Pikieren

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Beitragvon Sarek » Mi 22. Feb 2012, 13:04

Hallo zusammen,

dieses Jahr möchte ich nahezu alle Pflanzen selbst ziehen - also keine Kleinpflanzen auf dem hiesigen Markt kaufen.
Bisher habe ich nur Tomaten, Gurken und Salata vorgezogen.

In der Literatur gibt es allerdings unterschiedliche Aussagen bzgl. der Aussaat. Einige Autoren sprechen vom Pikieren, bei anderen liest man nichts davon.
Ich selbst habe bisher nie pikiert sondern immer Pflanzen in kleinen Saattöpfchen mit gewöhnlicher Pflanzeerde vorgezogen und bei passenden Zeitpunkten nach draußen gesetzt. Da mir Vergleichswerte fehlen, kann ich nicht sagen, ob ein vorheriges Pikieren sinnvoll / gesünder / ertragreicher gewesen sei.

Die Frage ist, warum soll überhaupt pikiert werden? Die einzige Information die ich gefunden habe, betrifft das Wurzelwachstum. Durch das Umsetzen würden Wurzeln verletzt und somit das Wurzelwachstum angeregt. Es wird teilweise sogar empfohlen die längste Wurzel abzuknipsen, damit die kleineren Wurzeln verstärkt wachsen und letztlich einen guten Wurzelballen bilden.

Was denkt ihr über das Pikieren? Habt ihr Vergleiche ziehen können? Mit und ohne Pikieren?

Viele Grüße und Danke :kuuh:
Sarek
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Re: Pikieren

Beitragvon Thomas/V. » Mi 22. Feb 2012, 13:28

Hi!

Ich pikiere alle Pflanzen, die ich selbst anziehe.
Schon aus Platzgründen könnte ich nicht allen Jungpflanzen von Anfang an einen eigenen Topf gönnen. Also kommen sie in Aussaatgefäße und werden dann vereinzelt, je nach Wachstumsgeschwindigkeit und Ansprüchen die einen früher und die anderen später.
Wenn Jungpflanzen "auf einem Haufen" zu lange in einem Anzuchtgefäß stehen, verfilzen die Wurzeln untereinander und beim Rauspflanzen werden die Wurzeln zu stark zerstört.
Außerdem nehmen sie sich die Nährstoffe gegenseitig weg und vergeilen auch teilweise, wenn sie zu lange zu eng stehen, was schon mal vorkommt, wenn zur Zeit des Rauspflanzen grade mal schlechtes Wetter herrscht, was bei mir oft vorkommt.
Sind die pflanzen beizeiten pikiert, sind sie weniger anfällig, haben ordentlichen Wurzelballen und können auch gestaffelt rausgepflanzt werden. Wenn ich sie aus dem Aussatgefäß alle gleichzeitig rausnehmen muß, dann müssen sie alle gleichzeitig in den Garten und können so dem Wetter oder Schnecken gleichzeitig zum Opfer fallen.
Ich erhoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei!
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Re: Pikieren

Beitragvon Sarek » Mi 22. Feb 2012, 15:06

Hi Thomas,

Danke für deine Antwort!
Zwischenfrage: Warum setzt du die Pflanzen nach dem Aussaatgefäß nochmal einzeln in einzelne Töpfe? Warum werden die Pflanzen nicht direkt in den Töpfen gezogen?

Grüße und Thx
Sarek
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Re: Pikieren

Beitragvon Thomas/V. » Mi 22. Feb 2012, 17:02

weil ich im Gewächshaus nicht so viel Platz habe, um gleich alles in Töpfe zu säen
manche Pflanzenarten säe ich aber schon auch gleich in Töpfe, kommt auf die Aussat- und Umpflanzzeiten an und auf die Größe der Pflanzen (Kohlpflänzchen brauchen lange und nehmen wenig Platz weg, Zucchini muß man gleich einzeln säen)
bei mir hier drängt sich im April und Mai fast alles im GH, weil wir oft noch im April Schnee und im Mai Spätfröste haben und sogar Frühbeete nicht immer warm genug sind, nur die GH kann ich mit nem Heizlüfter frostfrei halten
man kann aber auch direkt ins GH in den Boden säen und dann rauspflanzen, ohne erst Töpfe zu benutzen, aber bei mir ist ja da schon der Boden mit den Frühkulturen besetzt (Radis, Salat, Rukola und in die Lücken pflanze ich dann die Tomaten

Du mußt eben herausfinden, was bei Dir am besten funktioniert, vieles kann man machen, nicht alles muß man machen, was irgendwo geschrieben steht ;)
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Re: Pikieren

Beitragvon hias90 » So 4. Mär 2012, 14:20

Sarek hat geschrieben:Hi Thomas,

Danke für deine Antwort!
Zwischenfrage: Warum setzt du die Pflanzen nach dem Aussaatgefäß nochmal einzeln in einzelne Töpfe? Warum werden die Pflanzen nicht direkt in den Töpfen gezogen?

Grüße und Thx
Sarek


Aus Platzgründen und weil nicht alle Samen aufgehen. Dann hast du dutzende Töpfe rumstehen die einfach nur leer sind.
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Re: Pikieren

Beitragvon hobbygaertnerin » Di 6. Mär 2012, 08:00

Welche Erde verwendet ihr für die zu pikierenden Gemüsepflanzen?
Und ab wann wisst ihr, wann sie pikiert werden sollen?
Hab ein sehr enttäuschendes Pikierergebnis mit Tomaten vor Augen und weiß nicht so recht, was ich verkehrt gemacht habe.
Gruss
hobbygaertnerin
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Re: Pikieren

Beitragvon Thomas/V. » Di 6. Mär 2012, 10:14

ich nehme eigenlich nur magere Erde (Maulwurfshügel z.B.) und mache etwas reifen Kompost mit rein, für die, die ich im Haus vorziehe (Tomaten, Paprika, Chili)
was ich im Gewächshaus in Saatschalen oder Töpfen vorziehe, kommt einfach in Gartenerde
spezielle Aussaaterde oder sowas habe ich früher auch mal genommen, aber da ist immer zu viel Torf drin und die Ergebnisse waren auch nicht besser als mit normaler Erde, eher waren die Töpfe empflindlicher gegen Austrockenen oder zu viel Feuchte
normale humose Erde ist da besser, habe ich gemerkt, da vertrocknet nicht gleich alles, wenn man mal 2 Tage nicht nachschaut

weiß nicht so recht, was ich verkehrt gemacht habe.


wie sahen denn die Tomaten aus? meistens ist mangelndes Licht, zu kalte Füße(Wurzeln) und zu viel Feuchte die Ursache, wenn das Vorziehen nicht klappt
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Re: Pikieren

Beitragvon Hühnerfan » Di 6. Mär 2012, 11:17

hobbygaertnerin hat geschrieben:Welche Erde verwendet ihr für die zu pikierenden Gemüsepflanzen?
Und ab wann wisst ihr, wann sie pikiert werden sollen?
Hab ein sehr enttäuschendes Pikierergebnis mit Tomaten vor Augen und weiß nicht so recht, was ich verkehrt gemacht habe.
Gruss
hobbygaertnerin


Ging mir genau so.Letztendlich -wie Thomas schon anmerkte- war es nur für die Wurzeln zu "kalt".
Lag aber auch daran ,das die Pflanzen noch recht klein + wenig Wurzelmasse haben.
Mein Problem lies sich lösen,in dem die Pflänzchen einen erhöhten Platz über dem Heizkörper erhalten haben.
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