auch sein, dass er eine Eiweiß-Allergie hat.
Weil in unserer modernen Nahrung kein oder nur sehr wenig Magnesium drin ist, bekommen sie jeden Tag eine gute Prise Magnesiummalat. Und weil Hunde allgemein schnell tödlichen Vitamin-B-Mangel haben (mein Labrador ist so gestorben) auch noch Vitamin B in Pulverform.
Ich sag noch ein paar Sachen zu Herdenschutzhunden im Allgemeinen.
Auch wenn sie absolut keine Labradore sind, so sind sie doch WIRKLICH total sensibel und ängstlich, aber man merkt das nicht, weil sie so wahnsinnig selbstsicher auftreten, so laut bellen und auch beißen können. Wenn sie beißen, dann zunächst mal nicht krass, wobei schon auch Blut fließen kann.
Ich würd nicht mehr zwei Rüden nehmen, weil die auch übereinander herfallen. (Blut, Humpeln, Lecken...)
Herdenschutzhunde knurren viel. Das gehört zu ihrem Kommunikationsrepertoire dazu und ist meiner Meinung nach nur im Ausnahmefall zu unterbinden, weil sich sonst Aggression anstaut. Für mich ist das Knurren und die Aggression der Hunde eine wunderbare Dauerlektion in Feingefühl.
Auch wenn Herdenschutzhunde schwierig zu handeln sind, absolut keine Anfängerhunde sind, so sind doch zumindest Maremmanos sehr familientauglich. Wenn sie mal jemanden unter ihre Fittiche genommen haben, dann kann derjenige sich echt sein Leben lang sicher fühlen.
Was ich falsch gemacht hab: Ich hätt ihnen möglichst im Welpenalter Sachen beibringen sollen, was jetzt halt immer jedes Mal ein THEMA ist: Autofahren, Krallenschneiden, Tragen, Warten, Waschen, Zahnpflege. Das Dumme ist, Herdenschutzhunde sind sehr selbständig. Nix mit Gehorsam und so. Fiocco versteht, was ich meine, aber er denkt erst eine Weile nach und entscheidet dann, ob er gehorsam sein will oder nicht. Wenn er weiß, dass es Sinn macht, was ich sage, dann gehorcht er aufs Wort. Wenn ich mit ihm Spazieren gehe, dann überwältigt er mich regelrecht mit Gehorsam. Ein Dauerbrenner ist das Nicht-Bellen. Mittlerweile (nach acht Jahren!) kann ich mit einem Pfiff das Bellen auch über große Distanz hinweg stoppen - meistens. Wenn die beiden (vor allem Anton, der hyperkinetische Zaunwächter) im hysterischen Bellrausch sind, dann nützt noch so lautes Pfeifen nix.
Über Gewöhnung aber geht insgesamt schon einiges. Sie wollen es ja richtig machen! Aber das Richtigmach-Prinzip ist doch mit weitaus mehr Selbständigkeit verbunden als bei anderen Hunden.
Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen. (Dietrich Bonhoeffer)
Re: Futterbedarf von Herdenschutzhunden
Danke für deine Ausführlichkeit. Eine 800g-Dose am Tag kommt mir schon wenig vor, davon würde mein Aussie kaum satt werden und der ist ja im Vergleich zum HSH ein kleiner Furz.
Den Fehler grundliegende Erziehungsmaßnahmen nicht im Welpenalter zu erledigen, kommt bei vielen Hundehaltern vor, da bist du keine Ausnahme. Ich hatte gerade einen Mix in Pflege mit viel zu langen Krallen. Ein sanftes Tier, aber wenn ich an die Krallen wollte, wurde sie unberechenbar.
Die Maremmanos kenne ich gerade als Wenigbeller, was mich von dieser Rasse überzeugt hat. Ein Dauerkläffer würde mich schon reichlich nerven und potentielle Feinde zu verbellen ist auch nicht immer die geschickteste Maßnahme. Da sind mir die Hunde, die das leiser lösen durchaus sympathischer. Aber du schriebst ja, dass du Mixe hast.
Was mich noch ziemlich abschreckt ist, dass es schwierig ist, die Hunde von jemand anderem versorgen zu lassen. Vom Gefühl her muss ich hier nicht mehr weg, aber es gibt halt Situationen, wo es unumgänglich ist. Die Anschaffung von HSH ist eine weit schwierigere Überlegung als die einer "normalen" Rasse.
Das mit dem Vitamin-B-Mangel ist interessant und nachvollziehbar, weil Carnivoren das Vitamin B aus dem Darm der gerissenen Tiere nehmen. Wenn ich schlachte, lasse ich den Hund nehmen, was er braucht. Leider verträgt Vilma Huhn nicht gut, da werde ich doch mal über ein Präparat nachdenken, denn andere Tiere werden ja nicht so häufig geschlachtet und im Moment bei mir ohnehin nicht.
Den Fehler grundliegende Erziehungsmaßnahmen nicht im Welpenalter zu erledigen, kommt bei vielen Hundehaltern vor, da bist du keine Ausnahme. Ich hatte gerade einen Mix in Pflege mit viel zu langen Krallen. Ein sanftes Tier, aber wenn ich an die Krallen wollte, wurde sie unberechenbar.
Die Maremmanos kenne ich gerade als Wenigbeller, was mich von dieser Rasse überzeugt hat. Ein Dauerkläffer würde mich schon reichlich nerven und potentielle Feinde zu verbellen ist auch nicht immer die geschickteste Maßnahme. Da sind mir die Hunde, die das leiser lösen durchaus sympathischer. Aber du schriebst ja, dass du Mixe hast.
Was mich noch ziemlich abschreckt ist, dass es schwierig ist, die Hunde von jemand anderem versorgen zu lassen. Vom Gefühl her muss ich hier nicht mehr weg, aber es gibt halt Situationen, wo es unumgänglich ist. Die Anschaffung von HSH ist eine weit schwierigere Überlegung als die einer "normalen" Rasse.
Das mit dem Vitamin-B-Mangel ist interessant und nachvollziehbar, weil Carnivoren das Vitamin B aus dem Darm der gerissenen Tiere nehmen. Wenn ich schlachte, lasse ich den Hund nehmen, was er braucht. Leider verträgt Vilma Huhn nicht gut, da werde ich doch mal über ein Präparat nachdenken, denn andere Tiere werden ja nicht so häufig geschlachtet und im Moment bei mir ohnehin nicht.
